Sonntag, 22. April 2018


Musik: Ein Teil der griechischen Seele

Im Interview mit Andreas Deffner / Ein Bericht von Thea-Marie Ortner

Frankfurt am Main, (lifePR) - Das Wort, um das es geht, ist über 2500 Jahre alt und eins der wichtigsten für die Griechen. Die Musik! Für die Griechen »nicht einfach nur Musik. Sie ist das Lebenselixier, welches sie brauchen, um zu überlebenWarum das so ist wollte ich wissen und habe im Rahmen meines Schülerpraktikums mit dem Herausgeber Andreas Deffner in Verbindung gesetzt und mit ihm ein Interview zu den Themen Musik, Griechenland und ihre Bedeutungen im Leben geführt.

1974 in Gladbeck geboren, hat lange Zeit im Rheinland gelebt und wohnt heute mit seiner Frau und seinen drei  Söhnen in Potsdam. Seine ›Zweite Heimat‹ aber ist Griechenland. Seit er nach dem Abitur im Jahr 1993 das erste Mal nach Hellas gefahren ist, war er von Land, Leuten und Kultur begeistert. Und so fährt er, wann immer die Zeit es zulässt,›nach Hause‹, nach Toló. In dem kleinen Fischerdorf auf dem Peloponnes fühlt er sich ebenso heimisch wie in Potsdam, Gladbeck oder Berlin. Und Oma Vangelió hat immer gesagt: »Junge, du bist in Toló groß geworden!«
Deffner hat bereits 2010 Das Kaffeeorakel von Hellas – Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland im Re Di Roma-Verlag  in Remscheid veröffentlicht.

Beim Größenwahn Verlag  sind seine Kurzgeschichten über Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland unter den Titel Filotimo! und Das Kaffeeorakel von Hellas erschienen. Andreas Deffner berichtet von seinen Erfahrungen und Erlebnissen in Griechenland, die Land und Leute herzlich und authentisch zeigen. In den Menschen unterschiedlichster Couleur, vom Olivenölhändler bis zum Fischer, begegnet er dem echten Griechenland, abseits aktueller Wirtschafts- und Finanzkrisen.

Zusammen mit Edit Engelmann ist Andreas Deffner Herausgeber der Serie Griechische Einladung beim Größenwahn Verlag.

Thea-Marie Ortner: Lieber Herr Deffner, Sie sind schon seit langem von Griechenland und alles was damit zu tun hat begeistert. Woher kommt diese Verbundenheit? Wodurch ergab sich Ihre erste Reise nach Griechenland?

Andreas Deffner: 1993, nach dem Abitur, wollte ich spontan mit einem Freund irgendwohin fahren, Urlaub machen. Stefan, mein ehemaliger Kunstlehrer hatte bereits seit vielen Jahren gute Freunde auf Peloponnes und sagte: »Dann kommt doch auch nach Griechenland. Wir werden auch dort sein. Es wird dir bestimmt gefallen.« So bin ich mehr oder weniger zufällig in Toló, einem kleinen Fischerdorf auf der Peloponnes, gelandet und so lernte ich die Familie von Perikles Niotis kennen. Heute sind wir so etwas wie Geschwister, und ich komme immer wieder gerne »nach Hause«.

Thea-Marie Ortner: Wann und wie haben Sie Griechisch gelernt und wie nützlich ist es im Alltag, Griechisch sprechen zu können?

Andreas Deffner: Ein Jahr später, 1994, bin ich wieder nach Toló gefahren. Drei Wochen Urlaub alleine im September bei Perikles. Ich hatte reichlich Zeit und ein kleines Büchlein dabei. Griechisch für Anfänger oder sowas. Ich wollte ein paar einfache Sätze können. Die Sprache hat mir so gut gefallen, dass ich später in Deutschland einige VHS-Kurse Neugriechisch besucht habe. Erst in Bottrop, dann in Bonn und später habe ich mir autodidaktisch so viel beigebracht, dass ich das offizielle Sprachdiplom geschafft habe. Das hat mir geholfen, als ich zum Praktikum in Athen war. In diesen zwei Monaten habe ich dann mein Griechisch weiter verbessert. Es ist ganz ordentlich jetzt und ich komme im Alltag sehr gut zurecht. Das hilft immens, wenn man – wie ich für meine Bücher – richtig hinter die Kulissen des griechischen Alltagslebens blicken möchte. Selbst die gesprächigen Griechen werden noch redseliger, wenn man sie in ihrer Muttersprache anspricht.

