Eine Geschichte über Geschichten über Bilder, Mühlen-Kunde und die Diktatur des Proletariats – Fünf E-Books von Freitag bis Freitag zum Sonderpreis

4 preisgesenkte E-Books (lifePR) ( Pinnow, )
Es gibt Bilder. Es gibt Geschichten. Es gibt Geschichten über Bilder. Und es gibt sogar eine Geschichte über Geschichten über Bilder, auch wenn die Johannes Helm gar nicht erzählen wollte. Er hat es aber trotzdem getan. Mehr dazu findet sich gleich zu Beginn des ersten der insgesamt fünf Angebote, die wie immer eine Woche lang zum Sonderpreis im E-Book-Shop www.edition-digital.de (Freitag, 24.1.20 – Freitag, 31.1. 20) zu haben sind. „Malgründe“ lautet der Titel des faszinierenden Bandes mit Bildern und Geschichten von Johannes Helm – darunter eben auch jene Geschichte über Geschichten über Bilder.

In „Die Mühle vom Rothen Strumpf“ präsentiert Jürgen Borchert auf gewohnt vergnüglich-informative Weise die Ergebnisse seiner Nachforschungen über ein Handwerk.

Als eine gleichzeitige Erinnerung an Vergangenheit und Zukunft könnte man „Ein Buch vom Kommunismus“ von Hans Bentzien bezeichnen.

Wie heitert man kleinere und größere Kinder im Krankenhaus auf? Viele praktische Vorschläge dafür liefert Rita Danyliuk in „Das fröhliche Krankenzimmer. Lustige Spielideen für Kinder“.

Und damit sind wir wieder beim aktuellen Beitrag der Rubrik Fridays for Future angelangt. Jede Woche wird an dieser Stelle jeweils ein Buch vorgestellt, das im weitesten Sinne mit den Themen Klima, Umwelt und Frieden zu tun hat – also mit den ganz großen Themen der Erde und dieser Zeit. Und da hat die Literatur schon immer ein gewichtiges Wort mitzureden und heute erst recht. In dem Buch, das wir heute vorstellen, erklärt sich ein gern verschwiegenes Geheimnis, warum eigentlich Kriege geführt werden. Nicht immer, aber oft genug hat es mit in den umkämpften Regionen vorhandenen Bodenschätzen zu tun. Und das ist auch heute nicht anders, wie beispielsweise die jüngsten politischen und militärischen Auseinandersetzungen in Nahost beweisen. „Ressourcenkonflikte“ lautet der Fachbegriff dafür. Und leider dürften diese Ressourcenkonflikte in der Zukunft noch zunehmen – schließlich geht es dabei um den Kampf um äußerst wertvolle Schätze …

Erstmals 1984 erschien im Verlag Neues Leben Berlin als Band 194 der Reihe „Spannend erzählt“ der Roman „Labyrinth im Kaoko-Veld“ von Dietmar Beetz: Doktor Konrad Grimm, Historiker und Ethnologe, tritt seine Reise nach Namibia mit gemischten Gefühlen an. Natürlich freut er sich auf das Wiedersehn mit Land und Leuten, und wenn es sich bewahrheitet, dass es in den Felsmassiven des Kaoko-Velds Zeugnisse moderner Buschmannskunst gibt, wird diese Exkursion auch ein wissenschaftlicher Erfolg. Andererseits ist Grimm ausgerüstet wie ein Geheimagent. Seine Geldgeber verlangen nämlich, dass er Proben eines bestimmtes Minerals außer Landes schmuggelt. Das bedrückt und verunsichert ihn, und es macht ihn misstrauisch. Gibt die attraktive Lu seinem Werben nach, weil sie ihn mag, oder will sie ihm nachspionieren? Und van Draken, der angebliche Reporter! Warum hängt er sich an Grimm? Auch der Herero Jesaya und der Buschmann Kungóro, Fahrer und Führer Grimms, benehmen sich eigenartig. Es wird eine Fahrt voller Gefahren, weil jeder sein besonderes Ziel verfolgt und weil sie in einen Krieg führt. Im folgenden Textabschnitt vom Anfang des zweiten Kapitels ist sich Dr. Grimm nicht ganz sicher, ob trotz höchster Vorsicht alles gut geht:

„Bei der Passkontrolle stellte man die erste Weiche: die Einzelreisenden nach links, die Masse der Passagiere, jene Safarigesellschaft, nach rechts.

Apartheid mal anders, dachte Grimm, der in der kurzen Reihe vor dem linken Durchlass stand. Oder auch Apartheid in alter Form: hier die schwarzen, dort die weißen Schafe.

Grimm sah Lu in der Schlange weiterrücken. Die beiden Bayern kümmerten sich um ihre Koffer. Grimm sah es nicht ohne Neid.

Dann verschwand Lu in einer der Schleusen von Zoll- und Einreisebehörde, und schließlich war auch Grimm an der Reihe. Er nahm den Koffer, packte die Tasche... Locker, locker! Selbst wenn sie dich ausziehen bis auf die Haut und in Einzelteile zerlegen - was Verdächtiges finden sie nicht.

