Montag, 23. Oktober 2017


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Nationalpark Kahuzi-Biéga im Kongo: Schutz der Biodiversität im Krisengebiet

Nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwalds verbessern

Eschborn, (lifePR) - Im Kahuzi-Biéga Nationalpark im Ostkongo unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) Gmbh den Schutz des weltbekannten Gorilla-Gebietes und die nachhaltige Nutzung des artenreichen Tropenwaldes. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums berät die GTZ die kongolesische Naturschutzbehörde und das Umweltministerium beim Parkmanagement, bei der Entwicklung einer institutionellen Basis sowie eines Konzept zum Erhalt des Waldes mit seiner biologischen Vielfalt. Eine wesentliche Komponente des GTZ-Projektes ist, dass die Anrainerbevölkerung in die nachhaltige Waldbewirtschaftung einbezogen wird und ihnen neue Einkommensmöglichkeiten eröffnet werden.

Im Kahuzi-Biéga-Nationalpark im Ostkongo leben die Flachlandgorillas, die weltweit nur hier vorkommen. 11.000 verschiedene Pflanzen, 1.080 Vogelarten und 409 Säugetierarten beheimatet der 1970 von dem belgischen Primatenforscher Adrian Deschryver gegründete Nationalpark. 1980 wurde er von der UNESCO als "Naturerbe der Menschheit" ausgezeichnet. Der 6.000 km2 große Park hat unter dem seit 1996 schwelenden Bürgerkrieg stark gelitten. Illegale Abholzungen, Brandrodung, Wilderei und verbotene landwirtschaftliche Nutzung durch Rebellen und die lokale Bevölkerung gehörten zur Tagesordnung. Während es vor dem Bürgerkrieg 8.000 Gorillas gab, sind es heute schätzungsweise 1.000. Auch sie sind gefährdet. Was der Krieg nicht zerstört hat, setzen die Erzschürfer fort. Sie haben die Gorillas aus ihrem Lebensraum verdrängt, um Coltan abzubauen, ein Rohstoff, den die Industrie für die Produktion von Computern und Handys benötigt. Durch die Zerstörungen sind auch die Lebensgrundlagen der kleinwüchsigen Waldbewohner, der Pygmäen, gefährdet. Sie leben von den Produkten des Waldes. Dazu gehören zum Beispiel Rattan für die Herstellung von Möbeln, aseptisch wirkendes Holz für die Herstellung von Zahnbürsten oder Pflanzen, die zu Gewürzen und Medizin verarbeitet werden.

Die GTZ unterstützt die Verwaltung des Kahuzi-Biéga-Parks und die nationale Umweltbehörde seit 1986. Die bisherige Arbeit sicherte den Bestand des Parks über die Krisenzeiten hinweg. Bei der nach wie vor schwierigen Arbeit im Schutzgebiet spielen besonders die Pygmäen eine wichtige Rolle. Da sie im Nationalpark wohnen und von seinen Ressourcen abhängig sind, braucht die Parkverwaltung ihre Unterstützung, um den Park gemeinsam zu schützen und nachhaltig zu bewirtschaften. Deshalb sieht das Projekt vor, die lokale Bevölkerung am Management des Parks zu beteiligen. Sie bekommen, ebenso wie sesshafte Jäger und ehemalige Wilderer, die Möglichkeit, sich als Parkranger oder Touristenführer ausbilden zu lassen. Außerdem wird ein Gremium geschaffen, in dem Parkverwaltung und Bevölkerung zusammen arbeiten und gemeinsam die Verantwortung für den Park übernehmen. Die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung werden verbessert, durch Zugang zu Trinkwasser, Gesundheitsdiensten oder die Bereitstellung von Saatgut. Die Zahl der Gorillas und Elefanten im Park soll um zehn Prozent steigen. Kontrollen tragen dazu bei, illegale Tätigkeiten zu unterbinden. Um die Einnahmen zur Finanzierung des Parks zu erhöhen, erhoffen sich die kongolesischen Behörden, die Parkverwaltung und die Bevölkerung, dass ein stabiler Frieden in das Land einkehrt und mit ihm die Foto-Touristen zurückkehren. Ein erster Hoffnungsschimmer: Inzwischen gibt es wieder zwei zahme Gorillafamilien, die von Touristen besucht werden können.

Zu dieser Pressemeldung steht ein Foto mit dem Titel "Silberrückennachwuchs" im GTZ-Bildarchiv zur kostenfreien Verwendung für Redaktionen bereit: www.gtz.de/....
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Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH

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