Samstag, 21. Juli 2018


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Greenpeace: Der Asse-Muell muss raus

Nur Rueckholung bietet Langzeitsicherheit fuer Menschen und Umwelt

Hamburg, (lifePR) - Die Umweltorganisation Greenpeace fordert die vollstaendige Rueckholung des Atommuells aus dem havarierten Endlager Asse II. Von allen drei Optionen fuer den kuenftigen Umgang mit dem einsturzgefaehrdeten Salzstock, die dem Bundesamt fuer Strahlenschutz (BfS) zur Wahl stehen, bietet nur die Rueckholung des Muells Langzeitsicherheit fuer Bevoelkerung und Umwelt. Laut Greenpeace ist die Bergung technisch machbar und hauptsaechlich eine Frage der Finanzierung. Fuer Arbeiter und Bevoelkerung fordert Greenpeace hoechste Sicherheitsstandards bei der Rueckholung der 126.000 Atommuellfaesser.

"Das marode Endlager Asse ist eine Bombe, an der die Lunte bereits brennt", sagt Heinz Smital, Atomphysiker bei Greenpeace. "Niemand weiss genau, welcher Atommuell in der Asse lagert und wieviel. Klar ist aber, dass die Asse mit Wasser voll laeuft und die lecken Atommuellfaesser frueher oder spaeter das Trinkwasser in der Region radioaktiv verseuchen werden. Daher gibt es zur Bergung des gesamten Muells keine Alternative."

Weitere Optionen im Umgang mit der Asse sind neben der Rueckholung des Atommuells die "Vollverfuellung" des Bergwerks mit Spezialbeton und anschliessende Flutung mit Magnesiumchlorid oder die Umlagerung des Muells unter Tage in neue Bohrloecher. Bei beiden Optionen bliebe der Atommuell im absaufenden Bergwerk und wuerde frueher oder spaeter das Grundwasser radioaktiv verseuchen.

Bei Rueckholung des Atommuells muessen zwei neue oberirdische Anlagen gebaut werden: Eine Konditionierungsanlage zur Neuverpackung der Abfaelle und ein Zwischenlager. Eine Endlagerung des Atommuells in der Eisenerzgrube Schacht Konrad kommt fuer Greenpeace nicht in Betracht.

Atomkonzerne muessen sich als Hauptverursacher an den Kosten beteiligen

Greenpeace fordert die Politiker im Bundestag auf, parteiuebergreifend ein Sondergesetz zu verabschieden, das die Atomkonzerne als Hauptverursacher des Muells rueckwirkend zur Kasse bittet. 63 Prozent der Radioaktivitaet im Endlager Asse stammen nach Recherchen von Greenpeace aus dem EnBW-Atomkraftwerk Obrigheim, sechs Prozent aus Abfaellen aus RWE-Atomkraftwerken und weitere zwei Prozent aus Atommeilern von Eon und Vattenfall. "Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung mit den Stromkonzernen ueber eine Laufzeitverlaengerung fuer alte AKW und damit ueber ein weiteres Anwachsen des Atommuellberges spricht, waehrend nicht einmal die Altschulden beglichen sind", so Smital.

Die Asse-Havarie bedeutet auch das Aus fuer das geplante Endlager im Salzstock Gorleben. "Wer nach den Asse-Erfahrungen in einem Salzstock sogar hochradioaktive Abfaelle fuer eine Million Jahre einlagern will, gehoert eigentlich hinter Schloss und Riegel gesperrt", so Smital. "Die Suche muss nun ganz von vorn beginnen."
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