Der Teufel als Eichhörnchen, der Zauber von Westberlin und die Angst in der Dunkelkammer – Fünf E-Books von Freitag bis Freitag zum Sonderpreis

4 preisgesenkte E-Books (lifePR) ( Pinnow, )
Herzlich willkommen im neuen Jahr und zum ersten Newsletter des Jahres 2020! Und der bietet insgesamt fünf Angebote, die wie immer eine Woche lang zum Sonderpreis im E-Book-Shop www.edition-digital.de (Freitag, 3.1.20 – Freitag, 10.1. 20) zu haben sind. Das Spektrum reicht diesmal von Spionage im Kalten Krieg über eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen bis zum Thema Erotik.

In „Der Glatteisagent“ erinnert sich Ulrich Hinse nicht nur an den Kalten Krieg zwischen der DDR und der damaligen Bundesrepublik, sondern klärt auch, wie ein Spion zu diesem ungewöhnlichen Namen kam. Im Übrigen erscheint am 20. Januar unter dem Titel „Black Ice Agent“ die englische Fassung dieser Spionagegeschichte, die bereits ab sofort zum ermäßigten Preis vorbestellt werden kann.

In „Dann bist du tot! Mausetot!“ von Karina Brauer hört ein neunjähriges Mädchen diese verstörenden Worte von ihrem eigenen Vater. Noch weiß sie nicht, wie ihr geschieht.

Ganz und gar ungewöhnliche Erfahrungen macht Elisabeth in dem Erotischen Kurzroman „Venus – Hotel der Sinnlichkeit“ von Erich Blum, der am 13. Januar erscheint. Das „Venus“ ist ein Wellness-Hotel, in dem der Begriff Wellness in einem sehr weiten Sinne ausgelegt wird.

Und damit sind wir wieder beim aktuellen Beitrag der Rubrik Fridays for Future angelangt. Jede Woche wird an dieser Stelle jeweils ein Buch vorgestellt, das im weitesten Sinne mit den Themen Klima, Umwelt und Frieden zu tun hat – also mit den ganz großen Themen der Erde und dieser Zeit. Und da hat die Literatur schon immer ein gewichtiges Wort mitzureden und heute erst recht. In der ersten Woche des neuen Jahres stellen wir dazu ein Buch vor, dass Lust auf eine möglichst umweltfreundliche Fortbewegungsart machen möchte, die gleich einen doppelten Nutzen bringt – für die Natur und für diejenigen, die sie betreiben.

Zum Ende des vergangenen Jahres erschien in der EDITION digital als E-Book „Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas“ von Bert Teklenborg. Grundlage für diese digitale Ausgabe war die 2002 bei der Salem Edition veröffentlichte 4., überarbeitete Auflage der gedruckten Ausgabe: Gleich Perlen auf einer Schnur reihen sich geschichtsträchtige Orte und wunderbare Landschaften wie Elsaß, Burgund, Auvergne und Gascogne in Frankreich und Navarra, Rioja, Kastilien, Léon und Galicien in Spanien. Dieser Radfernwanderweg berührt außerdem die ökumenische Gemeinschaft Taizé und das für die Jakobspilger des Mittelalters so wichtige Cluny, und führt durch das Loiretal nach Le Puy-en-Velay, seit alters her Sammelpunkt für Pilger. Hier folgt der Weg der Via Podiensis, einem der vier wichtigsten mittelalterlichen Pilgerwege in Frankreich, und erreicht bei St.Jean-Pied-de-Port die Pyrenäen, die am Ibañeta-Pass überschritten werden. Von Roncesvalles bis Santiago de Compostela folgt er dem Camino.

Anreisende aus Nord- und Westdeutschland finden einen Vorschlag für den Weg von Saarbrücken/ Sarreguemines über Epinal nach Darney; von Süddeutschland aus empfiehlt sich die Strecke von Freiburg im Breisgau nach Riquewihr. Ein kompakter Führer mit vielen Details über die Jakobspilger des Mittelalters, Hinweise auf interessante Bauwerke sowie Informationen über Land und Leute, Gasthöfe, Pilgerherbergen und Campingplätze. Hier ein Auszug aus dem Vorwort zur 4. Auflage, in dem wir von Wegbegleiter Bert Teklenborg auch etwas über die historischen Hintergründe des Jakobsweges erfahren:

Der Camino lebt durch seine Geschichte

Was war eigentlich der Anlass für die Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela, die aufgrund der unsicheren Landstraßen – soweit überhaupt vorhanden – zur damaligen Zeit ein großes Abenteuer darstellten und, wie die heute noch vorhandenen Grabsteine bezeugen, es kehrten ja doch manche von dieser Reise nicht nach Hause zurück. Es war nicht selten blanke Not, die Jakobspilger auf die Straße brachte, mit einem Bruchteil der Informationen, die in diesem Führer stehen – sie hatten oft nichts mehr zu verlieren. Wen es so hinaustreibt, der packt keine Reisekoffer, spannt keine Kutsche an, sondern schnürt sein Bündel und macht sich auf den Weg. Ob man ankommt, ist ungewiss.

Auf der Suche nach dem geschichtlichen Hintergrund stoßen wir auf die Spuren von Jakobus dem Älteren, einem Jünger Jesu Christi, den sein Auftrag, das Christentum zu predigen, auch auf die Iberische Halbinsel führte. Sein Märtyrertod nach seiner Rückkehr nach Jerusalem ist bezeugt. Die Sage erzählt, dass der Leichnam von seinen Jüngern mit dem Schiff an den letzten Ort seines Wirkens, der römischen Siedlung Iria Flavia an der atlantischen Küste Iberiens, gebracht und dort beigesetzt wurde. Das Grab geriet in Vergessenheit und erst zur Zeit Karls des Großen nach dessen Spanienfeldzug gegen die Mauren wurde es durch „wunderbare Offenbarung“ wiederentdeckt.

