Hohe Zinsaufschläge sprechen für Unternehmensanleihen Seltene Chance für Fonds-Investoren

(lifePR) ( Wien, )
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- Deutlicher Mehrertrag gegenüber Staatsanleihen
- Hohe Inflation könnte zu weiterer Zinserhöhung in Euroland führen
- BRIK-Unternehmensanleihen mit im Schnitt 8,4 % Rendite

Die Krise des Finanzsektors, die Mitte 2007 begonnen hat, ist noch nicht überwunden. Die Risikoaversion der Anleger hat deutlich zugenommen und zu einem Abverkauf bei allen risikoreicheren Anlage-Klassen geführt. Wegen der im historischen Vergleich hohen Zinsaufschläge sind Unternehmensanleihen mit guter bis mittlerer Bonität eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen. Fonds mit einer qualitativ hohen Titelauswahl und einer breiten Streuung auf viele Emittenten können im aktuellen Zinsumfeld Renditen zwischen 6 % (Europa) und 8,4 % (BRIK-Staaten) verbuchen.

Inflation führt zu weiterer Zinserhöhung im Euro-Raum

Nach den entschiedenen Zinsschritten der Federal Reserve Bank, der massiven globalen Liquiditätszufuhr und der Rettung der US-Investmentbank Bear Stearns sind die Rezessionssorgen nicht kleiner geworden. Steigende Inflationsraten beherrschen das Geschehen. In der Euro-Zone lag die Inflation im Juni mit 4,0 % deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank von 2,0 %. Als Reaktion darauf wurden seit Ende März Staatsanleihen wieder stark verkauft. Die Renditen für 10jährige deutsche Laufzeiten stiegen deshalb von 3,7 % auf aktuell ca. 4,6 %. Fonds, die vorwiegend Staatsanleihen im Portfolio halten, weisen im laufenden Jahr deshalb wenig zufriedenstellende Ergebnisse auf. Sowohl in Europa als auch in den USA zeigen sich die Notenbanken über die hohen Inflationsraten besorgt und haben angekündigt, Maßnahmen dagegen einzuleiten. Somit sind weitere Leitzinssenkungen vom Tisch. "Die Anleger sollten sich darauf einstellen, dass es eher zu Zinserhöhungen kommen wird. Für die Euro-Zone erwarten wir in Kürze einen ersten Schritt der EZB von +0,25 % im 3. Quartal 2008. In den USA sollten die ersten Leitzinsanhebungen erst 2009 stattfinden", betont ERSTE-SPARINVEST-Geschäftsführer Franz Gschiegl.

Zinsen am Geldmarkt momentan höher als bei lang laufenden Staatsanleihen

Die Erwartung steigender Leitzinsen und der hohe Liquiditätsbedarf von Banken drücken sich auch in hohen Geldmarktsätzen aus. Der aktuelle Zinssatz des 3-Monats-Euribor liegt fast bei knapp 5 % und übersteigt damit die Renditen für lang laufende Staatsanleihen. Diese inverse Zinsstruktur in der Euro-Zone stellt eine schlechte Basis für eine Konsolidierung des euro-päischen Bankensektors dar, weil sich die Institute sehr teuer am Geldmarkt refinanzieren müssen. In den USA zeigt sich ein etwas anderes Bild. Aufgrund der deutlichen Leitzins-senkungen liegen die Geldmarktsätze unter jenen von Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Damit wurde die Basis für eine Entlastung des US-Bankensystems geschaffen.

Bedeutung der Unternehmensanleihen weltweit stark gestiegen

Der Markt für Unternehmensanleihen stellt heutzutage eine bedeutende Alternative zur Kreditfinanzierung dar. Derzeit sind in Europa und in den USA Papiere mit einem zugrunde liegenden Ausleihungsvolumen von gesamt 2.246 Mrd. EUR im Umlauf. Davon sind 1.761 Milliarden dem "besseren" Investment-Grade zuzuzählen, auf High Yield entfallen 485 Milliarden Euro.