Den Burschen vor Grimm, einen Bärtigen mit schulterlangen, gekräuselten Zotteln, hatte man offenbar einer Leibesvisitation unterzogen; wahrscheinlich dauerte die Prozedur in einer der Kabinen, an denen Grimm vorbeikam, sogar noch an. Umso besser vielleicht, als nächster vor den Herren der Behörde zu erscheinen.

Grimm kannte die Methoden der hiesigen Beamten; er hatte sie an Ort und Stelle studiert: Vor sechs Jahren, bei seiner ersten Einreise, war er, damals noch langhaarig und aus Prinzip stets ungekämmt, hinter einen der Vorhänge gebeten worden.

Heute stach er keinem der Wächter auf den ersten Blick ins Auge, und er hatte vorgesorgt, dass auch die gewissenhafteste Kontrolle nichts Verborgenes zutage förderte. Sie vermochte nichts ans Licht zu bringen, weil nichts versteckt worden war und alles, was unbemerkt bleiben musste, frei zugänglich mitgeführt wurde. Dieser Trick konnte natürlich nur gelingen, wenn man die Sachen für das nahm, was sie dem Anschein nach waren. Falls sich unter den Beamten einer befand, der einen Tipp erhalten hatte oder bloß über ungewöhnliches Wissen verfügte...

Ach was! sagte sich Grimm. Die ahnen nichts; die haben keinen Schimmer.

Es waren zwei Uniformierte, zwei glattrasierte Weiße, die ihn in einem taghell erleuchteten Raum, einer Art Durchgangshalle, erwarteten. Der eine bat, den Koffer zu öffnen; der andere ließ sich Zoll- und Einreiseerklärung geben. Grimm drückte die Schlösser auf, klappte den Deckel hoch, trat zurück.

Die Tasche hatte er abgestellt.

Die Griffe und Blicke der Beamten waren bedächtig. Während der eine Wäsche, Bücher, Geländemontur inspizierte, Kofferwände und Boden betastete, studierte der andere die Angaben auf dem einen Schein und nahm sich Grimms zweite Erklärung vor.

Sein Kollege schlug den Deckel zu, versah ihn mit einem Kreideschnörkel und deutete auf die Tasche. „Please! - Bitte!“

Als Grimm sie auf das hüfthohe Podest stellte, ging schräg hinter ihm eine Tür; als er den Verschluss geöffnet hatte und sich umsah, war der andere Beamte verschwunden.

„Bitte auspacken!“

Grimm kam gelassen der Aufforderung nach. Dabei jagten sich - Trick hin, Trick her - in seinem Hirn die Fragen. Wie pedantisch wollte der Kerl denn kontrollieren? Verbarg sich hinter der korrekten Visage bereits ein Verdacht? Was würde stutzig machen, und worauf war der andere gestoßen?

Auf dem Podium erschienen der Fotoapparat und die Schachtel mit den Filmen, die Objektive, das Reisenecessaire, der Brustbeutel mit den Travellerschecks und dem Ausweis... Auch die Blechbüchse mit den Medikamenten, die Schraubbehälter mit dem Injektionsbesteck und dem Hohlraum unter dem Einsatz, die Mappe mit den Farbfotos und der präparierten Skizze, in kunstvoller Unordnung zwischen belanglosen Papieren und Bildern, kamen zum Vorschein. Zum Schluss rollten drei Äpfel heraus; einer war angebissen.

„Doktor Grimm?“

Neben dem Beamten stand ein dritter Uniformierter, offenbar dessen Vorgesetzter. Er stellte sich als „Commissioner“ vor, nannte einen kapholländischen Namen, gab Grimm die Hand und bat ihn jovial in sein Büro.

„Stimmt was nicht?“, erkundigte sich Grimm.

„Eine Formalität“, sagte der Commissioner.

Bevor er zur Tür ging, überflog er die Sachen auf dem Podest und nickte. Der Beamte hatte die Medikamente, die Mappe und das Filmmaterial beiseite gelegt.

„Was geschieht damit?“, fragte Grimm.

„Wir nehmen es ein wenig unter die Lupe.“ Der Commissioner lächelte. „Wenn es okay ist, erhalten Sie es zurück.“

„Ich bin in Eile.“

„Sorry, Doktor.“ Er hielt die Tür auf. „Ein Weilchen müssen Sie sich leider gedulden.“

Der Raum, den sie betraten, war kühl. Unter einem der vergitterten Fenster summte eine Klimaanlage. Draußen, wo hell die Sonne schien, fuhren gerade Busse vor, und jemand forderte mit Lautsprecherstimme die Reisenden nach Windhoek zum Einsteigen auf.

Mist! dachte Grimm, während er sich setzte. Ihm gegenüber nahm ächzend der Commissioner Platz. Zwischen ihnen lag auf dem Schreibtisch die Einreiseerklärung.

„Sie geben hier“, begann der Commissioner, „als Reiseziel das Kaoko-VeId an. Würden Sie das bitte ein wenig präzisieren. Immerhin nimmt das Kaoko-Veld den ganzen Nordwesten unseres Territoriums ein.“

„Mich interessiert das Steilrandgebirge, die Region nordwestlich von Ohopoho“, sagte Grimm, und er verschwieg, dass sein Interesse dort eigentlich erst begann.“ Und damit zur ausführlicheren Vorstellung der anderen Angebote dieses Newsletters.