Tabula Peutingeria Römische Straßenkarte von Gallien

Offen blieb bis heute, ob es sich bei den in dieser Grabstätte gefundenen Gebeinen wirklich um die Reliquien des hl. Jakobus handelt. Doch daran zweifelten die Menschen des Mittelalters nicht – der Glaube gab denen Kraft, die auf seine Hilfe bei der Vertreibung der Feinde Spaniens setzten. Mit dem Schlachtruf „Santiago“ ging man nicht nur in den Kampf gegen die Mauren, sondern auch noch an die Eroberung Lateinamerikas. So kam es in den folgenden Jahrhunderten zu einer überzeugten Annahme der Jakobussage in der christlichen Welt und bereits Mitte des 12. Jahrhunderts war Compostela neben Jerusalem und Rom das herausragende Pilgerziel für Millionen Gläubige.

„Wenn der gebildete Leser in unseren Werken die Wahrheit sucht, wird er sie in diesen Blättern bedenkenlos und ohne Zögern finden …“ –, so beginnt der Text eines überlieferten Reiseführers aus dem 12. Jahrhundert, Codex Calixtinus genannt, der allen Pilgern seiner Zeit sehr anschaulich vor Augen führte, wie er sich auf den langen Weg nach Santiago de Compostela machen konnte und was ihn auf seiner Reise so alles erwartete.

Ein weiterer historischer Reisebericht ist das im Jahre 1495 erstmals erschienene Werk des Hermann Künig von Vach. In diesem Itinerar, von dem bis 1521 fünf (!) Auflagen bekannt sind, schildert er seine Wanderung auf einer oberstrass via Schweiz, Rhônetal und Languedoc hin zum camino frances in Spanien (vgl. „Auf Jakobswegen – Von Süddeutschland durch die Schweiz nach Le Puy und Arles“ im Verlag Salem Edition) sowie einer niederstrass, die nach der Rückkehr über die Pyrenäen zuerst in Atlantiknähe Richtung Bordeaux verläuft und später via Poitiers, Tours, Paris und Brüssel nach Aachen gelangt. Er nennt Wege, Entfernungen und Ortsnamen und alles, was sonst noch wichtig war: Brücken und Fähren (mit Fahrpreisen), Klöster und Hospize, gute und schlechte Pilgerherbergen. Das entspricht (im übertragenen Sinne) im Wesentlichen dem Inhalt dieses Radwanderreiseführers und Routenplaners.

Das angebotene Kartenwerk beschränkt sich auf die schematische Wiedergabe des Straßenverlaufs; es erleichtert mit Sicherheit einen neuen Einstieg in Teilstrecken, falls Sie nicht zu den Glücklichen gehören, die die gesamte Wegstrecke in einer Tour radeln können. Während der gesamten Reise finden Sie zum gegebenen Zeitpunkt Hinweise auf interessante Plätze und Bauwerke der Pilger-Hochzeit, ergänzt durch überlieferte Texte vom Ort des Geschehens, sowie Informationen über Land und Leute. Damit erfahren Sie aktuelle Reisebegleitung und geschichtliche Überlieferung in einem und können sich gut in die Rolle der mittelalterlichen Pilger versetzen. Und wem das nicht genügt: Über die meisten historischen Pilgerwege gibt es inzwischen ausführliche Schriften, aus denen Sie weitergehende und wissenschaftlich begründete Informationen entnehmen können (siehe Literaturnachweis im Anhang).

Wenn auch die Betonung dieses Buches zuerst auf Radwandern liegt, wird es doch immer wieder Gelegenheit geben, über sich selbst, Gott und die Welt nachzudenken – auf dem Weg sein, ein Stück weit zu sich selbst.“ Und zugleich soll dieser Radwanderführer eine freundliche Anregung und Aufforderung sein, sich auch auf vielen anderen Routen und vielleicht sogar im Alltag auf den (Rad)Weg zu machen. Schließlich ist das eine der umweltfreundlichsten und gesündesten menschlichen Fortbewegungsarten. Und da der Jahresanfang eine Zeit der guten Vorsätze ist …

Erstmals 2015 erschien als Eigenproduktion der EDITION digital „Der Glatteisagent - Eine Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges. Wenn Opa Raschke erzählt“ von Ulrich Hinse – und zwar sowohl als E-Book wie auch als gedruckte Ausgabe: Auf wahren Begebenheiten Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre beruht der Roman „Der Glatteisagent“. Hintergrund der deutsch-deutschen Spionagegeschichte sind für das DDR-Ministerium für Staatssicherheit wichtige Informationen über die Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen am Forschungsreaktor Karlsruhe. Die DDR fürchtete, dass die Bundesrepublik eine Atombombe bauen könnte. Und mitten drin war damals ein Mann namens Reiner Paul Fülle, der seinen Jägern vom Bundeskriminalamt allerdings im Sichtschutz einer Straßenbahn bei Glatteis entwischt. Später gelangt er auf eine höchst merkwürdige und unbequeme Weise in die DDR, in der er aber nicht für immer bleibt. Und der Leser versteht, warum der Teufel ein Eichhörnchen ist. Hier der Beginn des 6. Kapitels, als zwei BKA-Beamte auf der Suche nach einem Agenten sind und dabei mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, zunächst mit einem Parkverbot und einer energischen Dame am Empfang:

„Raschke sah auf die Uhr. Es war halb acht. Ohne ein Wort zu sagen, verstanden sich die Kriminalbeamten. Günter Beil suchte auf dem Stadtplan nach den RWE und hatte sie schon gefunden, bevor Raschke den Dienstwagen gestartet hatte. Total entspannt fuhren sie durch den starken Morgenverkehr bis zu den RWE und stellten sich direkt vor der Eingangstür des Hochhauses auf einen der für Vorstandsmitglieder reservierten Parkplätze. Der schwarze Dienstdaimler fiel neben den dort stehenden Wagen nur auf den zweiten Blick durch sein Bonner Kennzeichen auf. Zielstrebig marschierten die beiden Beamten zum Empfang, wo sie von einer stirnrunzelnden, hübschen jungen Dame empfangen wurden.

„Sie dürfen da aber nicht stehenbleiben, meine Herren“, erklärte sie ohne den Morgengruß der Besucher zu erwidern. Die beiden Beamten wiederum ignorierten den Einwand.

„Guten Morgen, junge Frau. Wir möchten zum Vorstandsvorsitzenden. Schnell und direkt.“

„Haben Sie denn einen Termin?“

„Nein, wir brauchen auch keinen Termin. Unverhofft kommt oft. Wir sind vom Bundeskriminalamt und wir sind sicher, dass uns der Vorstandsvorsitzende an allen Terminen vorbei empfängt.“

Die Dame fingerte etwas nervös am Telefon und wählte eine Nummer, die die Beamten nicht sehen konnten, obwohl sie sich unverschämt über den Tresen lehnten. Nach wenigen Sekunden schon war das Gespräch beendet. Die Dame bat sie, eine Spur zu freundlich, zum Aufzug neben dem Empfangsschalter.

„Fahren Sie bitte in den zwölften Stock. Sie werden dort erwartet.“ Raschke und Beil nickten der Dame noch einmal freundlich zu, drückten den Knopf neben dem Fahrstuhlschacht, warteten einige Sekunden, bis sich die Tür öffnete und fuhren hinauf in die heiligen Hallen des zwölften Stocks. Als sich die Tür öffnete, wurden sie von einer streng blickenden Dame etwa Mitte Vierzig empfangen. Sie trug ein gedecktes, dunkelblaues Kostüm und natürlich eine weiße Bluse. Sie hatte sich dezent geschminkt, das Haar war passend streng zu einem Knoten gebunden.

„Die Herren vom Bundeskriminalamt? Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“ Sie wartete keine Antwort ab, drehte sich um und ging durch eine Glastür auf einen Flur mit dickem Teppichbelag. Velours, richtig guter Velours, stellte Raschke fachmännisch fest. Nicht billig.

„Typische Vorstandssekretärin“, murmelte Beil, den Veloursware nicht interessierte.

„Ja, wie aus dem Bilderbuch.“ Nach wenigen Metern hatten Sie ihr Ziel erreicht. Die Sekretärin öffnete, ohne zu klopfen, eine breite Bürotür.

„Die Herren vom BKA“, meldete sie die beiden Kriminalbeamten an, ließ sie vor in das Büro und schloss hinter ihnen geräuschlos die Tür. Ein sympathischer Mann um die sechzig Jahre alt, graumeliert, natürlich im dunklen Anzug mit dezenter Krawatte, stand auf und gab den beiden Beamten die Hand.

„Einen schönen guten Morgen. Setzen wir uns an den Couchtisch, das ist nicht so förmlich, als wenn Sie vor dem Schreibtisch stehen und ich dahinter sitze. Was führt Sie denn zu mir? Ich bin wirklich neugierig, was das BKA von mir will.“

Raschke könnte sich vor Wut in den Hintern beißen. Er hätte daran denken sollen, sich darüber zu informieren, wie der Vorstandsvorsitzende heißt. Eine einfache Frage bei der Dame am Empfang hätte gereicht. So begnügte er sich damit, zunächst seinen Dienstausweis zu zücken.

„Damit Sie sehen, mit wem Sie es zu tun haben.“ Der Vorstandsvorsitzende warf einen kurzen Blick auf den Ausweis. Er interessierte ihn nicht so sehr. Günter Beil hatte seinen Ausweis gleich stecken lassen.

„Nun ja, wir sind hier, weil der Generalbundesanwalt in Karlsruhe ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen § 99 Strafgesetzbuch gegen einen Ihrer Mitarbeiter eröffnet hat. Dem Mann wird vorgeworfen, seit geraumer Zeit für den Geheimdienst einer fremden Macht, vermutlich das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, interne Informationen aus den RWE beschafft und geliefert zu haben.“

„Hupps, das ist aber überraschend. Ich kann mir gar nicht vorstellen, welche Informationen aus meinem Unternehmen für den Geheimdienst der DDR von solchem Interesse sind, dass sie hier einen Mann platziert haben. Wer ist es denn?“

Raschke schaute etwas betrüblich drein, während Günter Beil sehr intensiv seine Fingernägel betrachtete. „Da liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben nämlich nur seinen Decknamen. Wissen also nicht, wer es sein könnte. Allerdings haben wir Informationen darüber, was er in der vergangenen Zeit nach Ostberlin geliefert hat.“ Das vorher noch gezeigte Interesse an der Sache ließ bei dem Vorstandsvorsitzenden schlagartig nach.