In Unternehmensanleihen stecken zwei Faktoren, die den Kursverlauf beeinflussen: Das volkswirtschaftliche Umfeld und die Risikokomponente, die ein Zinsplus gegenüber "risikofreien" Staatspapieren liefern soll. Anleger, die jetzt in Unternehmensanleihen investieren, können aufgrund dieser höheren Risikoprämie einen deutlichen Mehrertrag gegenüber Staatsanleihen erwarten. Der Risikoaufschlag bei Investmentgrade-Papieren in der Eurozone beträgt aktuell 1,8 %, Bei High Yield ist er mit 5,5 % noch wesentlich darüber. "Diese Prozentsätze spiegeln auf einen Zeitraum von fünf Jahren eine Ausfallswahrscheinlichkeit von 6 % bei Investment Grade-Anleihen und bei High Yield Anleihen von mehr als 30 % wider", so Gerhard Beulig, Bereichsleiter Unternehmensanleihen und Emerging Markets. Bei High Yields ist die einge-preiste "Pleitenrate" so hoch wie in der schlechtesten 5 Jahres-Periode, bei den Investment Grade-Anleihen ist sie sogar drei Mal so hoch. "Auch wenn die Märkte derzeit noch von Un-sicherheit über die weitere Entwicklung geprägt sind, das ist schon ein ungewöhnliches hohes Maß an Pessimismus, dem wir nicht folgen können", empfindet Beulig.

Überblick über die Unternehmensanleihenmärkte

Europa

Relativ moderates bis schwaches Wirtschaftswachstum gekoppelt mit überdurchschnittlich hohen Inflationsraten haben das Thema "Stagflation" in das Zentrum der Betrachtungen und Analysen geführt. Die Notenbanken befinden sich in einem Dilemma: steigende Zinsen würden zusätzlich Druck auf das Wirtschaftswachstum ausüben - andererseits können die Währungs- und Inflationshüter den Preisanstiegen nicht mehr tatenlos zusehen. D.h. von den Notenbanken sind weltweit gesehen tendenziell Zinserhöhungen zu erwarten.

In der Eurozone ist die fundamentale Lage der Unternehmen mit Ausnahme der Banken besser als erwartet. Aufgrund der relativ hohen Inflation und der latenten Unsicherheit leidet der Konsum in wichtigen Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich. Die EZB hat zwar die Leitzinsen unverändert belassen, eine Anhebung auf 4,25 % wird aber immer wahrscheinlicher, betont der Teamleiter Unternehmensanleihen Peter Varga.

Fondstipp:

ESPA BOND EURO-CORPORATE (ISIN AT0000724216 A)

Dieser Fonds ist in europäischen Unternehmensanleihen bester bis mittlerer Bonität investiert. Das Rating der Anleihen bewegt sich im Investment Grade-Bereich (AAA bis BBB). Die durch-schnittliche Rendite der Papiere in diesem Fonds beträgt 6,1 % (per 30.6.2008).

ESPA CASH CORPORATE-PLUS (AT0000676838 A)

Der Fonds investiert global in Unternehmensanleihen mit kurzer Restlaufzeit. Dabei wird die Fremdwährung (USD) permanent und vollständig abgesichert. Eine stabile Wertsteigerung durch die kurze Restlaufzeit der Veranlagungen (Bonität Aaa bis Baa3) bei geringen Kurs-schwankungen wird angestrebt. Die durchschnittliche Rendite der Papiere in diesem Fonds beträgt 5,9 % (per 30.6.2008).

USA

So wie Europa zeigt sich auch in den USA ein gemischtes Bild. Der Fall der US-Hauspreise, der vor rund einem Jahr die Bankenkrise ausgelöst hat, setzt sich unvermindert fort. Das Konsumentenvertrauen befindet sich auf einem 30 Jahres-Tief. Die amerikanische Notenbank ließ die Leitzinsen unverändert bei 2,0 %, betont aber das Risiko steigender Inflation. Die niedrigen Zinsen und der schwache Dollar erhöhen die Absatzchancen von US-Unternehmen auf den Weltmärkten.

Fondstipps:

ESPA BOND USA-CORPORATE (ISIN AT0000675764 A)

Dieser Fonds ist in Unternehmensanleihen bester bis mittlerer Bonität, die in US-Dollar notieren (Rating Investment Grade), investiert. Das Währungsrisiko des US-Dollar gegenüber dem Euro wird permanent und vollständig abgesichert. Die durchschnittliche Rendite der Papiere in diesem Fonds beträgt 6,5 % (per 30.6.2008). Dazu kommen Hedgerträge von derzeit 2,2 %.