Erstmals 1978 erschien im Aufbau-Verlag Berlin und Weimar das Buch „Malgründe“ von Johannes Helm. In ihrem Vorwort schreibt Helga Schubert: Wenn ein erwachsener Mann, mit siebzehn Jahren Soldat gewesen, bis zum Zwanzigsten Kriegsgefangener, dann ABF- und Psychologiestudent, Assistent an der Uni, Dozent für psychologische Therapie, drei große Kinder, den sogenannten Platz im Leben gefunden haben könnte, den gewundenen Weg hinter sich, den geraden Weg vor sich, wenn dieser Mann mit vierundvierzig Jahren zu Weihnachten seiner Freundin sein erstes kleines Ölbild malt, ein Nachtbild, einen Park am Fluss, eine einsame Spaziergängerin, fast nicht von dieser Welt, im Fluss ein Kahn mit Leuten und Lampions, wenn er es malt mit den fast vertrockneten Farben aus den Tuben des bewunderten alten Malers, der noch nicht lange tot ist, wenn er nach diesem Bild weiter malt, nun mit eigenen Farben, nicht mehr auf Pappe, sondern auf Leinwand, auf Holz, wenn er abends und am Sonntag und im Urlaub an seinen Tisch geht, seine Brille aufsetzt, Terpentin in eine kleine Porzellanschüssel gießt, der Malgeruch sich im Zimmer ausbreitet, wenn er seine Kindheitslandschaft malt, ruhige Bilder, zwischen seinen Vorlesungen und den Nachrichten von Plänen und Staatsbesuchen und Unglücksfällen, wenn er immer wieder zu malen aufhört und als richtig erwachsener Mann arbeitet, dann wieder leise malt, wenn er, inzwischen fünfzig, auch anfängt zu schreiben, ebenso stille, nachdenkliche Geschichten über seine Malgründe, dann entsteht ein Buch, das uns Hoffnung macht: Eigentlich könnte jeder von uns täglich neu anfangen. Und hier der erste Text des Buches, den Johannes Helm zu seinem 1974 entstandenen Bild „Späte Ankunft“ verfasste:

„Aus den Bildern möchte ich gern ein Buch machen, ein paar Gedanken dazu hätte ich schon. Man berät ein wenig und gibt grünes Licht. Aber wofür? Wir machen keine Bücher zum Ansehen, wir machen sie zum Lesen. Also brauchen wir mehr Texte, vielleicht drei Dutzend Geschichten. So liegen die Dinge; worauf lasse ich mich ein?

Geschichten sind etwas anderes als Bilder, obwohl Bilder Geschichten erzählen können und Geschichten manchmal so sinnlich wie Bilder wirken. Doch die geringere Anschaulichkeit der Sprache bringt Vor- und Nachteile mit sich. Vorteile, weil sie hinter das Bild und über den Rahmen hinausgehen kann. Nachteile, weil sie nicht so leibhaftig und unmittelbar in uns dringt wie ein Bild, Zeichen ist. Aber gemeinsam bleibt ihnen manches: Sie erweitern unsere Erfahrungen, sie machen uns Bekanntes neu und uns mit uns selbst bekannter.

Nun soll ich aber über Bilder erzählen oder über das Malen und Ansehen von Bildern. Das ist fast so, als wenn man Geschichten schreibt übers Geschichtenschreiben. Mit Bildern Geschichten illustrieren, das kennen wir alle. Aber mit Geschichten den Sinn für Bilder schärfen? Was haben wir da für Möglichkeiten?

Es gibt Fotovermerke. Jemand lässt sich durch eine Fotografie anregen, spinnt den Faden weiter, deutet aus und fabuliert drauflos. Er macht im Nachhinein das Foto zur Illustration seiner Geschichte.

In unseren Kunstbänden werden die Bilder historisch, ökonomisch, gesellschaftlich und stilgeschichtlich analysiert, Anliegen und Absichten herausgearbeitet, Mittel, Techniken und Werkzeuge beschrieben - es wird Wissenschaft betrieben. Das wäre ein unangemessenes Ziel, besonders bei den eigenen Bildern. Aber ein bisschen über Absichten und Mittel erzählen, dem Bild etwas hinzufügen, das ginge schon.

In manchen Kunstdrucksammlungen erhalten die Bilder ausdeutelnde Kommentare. Sie sollen erklären oder, besser, übersetzen, was zu sehen ist. Man möchte uns den Inhalt auslegen, aber es ist eher ein Hineinlegen. Und die Hereingelegten sind wir. Da wird zum Beispiel gesagt, ein Porträt sei mit innerer Ruhe erfüllt, die uns zugleich ein schweres und arbeitsames Leben andeute, und darauf weise auch der vom Maler gewählte graurote Hintergrund. Sternen- und Traumdeuter.

