Freitag, 27. April 2018


Neue Zusammenarbeit optimiert die regionale Schlaganfall-Versorgung

Klinikum Christophsbad und Klinik am Eichert/ ALB FILS KLINIKEN bauen ein gemeinsames Schlaganfall-Zentrum auf

Göppingen, (lifePR) - Die ALB FILS KLINKEN mit dem Standort Klinik am Eichert und das Klinikum Christophsbad haben sich zum Ziel gesetzt, die Behandlungserfolge bei akuten Schlaganfällen weiter zu verbessern. Dieses gemeinsame Ziel führte die Kliniken letztlich wieder enger zusammen. Nach langer Diskussion um die Schlaganfallversorgung wurde nun eine neue Vereinbarung getroffen, die vom Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Christophsbad, Bernhard Wehde und dem Geschäftsführer der ALB FILS KLINIKEN, Professor Dr. Jörg Martin am Mittwoch, den 17. April unterschrieben wird. Entscheidende Veränderung und Neuerung ist, dass Notarzt oder Rettungsdienst bei einem Schlaganfall oder Schlaganfallverdacht jetzt je nach Begleiterkrankung entscheiden, ob der Patient in der Neurologischen Klinik des Klinikums Christophsbad oder in der Klinik am Eichert aufgenommen werden soll. Alle Schlaganfallpatienten des Landkreises werden in einer dieser spezialisierten Kliniken aufgenommen.

Gemeinsam wollen die beiden Kliniken zukünftig eine regionale Stroke Unit (spezielle Schlaganfallbehandlungseinheit) bilden und so auch Aufnahme in den Landeskrankenhausplan finden. Hierzu sollen die beiden Schlaganfallstationen der Kliniken zusammengeführt werden. Künftig wird ein zweigleisiges Konzept zur bestmöglichen Behandlung an zwei Standorten verwirklicht. Wesentliches Unterscheidungskriterium zwischen den Kliniken ist hierbei, ob der Schlaganfallpatient aufgrund weiterer bedrohlicher Erkrankungen sofort eine Behandlung in der Klinik am Eichert z.B. in der Intensivstation, oder Kardiologie benötigt - wobei dann die neurologische Versorgung ebenso durch einen Arzt des Klinikum Christophsbad sichergestellt ist.   Diese Zuordnung der Patienten treffen die Notärzte und Rettungsdienste vor Ort. Dabei orientieren sie sich an medizinischen Kriterien, die gemeinschaftlich von den Fachleuten der Kliniken festgelegt wurden, sowie an den vorhandenen spezifischen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten beider Standorte. Dreh- und Angelpunkt der Konfliktlösung, sowie Herzstück der neuen Vertragskonzeption ist die nun festgeschriebene direkte Aufnahme nach medizinischen Kriterien in beiden Krankenhäusern. Hiervon profitieren die Patienten entscheidend, nicht nur durch die spezifischere Zuordnung, sondern insbesondere auch durch den Zeitgewinn der die Behandlungsmöglichkeiten und den Behandlungserfolg der Patienten im Einzelfall weiter verbessern soll.

„Der wichtigste Faktor bei der Akutversorgung von Schlaganfallpatienten ist die Zeit“, betont Professor Dr. Sommer, Chefarzt der Neurologie im Klinikum Christophsbad und ist sich hier auch mit seinem kardiologischen Chefarztkollegen Professor Dr. Schröder von der Klinik am Eichert einig. Ausschlaggebend für die Verhinderung bleibender Schäden bei einem Schlaganfall ist eine sogenannte "Door-to-needle-time" von maximal 60 Minuten. Das ist die Zeit zwischen dem Eintreffen des Patienten in der Notaufnahme (Door) bis zum Abschluss der klinischen und apparativen Diagnostik und dem Beginn der Akuttherapie (needle). Hierfür ist entscheidend, dass der Patient so schnell wie möglich, ohne Umweg und Zeitverlust, in das für seinen Fall bestgeeignete spezialisierte Zentrum aufgenommen wird. Prof. Schröder ergänzt: „In der Gegenwart und Vergangenheit hat dies bereits gut funktioniert, wir haben eine gute Versorgung im Landkreis erreicht. Aber, wir wollen uns weiter verbessern, am besten sind wir gemeinsam“. In Einzelfällen bedarf es auch der Möglichkeit, bei besonders ausgeprägten Gefäßverschlüssen das verschließende Blutgerinnsel mit einem sogenannten Stentretriever zu entfernen. Diese in großen Zentren schon häufig durchgeführte Methode wird im Klinikum Christophsbad seit Juli 2011 durchgeführt.