ESPA BOND-DOLLAR CORPORATE (ISIN AT0000721543)

Dieser Fonds investiert in Unternehmensanleihen bester bis mittlerer Bonität. Das Rating der Anleihen im Fonds ist Investment Grade (Aaa bis Baa3). Die Anleihen lauten auf US-Dollar. Die durchschnittliche Rendite der Papiere in diesem Fonds beträgt 6,5 % (per 30.6.2008).

Emerging Markets und BRIK-Staaten

In den Emerging Markets hat die US-Finanzkrise bislang kaum Spuren hinterlassen. Die Börsen wurden dennoch in Mitleidenschaft gezogen und korrigierten mancherorts deutlich. An den hohen Wachstumsraten hat sich dank hoher Rohstoffpreise und des Konsum- und Infrastruktur-Booms nichts geändert. Die fundamentale Lage der Unternehmen ist hervorragend, die Bonitätsverbesserung von Brasilien auf Investment Grade unterstreicht die im Gegensatz zu früheren Jahren immer solideren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Unternehmen der BRIK-Staaten überzeugen durch hohes Gewinn-Wachstum und niedrige Verschuldung. Wir empfehlen BRIK-Unternehmensanleihen als Beimischung", so Varga.

Fondstipp:

ESPA BOND BRIK CORPORATE (ISIN AT0000A05HQ5 A)

Dieser Fonds ist in Unternehmensanleihen von Emerging Markets investiert. Dabei werden mindestens 50 % in Brasilien, Russland, Indien und Kasachstan (BRIK) veranlagt. Bis zu 10 % Fremdwährungen möglich. Die durchschnittliche Rendite der Papiere in diesem Fonds beträgt 8,4 % (per 30.6.2008).

Lexikon: Was sind Unternehmensanleihen?

Bei einer Anleihe, auch Bond, Schuldverschreibung oder Obligation genannt, handelt es sich um ein schriftliches Zahlungsversprechen eines Schuldners, das in Form eines Wertpapiers an der Börse gehandelt werden kann. Üblicherweise ist ganz genau geregelt, wie viel Zinsen der Anleger jährlich erhält und wann die Anleihe zurückbezahlt wird.

Der Schuldner, also jene Institution die das Geld aus der Anleihe erhält, wird auch Emittent genannt. Häufig handelt es sich dabei um einen Staat, der das Kapital z.B. für Infrastruktur-Maßnahmen benötigt und die Zinsen und die Rückzahlung aus Steuereinnahmen finanziert. In diesem Fall spricht man von Staatsanleihen.

Denn neben dem Staat gibt es auch noch andere Schuldner wie z.B. Unternehmen. Diese benötigen finanzielle Mittel, um z.B. Betriebsgebäude oder das laufende Geschäft zu finanzieren. Die Rückzahlung hängt dementsprechend vom Erfolg des Unternehmens ab. Die Schuldverschreibung eines Unternehmens wird Unternehmensanleihe, oder auf Englisch "Corporate Bond" genannt.

Da die Bedienung der Anleihe vom Geschäftserfolg des Unternehmens abhängt, sind Unternehmensanleihen risikoreicher einzustufen als Staatsanleihen. Die Bonität von Unternehmen wird laufend von unabhängigen Finanzanalysten überprüft und in Form des sogenannten "Ratings" dargestellt. Das beste Rating stellt des "AAA" (dreifach A) dar, welches auch für Staaten wie Österreich oder Deutschland vergeben wird. Von AAA bis BBB spricht man vom sogenannten Investment Grade, also von sehr guter bis mittlerer Bonität. Die Bonitätsstufen von BB bis C werden Hochzinsanleihen, oder Englisch "High Yield" genannt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Bonitätsstufe, desto höher der Zinssatz, den das Unternehmen bezahlen muss. Der Renditeaufschlag, den Unternehmensanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen aufweisen wird auch "Spread" genannt. Dieser soll die Risiken abdecken, die ein Investor im Vergleich zu sicheren Staatsanleihen übernimmt, welches im Extremfall bis zum Aussetzen von Zinszahlungen oder der Nicht-Rückzahlung des eingesetzten Kapitals führen kann. Eine solche Verzögerung bei der Zahlung bzw. ein Zahlungsausfall wird auch "Default" genannt.

Bei einer Veranlagung in Unternehmensanleihen sollte dem Anleger daher schon bewusst sein, dass er einen höheren Zinssatz nicht "geschenkt" bekommt. Der höhere Zins ist der Preis für das zusätzliche Kredit-Risiko.
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