Reise durch ein tragikomisches Jahrhundert - EDITION digital hält Erinnerung an Hasso Grabner wach

Hasso Grabner
(lifePR) ( Pinnow, )
„Reise durch ein tragikomisches Jahrhundert“ – so lautet der Titel einer 2018 veröffentlichten Biografie von Francis Nenik über das „irrwitzige Leben“ von Hasso Grabner, der am 21. Oktober dieses Jahres 110 Jahre alt geworden wäre. Dieses Buch wollte dazu beitragen, den nach seinem Tode 1976 mehr oder weniger in Vergessenheit geratenen antifaschistischen Widerstandskämpfer, DDR-Wirtschafsfunktionär und Schriftsteller wieder einem breiten Publikum bekanntzumachen. Demselben Ziel widmet sich auch EDITION digital, wo seit dem Frühjahr alle seine Bücher als E-Books verfügbar sind. Zu den wichtigsten Themen von Hasso Grabner gehörte der Kampf gegen den Nationalsozialismus wie in seinen Romanen „Die Zelle“ aus dem Jahre 1968 und „Kopfsteinpflaster“ aus dem Jahre 1973. Sein erstes, 1958 veröffentlichtes Buch war der Gedichtband „Der Takt liegt auf dem linken Fuß“, in dem der überzeugte Kommunist voller Pathos und Eifer den beginnenden Aufbau des Sozialismus preist. Als sein letztes Buch war 1975 der Roman „VEB Arche Noah“ erschienen, in dem es vor dem Hintergrund der Maxhütte Unterwellenborn sowohl um den schwierigen Aufbau der sozialistischen Industrie in der frühen DDR als auch um die Liebe und um einen Seitensprung eines verheirateten Werkleiters geht – damals ein scheinbar unverzeihliches Vergehen. Ebenfalls um die Maxhütte und die große Jugendaktion „Max braucht Wasser“ geht es in „Anka und der große Bär“ (1969). Und auch hier spielt eine nicht ganz einfache Beziehung zwischen zwei Menschen eine Rolle – zwischen „Bär“, dem Schmelzerbrigadier, und Anka, der ebenso hübschen wie schlagfertigen Studentin. Alle Titel sind unter edition-digital.de sowie im Online-Buchhandel zu haben.

Hasso Grabner wurde am 21. Oktober 1911in einer Arbeiterfamilie in Leipzig geboren, besuchte die Mittelschule und absolvierte eine Lehre als Buchhändler. 1929 wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD) und 1930 Mitglied der KPD. 1934 wurde er wegen der Teilnahme am antifaschistischen Widerstandskampf verhaftet und blieb bis 1938 im Zuchthaus Waldheim, danach bis 1940 im KZ Buchenwald. 1942 wurde er in das Strafbataillon 999 gesteckt, war unter anderem auf Korfu stationiert und arbeitete als Funker in Karousades. Dort half er griechischen Partisanen und warnte die Juden vor der Deportation. Er konnte der Erschießung entgehen, setzte sich in Sarajevo von der Truppe ab und kehrte über Österreich nach Leipzig zurück. Dort beteiligte er sich am Aufbau der Jugendausschüsse und der FDJ und wurde 1946 SED-Mitglied. Danach übernahm er wechselnde Tätigkeiten und Funktionen wie Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, Regierungsrat in Sachsen, Hauptdirektor der VESTA (Vereinigung Volkseigener Stahlwerke) und Leiter des Aufbaustabes des Kombinats Schwarze Pumpe. Von 1955 bis 1957 absolvierte er ein Fernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und war seit 1958 als freischaffender Schriftsteller tätig. Wegen angeblicher politisch-ideologischer Unzuverlässigkeit wurde er mehrfach mit Parteistrafen belegt, seit 1961 durch die Stasi überwacht und erhielt nach dem 11. Plenum 1965 ein vorübergehendes Berufsverbot. Grabner, der in zweiter Ehe mit der Schriftstellerin Sigrid Grabner verheiratet war, starb am 3. April 1976 in Werder.
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