Von der old economy zur aufsteigenden Branche Leistungen der Landwirtschaft werden mehr geschätzt

(lifePR) ( Berlin, )
"Lange Zeit galt die Landwirtschaft als 'old economy' - als veraltete Branche. Nun gibt es Anzeichen für eine Trendwende", erklärte Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), auf dem Agrarfinanzforum der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Investitionsbank Schleswig-Holstein am 16. Juni 2008 in Kiel. Erstmals sei die Zahl der Erwerbstätigen im Sektor Landwirtschaft wieder angestiegen, von 841.000 im Jahr 2006 auf 850.000 in 2007. Weiterhin würden die Leistungen der Landwirtschaft nun mehr von der Gesellschaft geschätzt werden - etwa als Nahrungsmittelproduzenten in Zeiten der wachsenden Rohstoffknappheit und als umweltpolitische Akteure und Bewahrer der hiesigen Kulturlandschaft und Artenvielfalt.

Die finanziellen Herausforderungen für alle landwirtschaftlichen Betriebe seien derzeit die steigenden Energie-, Futter- und Düngekosten sowie die schwankenden Märkte. "Auf dem Milchmarkt wird es eine weitere große Herausforderung geben: 2015 läuft die staatliche Milchquote aus", bestätigte Gerd Sonnleitner. Dies sei auf europäischer Ebene beschlossene Sache, daher sei ein Begleitprogramm zum Ausstieg unbedingt erforderlich.

"Wir brauchen andere Vertragsmodelle", forderte der DBV-Präsident. Halbjahres- und Jahresverträge würden den schwankenden Märkten nicht gerecht. "Wir fordern Vertragsmodelle, die ein flexibles Management der von der Molkerei tatsächlich verkaufbaren Milchmengen zulassen und den Landwirt rechtzeitig informieren, wie hoch der Erzeugerpreis sein wird", so Sonnleitner. Vorbilder dazu böten Länder wie Australien oder die Schweiz, die aus der staatlichen Milchmengenregelung bereits ausgestiegen sind.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien setzt sich Sonnleitner dafür ein, dass zusätzliche Anreize "nicht für Energie vom Acker, sondern aus Gülle und anderen Nebenprodukten aus der Landwirtschaft vom Staat geschaffen werden", so der DBV-Präsident. Nur so könnte ein ausgeglichenes Miteinander von Nahrungs-, Futtermittel- und Bioenergieproduktion erreicht werden. Hauptaufgabe der Landwirte sei auch weiterhin die Erzeugung qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel.

Tiefgreifende Einschnitte erwartet der DBV-Präsident durch die Entkoppelung der Direktzahlungen. Eine subventionsfreie Landwirtschaft hält Sonnleitner für eine Illusion: "Berücksichtigt man die Multifunktionalität der Landwirtschaft - sie leistet Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz sowie Tierschutz -, dann wird deutlich, warum europäische Landwirte unterstützt werden müssen. Denn sie übernehmen Aufgaben der gesamten Gesellschaft", so Sonnleitner. Die hohen Standards in der Lebensmittelproduktion, die außerhalb der EU nur in wenigen Ländern der Welt eingefordert werden, seien mit höheren Kosten verbunden. Weiter forderte Sonnleitner, dass die Agrarreform, der Health Check, mit einer Vereinfachung verbunden sein müsse.
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