Samstag, 18. November 2017


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Sanierung des Landwehrkanals gefährdet auch dessen Unterwasserwelt

Berlin, (lifePR) - Die anstehende Erneuerung der Uferbefestigung am Landwehrkanal bedroht nicht nur den alten Baumbestand, sondern führt auch im Gewässer selbst zu einem ökologischen Kahlschlag.

Durch den GRÜNE LIGA-Gewässerschutzexperten Alexander Schael ermittelte Stichproben ergaben am Landwehrkanal einen Besatz von etwa 100 Dreikantmuscheln pro Meter Ufermauer, die das Gewässer filtern und damit reinigen. Konservativ geschätzt filtert jeder dieser "Klärwerker" stündlich 10 bis 200 ml des Kanalwassers. Mit der Restaurierung des Ufers würde der Kanal pro Meter damit 1- 20 Liter stündliche Filterleistung verlieren.

Ein weiteres Problem ist die am Grund des Kanals befindliche etwa 45 cm dicke Schlammschicht, die sich dort im Laufe der letzten 120 Jahre abgelagert hat. "Dieses Problem wurde in bisherigen Diskussion um die Folgen der Sanierung des Kanals noch nicht angesprochen", so Alexander Schael, und weiter: "Diese teerschwarze Substanz erinnert an den Geruch einer LKW -Tankstelle aus den 50er Jahren. Wird Kleidung damit bekleckert, bekommt man die Flecken auch nach mehrmaligem Waschen nicht mehr raus".

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) ist natürlich nicht an der Konsistenz dieser Altlast interessiert, obwohl die dieselnde Schifffahrt von ihr genehmigt wird. Lediglich die Schlammmächtigkeit ist interessant. Und zu der garantierten Wassertiefe von 1,70 Metern sind ja meist noch 5 cm Platz. Eine Entsorgung dieser Schlämme hat das Potential, die Kosten für die Uferrestaurierung als Peanuts erscheinen zu lassen.
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