„Na ja, dann hoffe ich, dass Sie den Mann schnell finden. Wenn Sie ihn gefunden haben, werden Sie ihn sicherlich gleich festnehmen, denke ich. Ich werde Sie mit meinem Sicherheitschef kurzschließen. Der wird Ihnen in der Angelegenheit bestens zur Seite stehen. An ihn können Sie sich jederzeit wenden. Er wird Sie mit allem, was er hat, unterstützen. Über die Ergebnisse wird er mir berichten.“ Der Vorstandvorsitzende erhob sich, ging zu seinem Schreibtisch und betätigte die Rufanlage.

„Frau Schröder, ich brauche dringend unseren Sicherheitschef. Er soll unverzüglich zu mir kommen.“ Es dauerte nur wenige Minuten, bis der Gerufene von Frau Schröder hereingebracht wurde.

„Schön, dass Sie so schnell kommen konnten. Hier habe ich zwei Beamte vom BKA, die bei uns einen DDR-Agenten suchen. Die beiden werden Sie informieren. Sie unterstützen, so gut sie können. Abschließend erstatten Sie mir Bericht. Dankeschön.“

Damit waren sie entlassen. Der Vorstandsvorsitzende ging hinter seinen Schreibtisch zurück und der Sicherheitschef nahm die beiden BKA-Beamten mit. Sie fuhren mit dem Aufzug einige Stockwerke tiefer. Im Büro des Sicherheitschefs sah es wieder so aus, wie man es in einem nüchternen Verwaltungsgebäude erwartet. Ohne Schnörkel, einfach und sachlich. Bis auf ein Bild auf dem Schreibtisch waren keine persönlichen Gegenstände zu erkennen. Die Wand zierte ein großer Kalender. Neben der Tür befand sich eine mittelgroße Flipcharttafel.

„Möchten Sie einen Kaffee?“ Raschke und Beil nickten. Der Sicherheitschef griff zum Telefon und bat eine seiner Mitarbeiterinnen Kaffee und drei Tassen vorbeizubringen.

„Ja, mit Milch und Zucker“, ergänzte er, bevor er den Hörer wieder auf die Gabel warf, „und nun zu uns. Würden Sie mir bitte erklären, was Sie hier bei uns wollen? Der Hinweis unseres Konzernchefs war da etwas dürftig. Vorab würde ich aber ganz gerne wissen, mit wem ich es zu tun habe. Mein Name ist Hartmann. Werner Hartmann.“

Die beiden BKA-Beamten legten ihm ihre Dienstausweise vor, dann leierte Raschke wieder seinen Spruch herunter, der beim Konzernchef zu einem ziemlich abrupten Abbruch des Gesprächs geführt hatte.

„Das ist ja ein Ding“, staunte Hartmann, „schon seit längerem habe ich den Vorstand damit genervt, dass wir die Sicherheitsüberprüfungen für das mittlere Management ausdehnen, intensivieren und erweitern müssen. Aber bisher bin ich da auf taube Ohren gestoßen. Und jetzt das. Das ist Wasser auf meine Mühlen. Sie können sicher sein. Von mir bekommen sie jedwede Unterstützung.“

„Sagen Sie“, wollte Raschke wissen, „wieso ist der Vorstandsvorsitzende nur mäßig daran interessiert, wenn das BKA in seinem Bereich einen Agenten festnimmt? So zumindest mein Eindruck.“

„Ach, wissen Sie, unser Chef schwebt in ganz anderen Regionen. Der denkt politisch. Die kleinen Vorgänge im Konzern interessieren ihn nur am Rande. Damit muss er sich nicht beschäftigen. Er will darüber informiert werden, klar, sich aber nicht im Detail darum kümmern. Muss er ja auch nicht. Wenn ich ihm später berichte, wer festgenommen wurde, reicht ihm das und er wird das erfahrungsgemäß nur mit dem Wort „gut“ kommentieren. Fertig. Er ist eben der Konzernchef. Er kümmert sich um große Kernkraftwerke, nicht um kleine Agenten. Dafür hat er mich.“

„Prima, dann können wir ja loslegen“, brummte Günter Beil und stieß Raschke an, „dann zeige ihm mal das, was wir haben.“ Als Raschke die dünne Akte auf den Tisch legte, zog Hartmann deutlich seine Augenbrauen nach oben.“

Erstmals im vergangenen Jahr veröffentlichte Karina Brauer als gedruckte Ausgabe im Eigenverlag sowie als E-Book in der EDITION digital ihr Buch „Dann bist du tot! Mausetot!“: „Dann bist du tot! Mausetot!“ Der Mann, der diese Worte zu der neunjährigen Katharina sagt, ist ihr eigener Vater. Das Kind ist in dem Moment überzeugt davon, dass er die Worte in die Tat umsetzen würde, würde sie auch nur ein Sterbenswörtchen über das Geschehene sagen. Lange ist der Mann sicher, denn das Kind hat die Ereignisse, die ihn zu dieser Wortwahl brachten, vollkommen vergessen. Doch dann … Katharina kommen die Erinnerungen zurück. Und nun beginnt ein Wettlauf mit dem Tod, den sie nicht nur durch den Vater befürchten muss. Der vierte Roman von Karina Brauer erzählt die Lebensgeschichte von Katharina mit all den Höhen und Tiefen, die ein Leben so bieten kann. Katharina leidet und verliert, kämpft und siegt, doch sie bleibt sich immer treu. Zu Beginn des Buches erleben wir eine kleine Familie in einem Auto. Noch ist scheinbar nichts passiert. Aber es gibt eine Vorgeschichte, die offenbar zehn Jahre zurückliegt:

„Februar 1971

Nieselschneeregen zieht übers Land. Die Scheibenwischer des blauen Wartburgs schieben schmierend und quietschend den Schneeregenmatsch über die Frontscheibe. Seit den späten Vormittagsstunden ist die dreiköpfige Familie schon unterwegs in den Norden der Republik, nach Hause.

