Donnerstag, 19. April 2018


Intensive Sprachtherapie wirkt akut, aber auch nach Jahren noch

Aphasie-Studie beweist Erfolg auch nach langjähriger Sprachlosigkeit

Göppingen, (lifePR) - Einem Schlaganfall folgen häufig Sprachprobleme. Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen werden diese Sprachstörungen chronisch. Die jetzt veröffentlichte, weltweit erste Studie zu diesem Thema beweist eindrücklich, dass intensive logopädische Sprachtrainings auch noch Monate oder gar Jahre nach einem Schlaganfall Besserung bringen können. Die Logopädische Ambulanz des Klinikums Christophsbad nahm mit neun Patienten als einziges Sprachzentrum in Baden-Württemberg an der multizentrischen Studie zur Intensivtherapie bei chronischer Aphasie teil.

Die griechische Bezeichnung „Aphasie“ bedeutet Sprachlosigkeit. Aphasiker sind Patienten, die Mühe haben, einzelne Worte zu finden, können keine Sätze mehr bilden oder kommen mit der Alltagskommunikation nicht mehr zurecht. Die Sprachprobleme sind also sehr unterschiedlich, daher muss die Therapie individuell auf den Patienten zugeschnitten sein. Beispielsweise kann die Benennung von Alltagsgegenständen gezielt geübt werden. Wichtig ist häufig auch ein kommunikativ-pragmatisches Training in der Einzel- und Gruppentherapie, um die alltägliche Verständigung zu stärken. „Die Aphasie-Studie beweist nun, dass ein solches intensives Sprachtraining sofort aber auch noch lange nach dem Schlaganfall wirksam sind und zu deutlichen Fortschritten bei Aphasikern führt“, erklärt Angelika Kartmann, leitende Klinische Linguistin im Klinikum Christophsbad.

Der wissenschaftliche Beweis wurde an den 19 stationären und teilstationären Rehabilitationszentren oder ambulanten Einrichtungen in Deutschland erbracht. An der multizentrischen Studie nahmen 156 Menschen mit Aphasie nach Schlaganfall im Alter von 23 bis 70 Jahren teil. Bei allen lag der Schlaganfall mindestens ein halbes Jahr zurück, bei manchen sogar 20 Jahre. Während der Behandlungsphase erhielten die Teilnehmer drei Wochen lang ein individuelles Therapieprogramm als intensives Sprachtraining mit mindestens zehn Übungsstunden pro Woche plus eine Stunde computerunterstütztes Sprachtraining und Eigentraining mittels Übungsblättern, die andere Gruppe blieb unbehandelt. Die Probanden mit dem Spezialtraining konnten danach wieder deutlich besser kommunizieren. Die Ergebnisse der Aphasie-Versorgungsstudie sind gerade erst im Fachmagazin „The Lancet“ erschienen.

 
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Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG

Das Klinikum Christophsbad ist ein zentral gelegenes, modernes Plankrankenhaus im baden-württembergischen Göppingen mit einer über 165-jährigen Tradition. Es besteht aus sieben sektorübergreifend arbeitenden Kliniken im ambulanten, teil- und vollstationären Bereich mit insgesamt 980 Betten. Das Christophsheim, ein Tochterunternehmen, deckt dabei den spezialisierten Heimbereich für chronisch psychisch und neurologisch kranke Erwachsene ab. Ebenfalls zum Klinikum Christophsbad gehören die orthopädische Rehaklinik Bad Boll sowie das Zentrum für psychische Gesundheit MentaCare in Stuttgart. Die Klinikgruppe bildet somit das Dach für umfassende, ganzheitliche und interdisziplinäre Versorgungskonzepte und beschäftigt insgesamt rund 1.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist nach KTQ zertifiziert.

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