Samstag, 25. November 2017


Dr. Katarina Barley: "Jugendmedienschutz muss auch bei digitalen Medien greifen"

Bundesfamilienministerin gibt gemeinsam mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Startsignal für Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes

Berlin, (lifePR) - Mit Freunden chatten, Fotos teilen und neue Games spielen – Alltag vieler Jugendlicher. Der digitale Wandel und die größtenteils mobile Mediennutzung verlangen dringend zeitgemäße Antworten, um Kindern und Jugendlichen sichere Räume für ein gutes, selbstbestimmtes und unbeschwertes Aufwachsen mit Medien zu ermöglichen. Neben den Chancen und Möglichkeiten ergeben sich auch neue Fragen – zum Beispiel: Ist die neuste App überhaupt geeignet für Kinder? Warum können Kinder einfach von Fremden angeschrieben werden und wie lässt sich vermeiden, dass sie mit verstörenden Inhalten konfrontiert werden? Cybermobbing, sexuelle Belästigung im Netz, exzessive Nutzung digitaler Medien und die Verbreitung persönlicher Daten – was sind die reellen Risiken?

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Katarina Barley: „Für Jugendmedienschutz, der im digitalen, mobilen und die Grenzen virtueller, digitaler und realer Welten verwischenden Zeitalter greift, sind ganz unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte gefordert. Einen guten Schutz bekommen wir nur hin, wenn Politik und Zivilgesellschaft hier Hand in Hand arbeiten.“

Gemeinsam mit der Vorsitzenden der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), Martina Hannak-Meinke, unterzeichnet die Bundesfamilienministerin deshalb am heutigen Dienstag (18. Juli) eine strategische Zielvereinbarung für den heute auf den Weg gebrachten neuen Fachbereich „Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit“ bei der BPjM.

Auch Untersuchungen des Kompetenzzentrums bei jugendschutz.net zeigen dringenden Handlungsbedarf: So stellt jugendschutz.net bei allen geprüften und stark genutzten Social-Web-Diensten einen unzureichenden Schutz für junge User fest. Die Betreiber löschen zu wenige Verstöße, konfigurieren die Profile junger User nicht sicher genug und halten keine ausreichenden Hilfesysteme bereit. Die gemeinsam von jugendschutz.net und der Stiftung Warentest durchgeführte Untersuchung von 50 unter Kindern beliebten Smartphone-Spiele-Apps hat ergeben, dass keine einzige als unbedenklich eingestuft werden konnte. Vermeintlich kostenlose Apps haben sich im Ergebnis als Kostenfalle entpuppt, und es mangelt regelmäßig am Kinder- und Datenschutz.

Mit dem neuen Fachbereich der BPjM ebnet Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley auch den Weg für die zwischen Bund und Ländern abgestimmte Novellierung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) auf der Grundlage der Eckpunkte der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley: „Für einen modernen und verlässlichen Kinder- und Jugendmedienschutz sind nicht nur die Inhalte im Netz entscheidend. Es geht auch um die sich ergebenden Risiken, wenn Kinder und Jugendliche in Sozialen Netzwerken und über Spiele-Apps in Kontakt treten. Die jungen User brauchen besonderen Schutz und individuelle Förderung. Zusammen mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wollen wir Eltern, Kindern und Jugendlichen klare Orientierungshilfen für sichere Online-Kommunikation geben.“

Schon jetzt unterstützt das Bundesfamilienministerium Kinder und Eltern bei der Mediennutzung und -erziehung. Der Medienratgeber „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht.“ schätzt aktuelle Entwicklungen am Medienmarkt für Eltern ein (www.schau-hin.info).

Das Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien unterstützt pädagogische Fachkräfte und Eltern und stellt Informationen aus Medienerziehung und Medienbildung gebündelt und verständlich aufbereitet zur Verfügung (www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de). Hier finden sich auch App-Rezensionen aus der umfangreichen Datenbank des Deutschen Jugendinstitutes (DJI), in der die wichtigsten Apps für Kinder pädagogisch bewertet werden. Daneben fördert das BMFSFJ Rat- und Hilfeangebote wie jugend.support (www.jugend.support) und jugendschutz.net (www.jugendschutz.net).

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.bmfsfj.de.
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