Mittwoch, 25. April 2018


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Öffentliche Vorträge der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina zu den Themenkreisen

Halle/Saale, (lifePR) - .
- Der Stoff, aus dem das Leben ist - philosophische Konzeptionen des Lebendigen
- Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin

Termin: Dienstag, 25. September 2007, 16.30 Uhr Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

Prof. Dr. Gereon Wolters, Konstanz, Mitglied der Akademie:

Der Stoff, aus dem das Leben ist - philosophische Konzeptionen des Lebendigen In der griechischen Antike und dem Alten Testament wurden insgesamt vier Grundkonzeptionen zum Verhältnis des Lebens zum materiellen Stoff entwickelt. Diese Konzeptionen lassen sich als das Ergebnis der vier möglichen Kombinationen zwischen materialistischen bzw. idealistischen Konzepten zur Erklärung des Lebens auf der einen Seite und dualistischen bzw. monistischen auf der anderen verstehen. In idealistischen Konzeptionen erfolgt die Verursachung über Willensakte, in materialistischen hingegen durch Kräfte.

Zu diesen vier Grundkonzeptionen des Lebendigen ist trotz ungeheurer Variantenvielfalt im Laufe der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte keine wesentlich neue hinzugekommen.

Gereon Wolters: Studium der scholastischen Philosophie an der Universität Innsbruck (1967-1969) und Studium der Philosophie und Mathematik für das Lehramt in Tübingen und Kiel (1967-1972), Promotion in Philosophie (1977). Wissenschaftlicher Mitarbeiter (1975-1982) und Akademischer Rat (1982-1988) an der Universität Konstanz, Habilitation (1985) für Philosophie und Wissenschaftsgeschichte ebendort. Seit 1988 Professor für Philosophie an der Universität Konstanz. Seit 1984 Lehrauftrag für Philosophie der Biologie am Zoologischen Institut der Universität Zürich, Research Fellow am Center for Philosophy of Science der Universität Pittsburgh (1996/97), Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Gutachtertätigkeit u. a. für die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg.

Herausgebertätigkeiten, u. a. Zeitschrift Gaia – Ökologische Perspektiven in Natur-, Geistes-, und Wirtschaftswissenschaften, Buchreihe Pittsburgh-Konstanz Series in the Philosophy and History of Science.

Forschungsschwerpunkte: Machs Wissenschaftstheorie, Philosophie des Wiener Kreises, Philosophie der Biologie, Philosophie im Nationalsozialismus Seit 2004 ist Gereon Wolters Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Wissenschaftstheorie).

Kontaktadresse: Prof. Dr. Gereon Wolters, Universität Konstanz, Fachbereich Philosophie, Fach D 15, 78457 Konstanz Prof. Dr. Klaus Diedrich, Lübeck, Mitglied der Akademie:

Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin Seit der Einführung von in vitro-Fertilisation und Embryotransfer im Jahre 1978 haben die Reproduktionsmediziner und ihr wissenschaftliches Umfeld große Fortschritte in den Möglichkeiten der Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit gemacht. Es wurden neue diagnostische Verfahren wie die Präimplantationsdiagnostik und Behandlungsmöglichkeiten wie die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) oder die Kryokonservierung von Eizellen und Embryonen entwickelt. Von diesen Fortschritten haben viele hoffnungslos ungewollt kinderlose Paare profitiert, und es gibt heute weltweit über 3 Mio. Kinder, die durch die Hilfen der Reproduktionsmedizin geboren wurden. Deutschen Paaren mit Kinderwunsch ist die Partizipation an diesem Fortschritt durch die Restriktionen des Embryonenschutzgesetzes weit reichend verwehrt, und es ist deshalb dringend erforderlich, dieses Gesetz dem Fortschritt anzupassen. Es ist nicht vertretbar, dass die Paare in Deutschland schlechter behandelt werden oder gar zu einer Behandlung, die in Deutschland nicht zulässig ist, ins Ausland fahren müssen. In dem Vortrag wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Reproduktionsmedizin gegeben, es werden aber auch die Grenzen aufgezeigt.

Klaus Diedrich: Studium der Medizin an der Universität Hamburg (1966-1971) und Facharztausbildung (1974-1978), Habilitation (1981), Oberarzt an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Lübeck (1979-1984), leitender Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik in Bonn (1984-1993), seit 1993 Lehrstuhlinhaber für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Medizinischen Hochschule Lübeck.

Gutachtertätigkeiten u. a. als gewählter Fachgutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Mitglied der Editorial Boards zahlreicher nationaler und internationaler Zeitschriften, wie Human Reproduction, Der Gynäkologe, Reproductive Biomedicine Online. 1993-1995 Präsident der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE), seit 2002 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Forschungsschwerpunkte: Perinatologie, Reproduktionsmedizin, Gynäkologische Endokrinologie, Onkologie.

Seit 2003 ist Klaus Diedrich Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Teilsektion Gynäkologie).

Kontaktadresse: Prof. Dr. Klaus Diedrich, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Frauenklinik, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
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Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Im Juli 2008 wurde die Leopoldina im Rahmen eines Festaktes offiziell zur Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland ernannt.

Der Leopoldina gehören zur Zeit etwa 1300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, Technik-, empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 32 Mitglieder der Leopoldina.

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