Mit der AR-Brille mitten im Wald

Interaktionstechniken, ohne dabei die Realität aus dem Blick zu verlieren, das ist das Besondere an der AR-Brille. Dennis Waltenberg beim Usertest zur zweiten Fallstudie des SAARTE-Projekts / Foto / Dorothea Hoppe-Dörwald
(lifePR) ( Worms, )
Was ist da los? Ein paar Menschen stehen im Wormser Wäldchen beieinander und schauen einem Mann mit einer AR (Augmented Reality)-Brille zu, der bedächtige Bewegungen macht. Erst berührt er den Baum, dann bückt er sich und scheint etwas zu sammeln.

Wir befinden uns in der Testphase zur zweiten Fallstudie des SAARTE-Projekts der Hochschule Worms. SAARTE (Spatially-Aware Augmented Reality in Teaching and Education) erforscht Potenziale der Augmented-Reality (AR) für die Nutzung in Lehre und Bildung und es werden konkrete AR-basierte Unterrichtseinheiten und passende AR-Testanwendungen entwickelt. Das Projekt, das von Prof. Dr. Alexander Wiebel geleitet wird, ist in zwei Fallstudien organisiert: eine in der Hochschullehre und eine im Bereich Umweltbildung. Gergana Lilligreen, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Fachbereich Informatik der Hochschule Worms, und Nico Henkel, Masterstudent im Studiengang Mobile Computing, untersuchen, wie schnell Teilnehmende in Usertests mit unterschiedlichen Interaktionsmethoden Aufgaben lösen können.

Zur Endphase des Projekts werden wissenschaftliche Untersuchungen zu innovativen Interaktionstechniken und deren Einsatz in der Natur durchgeführt. Dabei werden kabellose See-Through-AR-Brillen eingesetzt, die mit Gesten gesteuert werden. Sie haben ein durchsichtiges Display und die User können weiterhin die reale Umgebung zusätzlich mit virtuellen Objekten überlagert wahrnehmen.

Expertenwissen für realitätsnahe Visualisierungen

Die Testszenarien sind bewusst an die Natur angelehnt. Die Teilnehmer durchlaufen zwei Szenarien. Zum einen werden Blätter sortiert und zusammengetragen, zum anderen bewegen die Teilnehmenden virtuell Wolken zum Baum. Dann fällt virtueller Regen und die Wurzel des Baumes beginnt zu wachsen. Es ist, als würde sich der Boden unter einem auftun und wir können einen Blick in das Wurzellabyrinth werfen. Diese beeindruckende und faszinierende Visualisierung zeigt, wie man sich das Wurzelwachstum unter der Erde vorstellen kann.

„Das ist erst der Einstieg für weitere Szenarien, die für die Umweltbildung denkbar werden können,“ erklärt Lilligreen. Erst die Zusammenarbeit mit Umweltexperten macht es möglich, die Nachbildungen der „unsichtbaren Natur“ zu visualisieren. Hierzu befragte sie unter anderem Marc Bellefroid von der Abteilung Grünflächen und Gewässer der Stadt Worms, der mit unschätzbarem Input zu der Umsetzung einer optimierten Visualisierung beiträgt.

Testreihe mit Experten aus der Umweltbildung

Matthias Bösl, Vorstand des NABU Worms, testet auch diese neuen Möglichkeiten des Naturerlebens. „Natur zu erleben, bedeutet grundsätzlich fühlen, hören und riechen", merkt Bösl vom NABU an, „mit dieser visualisierenden Technik eröffnet sich eine neue Dimension, die Verborgenes sichtbar zu machen scheint".

Dennis Waltenberg, Leiter des Wormser Erlebnisgartens vom Umwelthaus, zeigt sich nach einem Testdurchlauf begeistert und sieht ebenfalls viel Potenzial für eine erweiterte Form, Natur jungen Menschen noch umfassender verständlich zu machen.

Auswertungen zur Optimierung

Die Tests liefern Daten und Erfahrungen zur gestenbasierten Interaktion. Außerdem ist der Einsatz in der Natur für die Umweltbildung von großem Interesse. Daher werden auch die Usertests mit Experten aus diesem Umfeld durchgeführt, um Ergebnisse zu erzielen, die nah an einem zukünftigen Anwendungskontext sind.
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