Am Abend zuvor hatten die drei nach dem zehntägigen Skiurlaub im Süden der Tschechoslowakei nahe der ungarischen Grenze noch einen Stopp bei den Eltern des Mannes in der Nähe von Dresden eingelegt.

Zur Ankunft am vergangenen Abend gab es „Käffchen“ und ein „Conjäckchen“ für die Männer. Für die Damen ein „Sektchen“. Danach „Schnittchen“ und noch ein „Bierchen“ und noch ein „Conjäckchen“ und noch ein „Sektchen“ und noch ein „Bierchen“…

Das Mädchen trank rote Brause – mal etwas ohne „chen“. Sie war ja noch ein Kind, ein Kindchen, erst neun Jahre alt.

Gelacht hatten die Erwachsenen – also vor allem die Großmutter und der Vater – und sich ständig gratuliert und umarmt. Das Mädchen hatte nur beobachtend dabeigesessen. Sie wusste nicht, was da um sie herum geschah. Es war ihr aber auch egal. Hauptsache war: Mama und Papa stritten sich nicht. Dann musste das Kindchen ins Bett und erfuhr nichts vom Plan der Eltern, in den Süden der DDR, in die Nähe der Großeltern zu ziehen. Nichts wusste das Mädchen von den Plänen des Vaters und auch nichts von denen der Mutter, die doch bei gleichem Ziel so ganz unterschiedlich waren.

Am Morgen stiegen dann alle drei – Vater Martin, Mutter Annegret und Kind Katharina – lachend in den Wartburg. Der Vater pfiff sogar. Die Mutter blickte angestrengt durch die Frontscheibe, der Alkohol wirkte noch immer. Die Fröhlichkeit des gestrigen Abends verflog, sobald sie das Grundstück der Großeltern verlassen hatten. Die Fassade bröckelte, nur bemerkte es außer Katharina anscheinend niemand. Das Mädchen, das hinten saß, hatte gleich nach der Abfahrt die Augen geschlossen und wünschte sich ganz fest, dass die Eltern sich nicht streiten würden.

Vater Martin hatte endlich mit dem Pfeifen aufgehört. Die Mutter Annegret schläft. Ihre Schnarchgeräusche übertönen das Quietschen der Scheibenwischer. Nach einer ganzen Weile öffnet das Mädchen die Augen und blickt hinaus in die Landschaft. Auf einem Straßenschild liest sie, dass es noch achtundvierzig Kilometer bis nach Berlin sind. Leise flüstert sie, mehr zu sich selbst: „Berlin!“ Die Eltern hören das Wort dennoch. Martin und Annegret Juncker wiederholen den Namen der Hauptstadt, und fast scheint es, als würde ein Zauberwort durch das Wartburg–Innere schweben, jedoch hat es für jeden der drei eine andere mehr oder weniger magische Bedeutung.

Schweigend hängen die drei Insassen nun ihren Gedanken und Erinnerungen nach.

Die Frau denkt an ihre Berliner Tante Wilma und daran, wie lieb diese sie vor allem damals im August 1961 umsorgt hatte … Damals, an dem Tag, als sie das langersehnte Kind Katharina Regina Elisabeth zur Welt brachte. Annegret dreht sich um und lächelnd betrachtet sie ihr Kind. Dann schaut sie zu ihrem Mann und ihr Blick verfinstert sich. Ja, damals an diesem geschichtsträchtigen Tag, als die Mauer plötzlich da war und das Kind eben auch – zwei Wochen zu früh. Zu früh für Martin und seine Pläne … Das Kind sollte in Berlin zur Welt kommen – nur eben an einem anderen Tag und in einem anderen Teil der Stadt. Damals begann Martin sie, seine Frau Annegret, endgültig zu hassen – nach sieben Jahren Ehe.

Katharina erinnert sich an die letzten Herbstferien, die sie mit der Mutter bei Tante Wilma verbrachte und daran, dass die Mutter keinen einzigen Tropfen Alkohol getrunken hatte. Was waren das für schöne Stunden gewesen! Das Kind schließt nun auch die Augen und ist in Gedanken mit der Mutter in der Achterbahn im Plänterwald und sie schreien vor Glück und ein wenig auch vor Angst, als die Fahrt hinabgeht und wieder hinauf …

Und Martin, der Vater und Ehemann, ist voller Groll, wenn er sich zurück an jene Tage im August ‘61 erinnert. Alles, aber auch wirklich alles war anders gelaufen, als es geplant gewesen war. Hasserfüllt blickt er kurz zu seiner Frau.

Aber Berlin hatte seinen Zauber nicht verloren und irgendwann, irgendwann würde er Berlin für sich erobern. Berlin, Westberlin!

Plötzlich beginnt Martin laut zu singen, nein, eher zu grölen: „Ich habe noch einen Koffer in Berlin, deswegen muss ich da nächstens wieder hin …“ Weiter kommt er nicht. Die Frau schreit ihn an, er solle den Mund halten. Katharina, die den Vater von ihrem Platz gut beobachten kann, sieht, dass er nun wieder sein breites, böses Lächeln zeigt. Das Mädchen zieht ihren Teddybären höher vors Gesicht – so hoch, dass sie den Vater zwar weiterhin sehen kann, er sie jedoch nicht. Die Mutter ist nun richtig wütend geworden: „Du und noch einen Koffer in Berlin? Ha, das wüsste ich ja wohl. Der Zug ist weg.“ Dann lacht sie, aber es klingt ebenso fürchterlich wie der Gesang des Vaters – jedenfalls in den Ohren des Mädchens. Noch fester schließt das Kind die Augen und hofft, dass wieder Ruhe einkehrt.

