So hat Tanja die Leukämie überlebt

Die Deutsche Lebensbrücke rettet krebskranke Kinder in Sankt Petersburg

Tanja hat durch die rettende Chemotherapie ihre langen Haare verloren
(lifePR) ( München, )
Das kleine Mädchen mit den blauen Lippen und der türkisen Häkelmütze schaut mit großen Augen aus dem Foto. Ernst und doch hoffnungsvoll, trotz fehlender Haare und dünner Augenbrauen. Tanja heißt das Mädchen, und das Foto ist von 2015. Damals hatte Tanja Leukämie und wurde im Krankenhaus Nr. 1 in Sankt Petersburg behandelt. Dass die Kleine diese schwere Krankheit überlebt hat, verdankt sie auch der Deutschen Lebensbrücke.

Leukämie bei Kindern ist in Russland weit verbreitet. Während in Deutschland rund 80-90% aller an Leukämie Erkrankten überleben, schaffen es in Ost-Europa gerade einmal 30-40% der kleinen Patienten. Das liegt auch an den Spätfolgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl 1986.

Keine ausreichende Versorgung

„Die Kinder-Leukämiestation im Krankenhaus Nr. 1 in Sankt Petersburg war eines unserer ersten Projekte, nachdem wir die private Hilfsorganisation gegründet hatten“, erinnert sich Petra Windisch de Lates. Damals, direkt nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems, war die Armut in Russland unvorstellbar. Entsprechend schlecht waren die Zustände auf der Leukämiestation. „Es fehlte an allem: Medikamente, medizinische Geräte, sogar Einmalhandschuhe, Bettwäsche und Heftpflaster waren Mangelware. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal.“ Viele Kinder starben einfach, weil sie nicht gut genug behandelt und versorgt werden konnten.

„Seit 1991“, erzählt die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke, „organisieren wir nun schon durch private Spenden wirksame Medikamente und dringend benötigte medizintechnische Geräte. Eine besonders wichtige Aktion der Deutschen Lebensbrücke war die Einrichtung einer eigenen Stationsküche, in der die Familien der kleinen Patienten kochen können.“ Denn das Essen, das von der Krankenhausküche in die Leukämiestation im 8. Stock gebracht wurde, war für Kinder während einer Chemo nicht nur ungenießbar, sondern sogar ungesund. Zusätzlich organisiert die Münchner Hilfsorganisation regelmäßige Gemüselieferungen. „Seit sie in unserer Küche selbst kochen, ernähren sich die Kleinen nicht nur richtig – das gemeinsame Zubereiten und Essen ist auch ein wichtiger psychologischer Faktor für die Familien und die kleinen Patienten.“

Es fehlt an guten Medikamenten

Seit den 1990er Jahren hat sich die Situation zwar auch in Sankt Petersburg geändert. Mittlerweise gibt es ausreichend Medikamente – allerdingt handelt es sich dabei oft um minderwertige Präparate mit starken Nebenwirkungen. Nur wer Geld hat, kann die guten Mittel kaufen. Die teuren Präparate, um das Immunsystem nach der Chemotherapie wiederaufzubauen, können sich arme Familien z.B. gar nicht leisten. „Obwohl die Regierung seit Jahren Besserung verspricht, hat sich bis heute nicht viel getan. Das System ist immer noch so marode und korrupt wie vor Jahrzehnten. Wie so oft, sind die Leidtragenden sozial benachteiligte Familien und ihre Kinder“, klagt Windisch de Lates.

Gleichzeitig legt die Regierung in Moskau Hilfsorganisationen immer wieder Steine in den Weg. „Medikamente z.B. können wir heute nicht mehr einfach schicken. Aber zum Glück haben wir in 30 Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut, und mit unseren Spenden besorgen unsere Helfer*innen vor Ort alles, was nötig ist.“

Deshalb bittet die Deutsche Lebensbrücke regelmäßig um Spenden für die Leukämie-Kinder von Sankt Petersburg. Starke Unterstützung erhält sie dabei schon seit vielen Jahren von Schauspieler Michael Lesch. Er hat, wie er sagt, einen Teil seiner Seele bei den Leukämiekindern gelassen und ist bis heute prominenter Botschafter für die Kinderkrebshilfe in Russland.

Corona hat die Lage verschärft

„Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage in der Leukämiestation verschärft“, berichtet Petra Windisch de Lates. „In Russland muss während der Behandlung eines Kindes immer ein Familienmitglied mit im Krankenzimmer wohnen, meist die Mutter oder auch die Oma, manchmal der Papa. Die anderen kümmern sich derweil um die Familie daheim. In einem Krankenzimmer sind auf diese Weise z.T. bis zu 6 Personen – drei Kinder mit jeweils einer Begleitperson. All diese Verwandten sind seit März im Krankenhaus praktisch eingesperrt, keiner darf hinaus, und es darf auch kein Besuch hinein. Ein Wahnsinns-Psychostress! Dazu kommt die schwierige Versorgung mit Lebensmitteln. Unsere Obst- und Gemüselieferungen können nur an der Pforte abgegeben werden, und oft kommen sie nicht wirklich im 8. Stock an.“ Fast alle Ärzte und Pflegerinnen hatten inzwischen Covid 19, einige mit schweren Verläufen, darunter auch die Chefärztin. Inzwischen geht es ihr wieder gut – aber es gab Zeiten, da wurden die 40 Patienten auf der Station von nur zwei Ärzten versorgt, alle anderen waren krank. Dass es keine Medikamentenengpässe gibt, liegt allein an der Unterstützung durch die Deutsche Lebensbrücke.

Petra Windisch de Lates: „Bitte, helfen Sie uns dabei, den kleinen Patienten auf der Leukämiestation des Krankenhauses Nr. 1 in Sankt Petersburg das Leben zu retten! Auch sie sollen überleben, wie die kleine Tanja. Gerade jetzt ist jede Spende wichtig! Schon mit z.B. 50 Euro tragen Sie dazu bei, einem Kind die Nachbehandlung zum Immunaufbau zu finanzieren. Diese Aufbaumedikamente sind teuer, und oft sind viele Tausend Euro nötig, bis das Immunsystem wieder funktioniert. Hier hilft wirklich jede Spende! Danke!“

So einfach können Sie spenden:

Spendenkonto Deutsche Lebensbrücke

IBAN:  DE11 7008 0000 0300 1003 00
Stichwort: Leukämiekinder Russland
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