Andere verfassen Beschreibungen zu Bildern. Da wird nicht gerätselt, sondern einfach abgeschildert, fast so, als wären wir alle blind, könnten unseren eigenen Augen weniger trauen als fremden. Da wird berichtet, dass eine rote Sonne rot ist und eine gelbe Sonnenblume wie eine gelbe Sonnenblume aussieht und dass ein Pferd vor einem Wagen den Wagen zieht. Eigenartig, manche meinen, sie brauchen das zum richtigen Sehen.

Es gibt auch Texte, die sind wie Scheibenwischer für unsere Augen. Sie machen uns auf Bedeutungen aufmerksam, auch auf solche, die wir übersehen haben, oder sie bringen ein Bild in einen einsichtigen neuen Zusammenhang. Das schärft und erweitert den Blick, wir loten ein Bild besser aus. Sehen mehr, weil wir mehr verstehen. Von dieser Art zum Beispiel ist Gerhard Wolfs Buch „Wie ein Leben gemalt wird“: Er bringt uns die Bilder von Albert Ebert nahe, weil er vom Leben des Malers erzählt, von seinen Ansichten und davon, wie er seine Bilder malt.

Vielleicht gibt es noch mehr Varianten, Geschichten zu schreiben, die nicht für sich selbst stehen, sondern zum Bild passen, es ergänzen, sichtbarer machen. Ich möchte mich nicht festlegen, hier deuten, dort beschreiben, die Anliegen und Anlässe nicht ganz beiseitelassen, auch die Technik nicht und nicht den Rahmen und das Bilderbetrachten und die Betrachter und bestimmt nicht das Malen mit seinen abenteuerlichen Erfahrungen.

Auf keinen Fall aber schreibe ich noch einmal eine Geschichte über Geschichten über Bilder, wie diese hier.“

Erstmals 1985 veröffentlichte Jürgen Borchert im Verlag der Nation Berlin „Die Mühle vom Rothen Strumpf“: „Nachforschungen über ein Handwerk“ – so hat der Schriftsteller und Feuilletonist Jürgen Borchert sein Buch „Die Mühle vom Rothen Strumpf“ im Untertitel etwas trocken oder gar langweilig genannt. Was sind schon Nachforschungen? Dabei sind es sehr lebendige und lesenswerte Nachforschungen geworden, die auch mehr als 30 Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches noch wert sind, zur Hand genommen zu werden. Zumal sie auch viel über die Zeit mitteilen, zu der es geschrieben wurde, und ganz nebenbei auch über das Land, in dem es geschrieben wurde, und nicht zuletzt eine Menge über das Handwerk, dem die Nachforschungen von Jürgen Borchert galten. Und Jürgen Borchert versteht es wie immer zu plaudern und seine Leser an seinen Nachforschungen teilhaben zu lassen - weder trocken noch langweilig. Der Stein des Anstoßes oder besser formuliert der Brief des Anstoßes war, so berichtet es der Autor, das Schreiben eines Verlagslektors, der um Mitarbeit an einem Band mit Porträts gebeten hatte. Und sein Part sollte ein Porträt über Fritz Döscher aus Dabel und dessen technisches Denkmal „Holländerwindmühle Dabel“ sein – sein produzierendes technisches Denkmal, wie unbedingt hinzuzufügen ist. Und natürlich sollte in dem Porträt auch etwas über die Geschichte der Müllerfamilie und der Mühle drinstehen. Und ob solches in dem im besten Sinne des Wortes belehrenden und zugleich sehr unterhaltsamen Buch von Jürgen Borchert zu finden ist! Jede Menge hat der Schriftsteller, der zugibt, anfangs kaum mehr als das bekannte Lied „Das Wandern ist des Müller Lust“ gekannt zu haben, zusammengetragen. Das beginnt mit dem Gründungsjahr der Dabeler Mühle und Statistiken über die gewaltige Zahl der Windmühlen im Deutschen Reich 1895 und der ebenfalls nicht minder großen Zahl von Menschen mit dem Familiennamen Müller in allerlei Schreibweisen. Weiter geht es mit der rein äußerlich-technischen Beschreibung einer Windmühle und ihrer fast greifbaren poetischen Ausstrahlung. Und Borcherts vergnügliches Buch bringt viele penibel recherchierte Fakten über Mühlen, Mühlenbaukunst und das Müllerhandwerk. Ganz nebenbei erfährt man allerhand Wissenswertes über Mecklenburg und seine Geschichte sowie über die Nützlichkeit einer gut sortierten Bibliothek. Selbstverständlich fehlt auch das anfangs gewünschte Porträt von Fritz Döscher nicht. Borchert hatte den Eindruck eines gelassenen, etwas philosophisch veranlagten Mannes. Und der Müller sieht auch aus wie ein Müller. Und kämpfte zu DDR-Zeiten engagiert um den Erhalt seines produzierenden technischen Denkmals. Übrigens: Die Bedeutung des Namens „Rother Strumpf“ – mit h im Namen Roth -, die konnte auch Jürgen Borchert bei seinem Nachforschungen nicht abschließend klären. Lesenswert. Glück zu! Und hier ein Ausschnitt, der zeigt, wie genau und stets gut organisiert Jürgen Borchert, der kein Autofahrer war, seine Nachforschungen betrieb:

„Die Fahrt nach Dabel beginnt nach Vorausplanung mit Hilfe von Landkarten, Staatskalendern und Fahrplänen auf dem Bahnhofsvorplatz von Schwerin, einem ziemlich belebten Ort, der zwischen Reichsbahn und Kraftverkehr, Straßenbahn und Taxi einen quirligen Wechselbetrieb aufweist. Mitten auf dem Platz steht der schaurig-schöne Brunnen „Rettung aus Seenoth“ von Hugo Berwald. Erzen abgebildete Menschenfiguren werden mittels vierer Wasser speiender Seehunde in stetiger Feuchtigkeit gehalten. Eine Frau Mühlenbruch hat ihn 1910 gestiftet. Die Geschichte des Brunnens und seiner verschiedenen Schicksale wollen wir beiseitelassen, nur der Name der Stifterin erinnert uns sinnfällig an unser Ziel.

18 362 Windmühlen (also die Wassermühlen noch gar nicht gerechnet) gab es, einschlägigen Statistiken zufolge, im Deutschen Reich 1895. Diese riesige Zahl macht die unglaubliche Menge von Familiennamen verständlich, in denen auf alle nur denkbare Weise auf Mühlen hingedeutet wird: Müller, Möller, Miller, Mülllerchen, Mühlenbruch, Mühlenhaupt, Mühlen- oder Mühlbach, Mühlberg; Ober-, Unter-, Hintermüller, Neu- und Altmüller, Groß- und Kleinmüller, Bart-, Eisen-, Forstmüller, Hagen-, Gans- und Glücksmüller, Weiß- und Schwarzmüller, Mühlhagen, Mühlhase, Mühlenmeier, Meiermüller, Buschmühl, Buschmüller, Grundmüller, Bergmühl, Bergmüller; die zahllosen Zusammensetzungen mit Mehl- oder -mehl, zum Beispiel Mehlhose, noch gar nicht mitgezählt! Frau Mühlenbruch wird sich kaum Gedanken gemacht haben, woher ihr Gatte seinen schönen Namen hatte; der Herr war Ministerialrat und ziemlich reich und hätte sich wohl entschieden dagegen verwahrt, als Nachfahr irgendeines Müllers zu gelten.

Wie viele Müllers stehen in den langen Warteschlangen vor den Halteplätzen der Überlandbusse, die nach fast allen Punkten Mecklenburgs von hier aus starten, nach Güstrow und Plau, nach Hagenow und Boizenburg? Wie viele Müllers quellen stündlich aus der Schalterhalle des etwas monströs geratenen Bahnhofsgebäudes? Wie viele besteigen täglich hier die Linie 1 der Straßenbahn, den gelben Rumpelkasten, um ihren Fahrscheinschnipsel in den klappernden Entwerter zu stecken? Der Himmel mag’s wissen.

Die Schlange, in die ich mich einzureihen habe, ringelt sich um den Halteplatz 6, von wo aus die Schlenkis nach Güstrow und Sternberg abfahren. Ich habe niemals, sooft ich nach Dabel fuhr, das Glück gehabt, einen leeren Bus vorzufinden. Hier ist immer Gedränge; ein buntes Gewimmel von Reisenden, alltägliches Gequirle. Man steht brav in der Reihe, eskortiert von dem vielfältigen Reisegepäck, wozu die vorschriftsmäßige „zweihenklige schwarze Tasche“ des Soldaten ebenso gehört wie der frisch gekaufte Gummibaum von Frau Peters aus Brüel (etwas pikiert wird sie feststellen, dass auch das Brüeler Blumengeschäft just an diesem Tage Gummibäume „reinbekommen“ hat); an einem cordbekleideten Männerbein lehnt eine abgeschabte Aktentasche, die ihren Besitzer seit Olims Zeiten zur Arbeit begleitet, und eine dicke Dame hat, mitten im Sommer, ein paar nagelneue Kinderski erworben. Was wird dazu der Fahrer sagen? Und was wird er sagen zu dem schon jetzt angstvoll fiependen Hündchen, dem man einen Maulkorb umgebunden hat, der größer ist als das ganze Hundevieh? Kommt Zeit, kommt Rat - erst mal muss der Bus kommen. Der kommt auch, gerade rechtzeitig vor der Abfahrt, der joviale Steuermann achtet weder des Hündchens noch der Ski, was die dicke Dame aufseufzend-dankbar registriert. Er reißt automatisch die ihm hingehaltenen Fahrscheine ein und erzählt genüsslich und lauthals seinem Kollegen, der draußen vor dem Fahrerfenster steht, die Geschichte von heute früh, von der Frau, die ewig und immer von Sternberg nach Brüel karriole und immer mit'm großen Schein, dabei kostet's man eben sechzig Pfennige, das muss die doch wissen, die Ollsch, kann die sich kein Kleingeld einstecken, aber heute, heute habe er ihrs heimgezahlt, mit ’nem Roten sei die angekommen, stell dir das vor, Paul, fuffzig Mark, und das in Sternberg, morgens um sechse, ob sie's denn nicht kleiner hätte, habe er gesagt, und sie, patzig wie immer: Das sei doch wohl auch Geld, die fuffzig Mark, oder nicht? Und nu pass ma' auf, Paul, sagt der Fahrer und schließt schon die Zischtüren, weil alle drin sind und die Zeit eigentlich schon überschritten, also, Paul, was ich dir sage, da habe er ihr alles in kleinstem Kleingeld rausgegeben, alles in Märkern und Fuffzigern und Groschen, alles schön aufgestapelt, das habe die Ollsch gar nicht in ihr Portjuchhee gekriegt, die habe vielleicht geschnauft, ob das denn sein müsse, was solle sie denn mit dem ganzen Kleinzeug, eine Unverschämtheit sei das! Und nun legt er den Gang ein und teilt schnell noch die Pointe mit, auf die Paul schon lauert. Weißte, Paul, was ich da gesagt hab? Also, hab ich gesagt, das ist doch wohl auch Geld, oder nicht?