„Sei still, das Kind schläft“, hört Katharina den Vater sagen.

„Na und, das ist mir egal. Soll sie ruhig hören, dass du deine Pläne noch immer nicht aufgegeben hast.“

„Halt den Mund!“

„Tja, mein Lieber, damit habe ich dich in der Hand. Sag’ ich es weiter, bist du erledigt.“ Bremsen quietschen. Abrupt hält der Wagen.

„Du bist tot, wenn du nicht das Maul …“ Mehr sagt der Mann nicht, er hat bemerkt, dass Katharina zuhört. Dem Kind war der Teddy vor Schreck aus den Händen gefallen. Martin fährt jetzt schweigend weiter.

Am liebsten hätte das Kind geweint, aber Katharina hatte gelernt, Tränen nicht vor den Eltern zu zeigen. Katharina hat die Augen ganz fest geschlossen, sie tastet nach ihrem Plüschtier und versteckt in dessen Bauch ihr Gesicht.

Immer wieder grübelt sie, was die Mutter wohl wissen würde. So offen hatte Mama sich doch noch nie gegen den Papa geäußert. Dass der Vater der Mutter drohte, das war nicht neu, aber auch er hatte so etwas noch nie gesagt. Was gab es, das Katharina nicht wusste? Nicht wissen durfte!

Irgendwann war das Mädchen doch eingeschlafen. Laute, grässliche Worte wecken sie erneut. Wieder drohen die Eltern einander, wünschen sich gegenseitig den Tod.

„Ich muss mal“, flüstert das Kind nun leise in diese bedrohliche Stimmung hinein und plötzlich sind die Eltern wie verwandelt. Scheinbar ist ihre Auseinandersetzung beendet. Vor einem Gasthof hält der Mann. In einen fast freundlichen Ton bittet er nun seine Frau nachzusehen, ob drinnen wohl drei Plätze für sie sind. Es sei doch eine gute Gelegenheit, hier gleich zu Abend zu essen, meint Martin. Wenige Augenblicke später winkt Annegret ihre Familie hinein in das Gasthaus.

Während Katharina sogleich auf die Toilette läuft, folgt ihr Vater der Mutter in den verräucherten Gastraum. Als auch das Kind am Tisch sitzt, kommen bereits die Getränke. Für den Vater ein Bier, vor die Mutter und Katharina stellt der Kellner je eine Cola. Gerade als das Mädchen sich zu freuen beginnt, bringt der Wirt jedoch noch zwei Gläser Weinbrand. Martin schiebt seins sogleich zu seiner Frau. Dann essen sie Bauernfrühstück und eine Stunde später verlässt die Familie die Gaststätte. Annegret hat nach den beiden Gläsern Weinbrand noch zwei weitere geleert. Der Vater ordnet nun an, dass Katharina vorne sitzen soll.

Je weiter sie nach Norden kommen, desto stärker wird der Schneefall. Ihr Zuhause ist schon fast in greifbarer Nähe. Plötzlich biegt Martin Juncker von der Straße ab und fährt in den Wald hinein. Der Wartburg ruckelt hin und her.

„Martin, warum schaukelt der Wagen so“, fragt die aus ihrem Schlaf gerüttelte Ehefrau. Der Angesprochene blickt böse und wortlos in den Rückspiegel. Es hätte ohnehin keinen Sinn zu antworten, deshalb unterlässt er es. Soll er dieser versoffenen Schachtel, wie er seine Frau im Stillen nennt, erklären, dass er in der Ferne ein Blaulicht auf der Chaussee gesehen hatte und eine Verkehrskontrolle ihm nicht gefallen würde? Und sollte er sich jetzt auf eine Diskussion mit seiner Frau darüber einlassen, dass das Befahren dieses Weges eigentlich nicht gestattet ist? Die betrunkene Annegret schläft auch längst wieder und furzt und schnarcht vor sich hin. Und Martin? Der beginnt, leise ein Lied zu trällern. Katharina beobachtet ihren Vater ungläubig. So ausgelassen, so froh gelaunt, hätte sie ihn jetzt nicht erwartet. Wenn sie nur wüsste, worüber die Erwachsenen im Haus der Großeltern im fernen Elbsandsteingebirge gesprochen hatt…

BUMS!!! Der Wartburg scheint zu hopsen. „Maaaartin, was ist los?“, quäkt nun erneut Annegret.