Damit die Zeit von dem Erkennen der ersten Symptomen eines Schlaganfalls bis zur Behandlung möglichst kurz ist, ist eine intensive Aufklärung der Bevölkerung über die Schlaganfallsymptome sowie die weitere spezielle Schulung der Notärzte und Rettungsdienste im Kreis besonders wichtig und in das Konzept fest eingeplant. Diese Schulungen umfassen Inhalte wie Primärdiagnostik, um zu erkennen, ob ein Schlaganfall vorliegt, die Erstversorgung, die Blutentnahme auf dem Weg zur aufnehmenden Klinik und gegebenenfalls die Weitergabe weiterer behandlungsrelevanter Hinweise. Die Schulungen werden durch beide Kooperationspartner erfolgen.

Gemeinsam werden die Klinik am Eichert und das Klinikum Christophsbad die höchstmögliche Zertifizierung ihrer gemeinsamen Stroke Unit anstreben. Die neurologische Klinik des Christophsbads ist bereits heute nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft als regionale Stroke Unit zertifiziert. Die Klinik am Eichert ist mit dem Partner Christophsbad als lokale Schlaganfallstation zertifiziert und als solche offiziell im Krankenhausplan des Landes eingetragen. Die zusammengewachsene Expertise beider Kliniken ist auch für eine überregionale Versorgung im Bereich der speziellen Telemedizin und -radiologie höchst geeignet.

In der Veranstaltung stehen Ihnen die Geschäftsführung und die leitenden Ärzte für weitere Informationen zur Verfügung.

Schlaganfallversorgung im Kreis Göppingen

Im Landkreis Göppingen leben ca. 252.000 Einwohner, davon ca. 100.000 in Göppingen oder in der unmittelbaren Umgebung. Weitere 26.000 Menschen leben in Geislingen. Bezogen auf bundesweite Zahlen rechnet man im Kreis mit ca. 800 Schlaganfällen im Jahr.

Nach Statistiken aus dem Jahr 2011 wurden im Kreis Göppingen jedoch nur 506 Schlaganfallbehandlungen dokumentiert. Die Zahl zeigt, dass im Kreis noch viel Aufklärung zur Erkennung eines Schlaganfalls in der Bevölkerung notwendig ist.

Die Einweisung und Versorgung der Schlaganfallpatienten im Kreis Göppingen ist seit 2003 so geregelt, dass die Klinik am Eichert als Klinik der Zentralversorgung und das Klinikum Christophsbad mit der Neurologischen Klinik den Auftrag gemeinsam erfüllen. Bisher fuhren die Notärzte und Rettungsdienste bei Verdacht auf einen Schlaganfall zuerst die KAE an und verlegten bei Bedarf die dort aufgenommenen Schlaganfallpatienten in die Neurologie des Klinikums Christophsbad.

Vorteil der lokalen, intraarteriellen Lyse

Die häufigste Ursache eines Schlaganfalls ist ein verstopftes hirnversorgendes Blutgefäß. Dadurch erhalten die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe und sterben innerhalb weniger Stunden ab.

Das verstopfte Blutgefäß kann durch eine Medikamentengabe über die Vene (Thrombolysebehandlung, kurz: „Lyse“), also eine Infusion, nur in einem Zeitfenster bis maximal 4,5 Stunden nach dem Schlaganfall eröffnet werden. Mit den neuesten, interventionellen Verfahren (intraarterielle Lyse bzw. Thrombektomie) kann dieses Zeitfenster verlängert werden Damit können lebenslange Behinderungen bei noch mehr Schlaganfallpatienten vermieden werden.

Im Klinikum Christophsbad wird dieses Verfahren von Spezialisten der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie angewendet. Mit der neuen Kooperation der beiden Kliniken ist damit zu rechnen, dass mehr Schlaganfallpatienten mit einer lokalen Lyse behandelt werden können. Gleichzeitig wird noch effizienter das breite medizinische Angebot der ALB FILS KLINIKEN auch für diejenigen Patienten nutzbar sein, die diese benötigen.

Die gemeinsame noch engere Zusammenarbeit

Die beiden Kliniken sind in der künftigen Schlaganfallversorgung mit folgenden Schwerpunkten beteiligt:

Das Klinikum Christophsbad mit ihrer Klinik für Neurologie und regionaler Stroke Unit sowie einer Abteilung für neurologische Frührehabilitation, der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie und der Klinik für Geriatrische Rehabilitation und Physikalische Therapie.

Die Klinik am Eichert mit ihrer Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie mit Schlaganfallstation und der Klinik für Gefäßchirurgie unter Einbeziehung der Fachbereiche Nephrologie, Radiologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Labormedizin.

Beide Kliniken verfügen zudem über ambulante Therapiezentren.
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