Der draußen lacht, die Fahrgäste lachen ebenfalls, manche laut (sie haben immer Kleingeld in der Tasche und sind also moralisch gerechtfertigt, die Geschichte zu belachen), und manche leise, man kann sich denken, warum. Auf geht's nach Sternberg.“

Erstmals 1976 erschien im Kinderbuchverlag Berlin „Ein Buch vom Kommunismus“ von Hans Bentzien: Das erste Kapitel des 1976 erschienen Buches, das der Autor in den Beginn des 21. Jahrhunderts gelegt hat, erscheint wie ein utopischer Roman, denn wir alle haben diese Zeit anders erlebt. Der „real existierende Sozialismus“ in der DDR, in der nicht mehr existierenden Sowjetunion und in den anderen östlichen Ländern wurde wieder vom Kapitalismus verdrängt. Warum wurde also dieses Buch erneut veröffentlicht? Weil es der Mitte 2015 verstorbene Autor für bewahrenswert hielt? Weil es noch, wenn auch wenig, Mitglieder kommunistischer Parteien gibt? Weil nach wie vor das sozialistische Kuba existiert, das sich anschickt, sich aus der erzwungenen Isolierung zu lösen? Das Buch beschreibt fundiert, jeweils eingebettet in die Geschichte seiner Zeit, den Weg von den utopischen Sozialisten über die Anfänge der sozialdemokratischen Bewegung bis hin zur Oktoberrevolution und der Entwicklung in der DDR. Insbesondere der euphorischen Beschreibung des DDR-Sozialismus wird der heutige Leser nicht mehr zustimmen wollen. Doch bei der Beschreibung des Kapitalismus im 19. und 20. Jahrhundert, einschließlich Arbeitslosigkeit und dem Drang nach neuen Absatzmärkten und Rohstoffquellen, der dabei auch vor Kriegen nicht zurückschreckt, wird er Vergleiche zur aktuellen Situation in Deutschland herstellen. Es ist sicher auch interessant, die revolutionären Wurzeln der deutschen Sozialdemokratie zu studieren. Wer sich ohne Vorurteile kritisch diesem Thema stellt, für den ist dieses Buch eine Fundgrube. Das Buch wurde ursprünglich für Kinder ab 12 Jahre geschrieben und beschreibt deshalb die geschichtlichen Epochen knapp und präzise als Ergänzung zum Schulunterricht. Wer eine DDR-Schule besucht hat, erinnert sich an vieles und kann es nun mit seinem heutigen Wissens- und Erfahrungsstand einordnen. Das Wissen um die Entstehung der Theorie des Kommunismus darf nicht verschwiegen werden. Nach wie vor träumt die Menschheit von einer Welt des Friedens, der Arbeit, der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit, frei von Ausbeutung und Unterdrückung, in der jeder seine Fähigkeiten und Talente voll entfalten kann. Hier ein aufschlussreicher Ausschnitt, in dem Hans Bentzien Grundsätzliches klärt:

Im Klassenkampf geht’s um die Macht

Es gibt immer noch Menschen, die schrecken bei dem Begriff „Diktatur des Proletariats“ zusammen und halten ihn für eine böse Erfindung der Kommunisten. Die Diktatur des Proletariats ist ein Ergebnis des Klassenkampfes, der die Geschichte vorantreibt, bis sich die Widersprüche einer Gesellschaftsordnung auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung so zusammenballen, dass ihre Losung nur durch eine gewaltsame Explosion möglich ist. Wenn in einem Kessel der Druck die zulässigen Werte überschreitet, reißt die Kesselwand, und der Dampf kann heraustreten. Die normalen Druckverhältnisse sind somit wiederhergestellt. In der menschlichen Gesellschaft geht es komplizierter zu. Wenn die herrschende Klasse keinen Ausweg mehr weiß, weil sie so nicht mehr weiterregieren kann, und die unterdrückte Klasse so wie bisher nicht mehr weiterleben will und entschlossen ist, ihre gesellschaftliche Lage gewaltsam zu verändern, entsteht eine revolutionäre Situation.

Der Kampf geht um die politische Macht, also um die Frage, welche Klasse die ökonomische und politische Herrschaft übernimmt, oder ob die bisher herrschende Klasse ihre alte Herrschaft aufrechterhalten kann.