„Nichts“, schreit Martin, „ein Wildschwein ist vors Auto gelaufen.“

Katharina lacht laut gackernd und prustend auf. „Ein Wildschwein auf einem Fahrrad…“ Weiter kann sie nicht reden. Hart trifft sie der Handrücken ihres Vaters mitten im Gesicht. Sofort beginnt ihre Nase zu bluten. Der Mann öffnet, ohne Katharina zu beachten, die Fahrertür und steigt aus. Er geht vor den Wagen, blickt prüfend die Front des Wartburgs ab. Kurz schaut er links neben den Wartburg auf das dunkle Etwas dort im weißen Schnee. Für einen Moment zögert er. Katharina und Annegret bemerken nichts von dem, was er tut – die eine aus Angst vor einem erneuten Schlag, die andere ist zu betrunken. Dann bückt sich der Mann, hebt etwas auf, steckt es in die Jackentasche und kommt zurück. Als er wieder sitzt, herrscht der Mann das verängstigte, blutende Kind an: „Halt ja das Maul! Wenn du noch irgendetwas dazu sagst …“ Einen Moment schweigt er – wahrscheinlich, um sich zu beruhigen: „… wenn du jemals etwas darüber sagst, dann bist du tot! Mausetot!“ So, wie Martin Juncker seine Tochter in diesem Moment ansieht, steht außer Frage: Er würde sie töten. „Hast du das verstanden?“, fragt er noch einmal scharf nach. Katharina nickt verstört und rutscht so unauffällig wie möglich vom Vater weg. Ohne weitere Worte zu verlieren, legt der Mann den Rückwärtsgang ein, fährt ein paar Meter, dann wendet er. Wie ein Verrückter rast Martin Juncker zurück zur Chaussee. Nun biegt er nach links in die Richtung, aus der sie vorhin gekommen waren, um nach ein paar Kilometern über eine andere Landstraße zu ihrem Ziel zu kommen.“

In wenigen Tagen, genau am 13. Januar, erscheint als Eigenproduktion der EDITION digital der Erotische Kurzroman „Venus – Hotel der Sinnlichkeit“ von Erich Blum: Es ist ein halbes Jahr her, seit Elisabeth von ihrem Freund verlassen wurde. Nun bekommt sie von ihren Freundinnen einen Gutschein für das Wellness-Hotel Bad Venus. Doch Bad Venus ist kein gewöhnliches Hotel: Hier wird der Begriff „Wellness“ weitaus umfassender betrachtet als gewöhnlich. Die schüchterne Elisabeth betritt eine Welt offener Sexualität, sie erlebt sinnliche Abenteuer und wächst über sich selbst hinaus. Begleiten wir sie auf einem zunächst begleiteten Ausflug zu einem speziellen Ort:

Die Dunkelkammer

Anna machte mit mir eine Tour durch die Räumlichkeiten. Es waren mehr, als ich erwartet hatte. Neben der Launch und den Massageräumen gab es ein Thermalbecken, einen Whirlpool, zwei Saunen, ein Lustkino (mit ganz besonderen Filmen), ein Restaurant, zwei Ruheräume und eine Art Partyraum. Des weiteren gab es verschiedene Privatzimmer mit Themen wie Orient, Kuschelhöhle oder Kaminzimmer. Anna erklärte, dass fast jeder Mann hier drinnen „zur Verfügung“ steht und dass man ihn aufs Zimmer nehmen kann, wenn man das möchte.

„Das Aufregendste aber“, sagte Anna und hob den Finger, „sind die Spezialräume. Und zu denen gehen wir jetzt!“

Wir folgten einem längeren Gang und schritten durch eine Art Sicherheitstüre mit einem Hinweisschild, das ich aber nicht lesen konnte, weil Anna zu schnell weiterging.

„Sollte ich nicht wissen, was da auf dem Schild steht“, fragte ich, sie aufholend.

„Puhh nee, eigentlich steht da nichts Wichtiges … Das Einzige, was du wissen musst, ist Finito. Das ist hier das Codewort. Wenn du etwas nicht magst oder eine Pause willst oder so, dann sagst du Finito. Ahh ja, schön: die Dunkelkammer!“ Wir blieben vor einer schwarzen, schweren Türe stehen. Daneben leuchtete ein grünes Lämpchen.

„Schau an, frei! Sollen wir gleich mit der anfangen?“

„Was?!“, ich war bestürzt, denn ich hatte nicht erwartet, dass wir gleich reingehen. Eine Dunkelkammer? Ich musste an die Darkrooms in den Gay Clubs denken …

„Ist das nicht ein bisschen ähm … Hardcore für den Anfang?“, fragte ich vorsichtig, aber Anna ging nicht darauf ein: „Nee, nee, das ist nicht Hardcore. Glaub mir, das ist super!“

Sie öffnete die Türe und zog mich hinein.

Drinnen war es stockdunkel.

„Herzlich willkommen in der Dunkelkammer“, sprach eine Stimme von oben, die klang wie von einem Tonbandgerät, „wir hoffen, Sie genießen ihren Aufenthalt. Bitte gehen Sie fünf Schritte nach vorne.“

Fünf Schritte was? Vor mir war alles dunkel. Wie sollte ich vorwärts gehen! Anna nahm mich an der Hand und ich folgte ihr. Mir fiel auf, dass der Boden sehr weich war.

Anna blieb plötzlich stehen, ließ meine Hand los und war weg.

„Viel Spaß“, flüsterte sie noch.

„Nein!“, rief ich empört, „Nicht“! Aber sie war weg und ich war allein. „Schöne Begleitung“, flüsterte ich wütend, aber trotzdem leise genug, dass sie es nicht hörte. Ich war wirklich wütend und ich hatte auch Angst. Fast schon Panik. Ich hatte ja keine Ahnung, was hier drinnen passieren würde. Ich war nackt bis auf den Mantel und konnte nichts sehen. Das Einzige, was ich wusste, war, dass es „echt super ist“, und das kam von Anna, die ich seit ungefähr zwei Stunden kannte. Ich war völlig ausgeliefert.

Ich versuchte, mich zu beruhigen. Was sollte auch passieren? Wenn etwas ist, rufe ich einfach „Finito“ und alles wird gut … Ich schloss die Augen, was natürlich nutzlos war. Alles wird gut.

Ich lauschte. Zunächst hörte ich nur meinen Atem, der kurz und unregelmäßig ging. Und mein Herz, das hämmerte. Erst allmählich nahm ich andere Geräusche war. Ich hörte ein leises Surren, das wohl von dem Lautsprecher kam und … ein paar Meter entfernt: Noch ein Atmen. Aber es war nicht … nicht Anna … Nein! Jemand war hinter mir!

