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Innovatives Lernkonzept in NRW

JAM! macht Schüler(innen) zu Medienforschern und stellt Unterrichtsmaterialien zur freien Verfügung

(lifePR) (Marl, )
Fernsehen, Computer und Handys sind aus dem Alltagsleben Jugendlicher längst nicht mehr wegzudenken. Aber was macht eigentlich die Faszination bestimmter Fernsehsendungen für Jugendliche aus? Wie und worüber kommunizieren sie im Chat? Welchen Stellenwert hat das Handy in ihrem Alltag erobert? Und wie erleben sie die virtuellen Welten in Computerspielen? Lehrer(innen), die im Unterricht Fragen zu diesen beliebten Freizeitinteressen der Jugendlichen aufgreifen, können auf interessierte, motivierte und engagierte Schüler(inne)n hoffen. Das von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) geförderte Projekt "JAM! Jugendliche als Medienforscher" hat diese eng mit der Jugendkultur verbundenen Themen jetzt in Form innovativer Lehr- und Lernkonzepte umgesetzt. Mit Abschluss der Pilotphase liegen nun vier Lernmodule zur Fernsehrezeption, zur Analyse von Chat-Inhalten im Internet, zur Handynutzung sowie zum Erleben von Computerspielen vor und stehen den Pädagoginnen und Pädagogen ab sofort zur freien Verfügung.

Für Prof. Dr. Norbert Schneider, Direktor der LfM, liegen die Potenziale des Projektes für die medienpädagogische Praxis auf der Hand: "Medienkompetenz ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftschancen der jungen Leute, und JAM! kann zur Förderung dieser Schlüsselqualifikation einen wichtigen Beitrag leisten. Der innovative Ansatz des forschenden Lernens sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler für Medieninhalte und fördert ihre Fähigkeiten zur kritischen und kreativen Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Mediennutzung."

Erprobt wurden die Lernmodule in neunten Klassen an Hauptschulen. In den Ausgestaltungsmöglichkeiten für die Unterrichtspraxis sind die Materialien so flexibel angelegt, dass das Projekt problemlos auch in anderen Schulformen und Jahrgangsstufen umsetzbar ist. Mit vereinfachten wissenschaftlichen Methoden beobachten die Schüler(innen) ihr eigenes Medienhandeln oder sie analysieren das Mediennutzungsverhalten in ihrem sozialen Umfeld. Die Lernmodule beinhalten Hintergrundwissen zu den verschiedenen Medien, zur Nutzung und Bedeutung dieser Medien aus Sicht Jugendlicher, und sie beschreiben den Forschungsprozess anhand von sechs einfach formulierten Fragen. Die didaktischen Leitfäden enthalten konkrete Unterrichtsmaterialien wie Arbeitsblätter und Stundenpläne für einen Zeitraum von sechs Unterrichtsdoppelstunden.

Für dieses zukunftsweisende Konzept wurde das Projekt JAM! als eines von 13 Projekten für den Deutschen Innovationspreis für nachhaltige Bildung nominiert. Mit dem Preis werden herausragende Initiativen und Projekte an allgemein- und berufsbildenden Schulen ausgezeichnet, die empirisch nachweisbar zur Verbesserung des Wissensstandes und/oder der Kompetenzen führen. Verliehen wird er vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) in Kooperation mit der Schülerhilfe. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan.

Online stehen die Lernmodule ab sofort unter www.projekt-jam.de zur Verfügung. Das 32-seitige Begleitheft mit CD-ROM kann – so lange der Vorrat reicht – kostenfrei bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen bestellt werden. Interessierte richten Ihre Anfragen bitte an medienkompetenz@lfm-nrw.de.

Durchgeführt wurde das Projekt JAM! im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) von der ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz GmbH (Marl / Düsseldorf). Partner für die Entwicklung der Lernmodule war Schulen ans Netz e.V. (Bonn).
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