Um die Diktatur der Bourgeoisie über die Arbeiterklasse zu beseitigen, muss die Diktatur der Arbeiterklasse über die Bourgeoisie errichtet werden.

Der Klassenkampf geht um die Macht, und das Instrument der Macht ist der Staat. Für einen politisch uninteressierten Menschen, die es ja leider gibt, sieht er ganz harmlos aus. Man muss auf das Rathaus, eine Steuerangelegenheit ist zu erledigen. Im Streit um ein Stück Land oder eine Erbschaftsangelegenheit geht man zum Gericht, um feststellen zu lassen, wem es gehört. Der Polizist achtet auf Ordnung in der Öffentlichkeit und mahnt die Ruhestörer, wenn sie nachts die schlafenden Bürger schrecken. Im Alltag eines Landes mag es manchmal so harmlos aussehen, aber wenn die Situation ernster wird, dann zeigt sich, was für ein Staat das ist, wessen Interessen er vertritt.

Wenn in Heidelberg die aufgebrachten Bürger demonstrieren, weil die Preise für die Straßenbahn wieder einmal teurer geworden sind, dann wird aus dem harmlosen Schutzmann ein Kämpfer für die Interessen der herrschenden Klasse, der die Demonstranten mit Tränengas beschießt, mit Schlagstöcken gegen sie vorgeht und Verhaftungen vornimmt. Der Richter, der stundenlang einen Erbprozess untersuchte, verurteilt in ein paar Minuten die Organisatoren der Demonstration und bedroht sie mit Gefängnis oder Geldstrafen. Im Rathaus, wo man sonst Verwaltungsangelegenheiten erledigt, treten jetzt die Politiker zusammen und besprechen weitere Maßnahmen zur Unterdrückung der empörten Bevölkerung. Ganz anders verhalten sich die Vertreter des Staates in einem sozialistischen Land. Die Volkspolizei achtet auf Ordnung und Sicherheit der Bürger, aber geht nicht gegen ihre Demonstrationen vor, sondern schützt sie vor Störungen. Ihre Waffen richten sich gegen Feinde, die das friedliche Leben des Volkes bedrohen und das Volkseigentum schädigen wollen, gegen Diebe und Verbrecher. Der Richter vertritt das sozialistische Recht. Die sozialistischen Gesetze sind klar, jeder kann sie verstehen und sich nach ihnen richten. Der sozialistische Staat hat aus den Reihen der Arbeiter und Bauern neue Mitarbeiter gewonnen, die im Interesse der arbeitenden Menschen handeln. Der alte Beamtenapparat hatte den reaktionären Kräften gedient und war selbst zu einem Teil der Ausbeuterklasse geworden.

Anders die Bourgeoisie. Als sie an die Macht kam, hatte sie den alten Staatsapparat nur übernommen und ihm ihre Aufgaben gestellt. Die Beamten und anderen Diener des Staates wurden nicht entlassen, sondern schworen der neuen Klasse die Treue, war doch ihre Hauptaufgabe, die Arbeiter und Bauern im Auftrage der Bourgeoisie auszupressen, keineswegs von der früheren Aufgabe unterschiedlich. Nur die Methoden hatten sich geändert, die Klassenherrschaft blieb. Die herrschenden Klassen haben natürlich immer versucht, die Wahrheit über den Staat zu verschweigen. Der König behauptete, er sei von Gott eingesetzt und die Beamten seien seine Gehilfen und Diener. Die bürgerliche Weimarer Republik schrieb über ihr Parlament den Satz „Dem deutschen Volke“ und behauptete, alles im Interesse des Volkes zu tun und die Beamten seien nur die Diener der Bevölkerung, aber sie dienten natürlich der herrschenden Klasse, der Bourgeoisie, sie waren parteilich gegen das Volk.“

Erstmals 1991 erschien im Humboldt-Taschenbuchverlag München „Das fröhliche Krankenzimmer. Lustige Spielideen für Kinder“ von Rita Danyliuk: Langeweile muss nicht sein, auch nicht im Krankenzimmer. Ob allein, zu zweit oder mit mehreren: Unzählige Spielideen machen froh und munter! Fast 150 Spiele – Würfel-, Karten-, Domino-, Geschicklichkeits-, Denk-, Wort-, Pfänder- und Ratespiele, Basteleien, Pantomime, Schattenspiele, Quiz, Puzzle, Zaubertricks und viel mehr – hat die Autorin extra für kranke Kinder zusammengestellt. Aber auch Gesunde und Erwachsene werden viel Freude an dem Buch haben, wenn sie sich von Smartphone, Tablet und Gameboy trennen und in froher Runde auf alte und neue Beschäftigungsideen besinnen. Das Buch ist für Großeltern, Eltern, Erzieher und Kinder eine Fundgrube. Zur Einstimmung präsentiert dieser Newsletter das Vorwort sowie zwei der vielen Spielideen. Zunächst aber das Vorwort:

„Wer schon einmal ein krankes Kind gepflegt hat, weiß, dass Kinder während ihrer Krankheit ganz andere Bedürfnisse als Erwachsene haben, vorausgesetzt, sie sind nicht schwer krank.