Thea-Marie Ortner: Hat die Musik in Griechenland eine stärkere Bedeutung als hier in Deutschland?

Andreas Deffner: Musik ist ein Teil der griechischen Seele. Ich glaube, die Griechen nehmen Musik, Töne allgemein, auch bewusster war. Touristen, die schon einmal in einer griechischen Taverne waren kennen die typische Lautstärke, wenn die Einheimischen ausgelassen essen, feiern und reden. Lauthals wird diskutiert und gelacht und ganz oft endet so ein Abend mit Musik und Tanz. Es gehört ganz einfach zum Leben dazu, wie Essen, Trinken und Schlafen.

Thea-Marie Ortner: Was würde sich an Ihrem Leben ändern, wenn es die Musik nicht mehr gäbe?

Andreas Deffner: Ich bin ja selbst kein Musiker, aber Musik würde mir schon sehr fehlen. Nicht nur die griechische. Aber gerade auch die. Denn sie ist so etwas wie das Abendbrot für die Seele. Ich glaube, ein gutes, vitales und buntes Buffet, das die Herzen höherschlagen lässt. Wie lange bleiben Sie gut gelaunt ohne Abendessen?

Thea-Marie Ortner: Wie kam Ihnen die Idee »Eine Griechische Einladung in die Musik« herauszugeben und wie lange hat es gedauert die Idee umzusetzen?

Andreas Deffner: Die Idee war plötzlich da. Ich weiß gar nicht mehr wann und woher. Manchmal höre ich morgens im Badezimmer im Internetradio meinen Lieblingssender aus Athen, DromosFM. Das inspiriert mich. Vielleicht hing es damit zusammen. Manche Leute sagen ja, auf der Toilette hätten sie die besten Ideen …

Thea-Marie Ortner: Was wollen Sie mit Ihrem Buch bewirken?

Andreas Deffner: Wir, die Autoren und ich, wollen das ganze Spektrum griechischer Musik präsentieren und zeigen, was es für die Griechen bedeutet. Im Idealfall werden die Leser auch zu Fans von Theodorakis, Karras oder Pliatsikas und begreifen, was die Musik für eine Rolle in der eigenen Seele spielen kann. Und außerdem lernen die Leser viel Neues kennen. Wissen Sie schon, wer Greckoe ist?

Thea-Marie Ortner: Dank dem Buch, ja! Haben Sie eine Lieblingsgeschichte in dem Buch und wenn ja, wieso?

Andreas Deffner: Das Interview mit dem super-coolen Greckoe hat mir zum Beispiel richtig gut gefallen. Oder »Tsouras« von der berühmten Berliner Künstlerin Karsta Lipp. Was sie in wenigen Zeilen zu Papier gebracht hat, ist ein Stück griechisch-musikalischer Seele auf Papier. Ein Kunstwerk. Und was häufig unterschätzt wird bei Büchern: das Vorwort. Hier kann ich nur ausdrücklich davor warnen, es zu überblättern. Der große Grieche aus der Lindenstraße, der »Akropolis-Wirt« Kostas Papanastasiou alias Panaiotis Sarikakis hat es verfasst. Ein besserer Einstieg in ein Buch über die griechische Musik kann es nicht geben. Bei dieser Gelegenheit: Danke lieber Kostas!

Thea-Marie Ortner: Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an griechische Musik denken?

Andreas Deffner: Meine griechische Lieblingsband Pyx Lax. Der Gründer und Sänger Filippos Pliatsikas ist auch im Buch vertreten. Einer der erfolgreichsten griechischen Musiker aller Zeiten. Aber ich denke auch oft an die gemeinsamen Abende mit meinem Freund Nikolas, wenn wir über traditionelle Musik, über Opern und Bouat reden. Und dann denke ich oft daran, dass ich nie griechische Tänze gelernt habe. Vielleicht sollte ich das nun endlich mal nachholen!

Wir bedanken uns bei unserem Herausgeber und Autor Andreas Deffner für das Interview!

Neugierig geworden? Dann lassen sie sich in die griechische Musik entführen. Die Anthologie »Griechische Einladung in die Musik« von Andreas Deffner erschien am 31. Januar 2017 im Größenwahn Verlag. Dies ist seine zweite »Einladung nach Griechenland« als Herausgeber und insgesamt das vierte Buch in dieser Reihe.
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