„Legen Sie bitte Ihren Mantel ab“, sagte eine tiefe Männerstimme. Ich zuckte zusammen. Er war vielleicht einen Meter entfernt! Ich riss den Kopf herum, aber ich konnte freilich nichts sehen.

„Keine Angst“, sagte er ruhig. „Es wird nichts geschehen, was Sie nicht wollen. Wenn Sie möchten, dass wir aufhören, dann schalten wir das Licht an und Sie können sofort gehen.“

„Ok“, wollte ich sagen, aber es kam kaum ein Ton heraus. Meine Kehle war komplett ausgetrocknet. Hatte er wir gesagt?

Ich ließ, wie gebeten, den Mantel zu Boden fallen und gab auch das letzte bisschen Schutz ab.

„Ich komme jetzt näher“, sagte die Stimme.

Bald spürte ich ihn. Er war dicht hinter mir. Er strahlte Wärme ab. Ich merkte, dass ich bebte.

„Ich werde Sie jetzt berühren …“, sagte er. Kurz darauf berührte seine Hand vorsichtig meine Taille. Sie war rau. Er trat an mich heran. Ich spürte seine Haut, seinen Atem. Seinen Kopf, der näher kam und meinen Nacken küsste … Sacht, fast bedächtig, wanderten seine Küsse über meine Haut. Es war eine schöne Berührung. Ich hatte schreckliche Angst, aber es fühlte sich gut an. Er hauchte sanft über meine Haut und er knabberte ein wenig. Er legte auch die zweite Hand um meine Taille, sodass ich zwischen seinen Armen war. Ich spürte, wie kräftig er war. Ich begann, mich zu beruhigen. Loslassend gab ich mich seinen Liebkosungen hin …

Und dann plötzlich war er weg. Einfach so. Er hatte die Arme von mir genommen und war verschwunden. Ich stand alleine da. Fast hätte ich laut geflucht!

„Ohhhhh …“, kam es leise von der Seite. Es war von Anna, sie hatte gestöhnt. „Na toll“, dachte ich, „war er jetzt bei ihr?“ Ich hörte Bewegungen und Seufzen. Ich musste zuhören und warten.

Jemand nahm meine Hand. Ich stutzte. Es war eine Männerhand, das spürte ich, aber es war nicht dieselbe wie vorhin.

Er führte meine Hand nach vorne, bis an seinen Oberkörper. Er zuckte leicht bei der Berührung, meine Hände waren kalt. Aber er war sehr warm und ich spürte Muskeln unter seiner Haut. Ich strich darüber, erkundete seinen Körper. Ich fand es aufregend. Ich sah ihn nicht, aber ich spürte seinen Körper. Die Brust und die breiten Schulterknochen. Ich hörte seinen Atem. Ich fuhr über seine sehnigen Arme. Ich spürte die mächtigen Oberarme und die hervortretenden Adern. Bis hinunter zu den Händen. Es waren ungewöhnlich große Hände … breite Finger. Ich stellte mir vor, wie mich diese Hände berührten. Wie sie mich festhielten, während er …

Ich suchte und ich fand ihn. Er war heiß, dick und hart. Ich ertastete ihn. Die glatte Eichel, die Vorhaut darunter, der lange Schaft, von Adern durchzogen … ich umfasste ihn, spürte das Blut darin, bei jedem Herzschlag … Er atmete schwer. Ich fuhr mit der Hand auf und ab, brachte ihn zum Stöhnen.

Er legte seine Hände auf mich. „Genug“, sagte er leise, sein Körper kam näher. Seine Hüften berührten die meinen.

Er küsste mich. Es war ein wundervoller Kuss. Seit Jahren war ich nicht mehr so geküsst worden … tiefe Sehnsucht kochte in mir hoch …. Ich drückte mich an ihn, küsste ihn heftig, sein Schwanz drückte gegen meinen Bauch, seine Hände griffen an meinen Hintern. Ohh, es war wundervoll … ich stöhnte in seinen Mund. Auch Anna hörte ich. Laut und deutlich. Sie stöhnte und raunte.

Plötzlich waren da noch mehr Hände! Auf meinem Körper. Bald waren sie überall: Auf meinem Hals und Nacken, meinen Armen, meinem Bauch und meinen Brüsten. Zwischen meinen Beinen! Ich konnte mich kaum noch halten. Sie verwöhnten meinen Körper. An hundert Stellen gleichzeitig. Ich wurde eingehüllt von Küssen, Hauchen und sanften Berührungen. Ich ließ mich in ihre Arme sinken. Ich badete in ihren Liebkosungen.“

Und damit soll dieser Ausflug erst einmal beendet sein. Vielleicht aber hat er Ihnen Lust auf etwas Sinnlichkeit und Wellness der etwas anderen Art gemacht?

Aber vielleicht interessieren Sie sich doch eher für Spionagegeschichten auf Deutsch und Englisch oder für eine spannende Biografie, die allerdings auch etwas mit Ost und West zu tun hat?

Wie auch immer: Der erste Newsletter des neuen Jahres präsentiert spannende Angebote - von Spionage im Kalten Krieg über eine Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen bis zu Erotik. Und außerdem lädt er zu einer ebenso gesunden und umweltfreundlichen Fortbewegungsart ein. Vielleicht sogar auf dem Jakobsweg.

Viel Spaß bei Lesen und Radfahren, einen guten Start ins neue Jahr und damit auch ins zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts und bis demnächst.
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