Erwachsene wünschen sich unbedingte Ruhe, während Kinder - sobald sie fieberfrei sind - Geselligkeit lieben und sich beschäftigen wollen. Aber wie, wenn der kleine Patient noch das Bett hüten muss?

Eltern und das Pflegepersonal in Krankenhäusern sind oft überfordert und ratlos.

„Das fröhliche Krankenzimmer“ bringt Sonne in jede Krankenstube, denn mit ihm wird das Kranksein lustig.

Nicht nur die kleinen Kranken, auch die geplagten Eltern und das gestresste Pflegepersonal werden die vielen Anregungen aus diesem Buch willkommen heißen.

Die Spielanregungen für alle Altersgruppen machen dieses Buch besonders interessant; seine klare Gliederung garantiert eine leichte Handhabung. Beinahe alle Spiele können - müssen aber nicht - im Liegen gespielt werden. Auch an die Rolle des Spielleiters ist - falls nötig - gedacht; sie kann oft von älteren Kindern übernommen werden. (Drei- bis Sechsjährige, die noch nicht schreiben und lesen können, brauchen natürlich immer die Anleitung und Hilfe älterer Kinder und der Erwachsenen.)

Der kleine Patient wie auch sein Besuch werden diesen Zeitvertreib zu schätzen wissen. Das Kind wird beim Spiel seine Krankheit vergessen, und gerade dies kann zu einer schnelleren Genesung beitragen.“ Und hier wie versprochen ein Kartenspiel …

Tiergarten

Alter: 7-12 Jahre

Teilnehmer: 3-5 od. mehr

Das wird benötigt: 1 Kartenspiel. Bei mehr als 5 Teilnehmern 2 Kartenspiele.

Ziel des Spiels: So schnell wie möglich alle Karten ablegen.

Jeder Spieler entscheidet sich vor Spielbeginn für ein Tier, dessen Laute er auch nachahmen kann. Die Karten werden verteilt, Vorhand beginnt. Seine Karten liegen verdeckt in einem Päckchen auf dem Tisch. Er nimmt aus diesem Stapel die oberste Karte und legt sie offen aus. So geht es reihum weiter. Jeder Spieler legt seine oberste Karte offen auf den Tisch. Wird eine Karte aufgedeckt, die dem Wert einer bereits ausgelegten Karte entspricht, zum Beispiel Bube-Bube, 9-9, usw., so müssen die beiden Kartenbesitzer einen Laut des von ihnen gewählten Tieres von sich geben. Ist also der eine Spieler ein Pferd, der andere ein Schwein, so muss der eine wiehern und der andere grunzen. Wer als erster seinen Tierlaut von sich gibt, hat Glück. Er übergibt dem langsameren Spieler seinen bereits aufgedeckten Kartenstoß.

Also aufgepasst! Denn wer seine Karten als erster losgeworden ist, hat gewonnen.

Vor Spielbeginn kann immer neu vereinbart werden, welche die „heißen“ Karten sind, bei deren Zusammentreffen der Hahn kräht und die Katze miaut.“

… und ein Spiel, das auf die Besonnenheit und Selbstbeherrschung der Mitspieler setzt:

Der Kaufmann von Paris

Alter: 7-15 Jahre

Teilnehmer: ab 4

Ein Kind beginnt und sagt: „Ich bin der Kaufmann von Paris mit wunderschönen Sachen. Sage niemals Ja, sage niemals Nein, verkneife dir auch das Lachen.“

Jedes Kind, das den Kaufmann von Paris darstellt, muss diese Vorrede halten. Dann fährt der Kaufmann fort, beliebige, möglichst seltene, verrückte Dinge oder auch ausgesprochene Leckerspeisen anzubieten. Er versucht außerdem, die Anwesenden zum Lachen zu bringen.

Für die übrigen Teilnehmer ist es jedoch nicht erlaubt, mit Ja oder Nein zu antworten. Auch Lachen ist verboten. Wer dies vergisst, gibt ein Pfand.

Beispiel:

„Antonia, für dich habe ich vom Konditor gegenüber eine Käsesahne mitgebracht. Die darfst du doch essen, oder?“

Wie könnte Antonia einer Käsesahne widerstehen! Sie öffnet den Mund zum Jasagen, erinnert sich aber im letzten Moment daran, dass es ein Spiel ist und sagt hastig das Gegenteil, nämlich „Nein“. Aber auch dafür ist ein Pfand fällig. Jacob neben ihr lacht schadenfroh - schade! Auch er gibt ein Pfand.

Entsprechend eurem Alter, euren Hobbys und Wünschen könnt ihr dieses Spiel variieren. Und - wetten: Jeder fällt einmal herein und muss ein Pfand hergeben!“

Und damit ist vorgesorgt, falls Kinder, Enkel oder sogar Urenkel einige Zeit im Krankenhaus verbringen müssen. Hoffen wir jedoch, dass es nicht dazu kommt und dass auch das noch recht junge neue Jahr nicht nur ein glückliches, sondern vor allem ein gesundes neues Jahr sein möge – für alle großen und kleinen Leute.

Ansonsten viel Spaß beim Lesen, einen schönen Rest vom Januar und bis demnächst.
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