Freitag, 22. September 2017


Geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen

Der sächsische Arbeitsmarkt im Juli 2017

Nürnberg, (lifePR) - Die gute Auftragslage der sächsischen Wirtschaft führt zu einer weiterhin guten Lage auf dem Arbeitsmarkt 2017. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent waren in Sachsen insgesamt 137.900 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 2.200 mehr Menschen als im Juni, aber 17.000 weniger als vor einem Jahr. Damit verändert sich die Arbeitslosigkeit nur geringfügig und verbleibt auf einem geringen Niveau.

„Im Juli ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen. Dieser Anstieg ist auf das Ausbildungs- und Schulende zurückzuführen und meist von kurzer Dauer. Für die nächsten Wochen rechne ich mit spürbaren Nachholeffekten auf dem Arbeitsmarkt, weil viele Betriebe ihre Einstellungen auf die Zeit nach den Ferien verschoben haben. Das ist ein weiterer Grund für die steigende Zahl an freien Arbeitsstellen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).  

Arbeitslosenzahl im Juli: 137.927
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (135.729): +2.198 oder  +1,6 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (154.811): -16.884oder -10,9 Prozent
Arbeitslosenquote im Juli: 6,5 Prozent  

Arbeitslosigkeit  

Insgesamt waren im Juli in Sachsen 137.927 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren 2.198 (plus 1,6 Prozent) mehr und im Vergleich zum Vorjahresmonat 16.884 Menschen weniger arbeitslos (minus 10,9 Prozent). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist vor allem auf das Schul- und Ausbildungsende zurückzuführen.

Im Juli waren 11.652 jüngere Arbeitslose (15 bis unter 25 Jahre) gemeldet, 1.844 mehr als im Juni.   Im Juli wurden 29,4 Prozent aller Arbeitslosen (40.487) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 70,6 Prozent (97.440) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind in den Arbeitsagenturen 1.970 mehr Frauen und Männer arbeitslos gemeldet und im Vergleich zum Vorjahr sind es 168 mehr Menschen. Dieser Anstieg im Vergleich zum Juli 2016 ist auf den statistischen Effekt zurückzuführen, dass seit Jahresbeginn die „Aufstocker“ (Menschen die Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II erhalten) von den Arbeitsagenturen unterstützt werden. Zuvor wurden sie statistisch den Jobcentern zugeordnet. In den Jobcentern hingegen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat (plus 228) gestiegen und im Vergleich zum Vorjahresmonat um (minus 17.052) gesunken.  

Die Arbeitslosenquote belief sich im Juli auf 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,8 Prozentpunkte. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosenquote bei 1,9 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei 4,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger lag bei 22,3 Prozent.  

Der Anteil der arbeitslosen Menschen mit Migrationshintergrund im Kontext Flucht/Asyl, gemessen an allen arbeitslosen Menschen, beträgt 4,3 Prozent. Von  Juni auf Juli ist die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Migrationshintergrund im Kontext Flucht/Asyl um 440 Personen auf 6.950 gestiegen. Davon waren 5.853 anerkannte Schutzberechtigte (86,2 Prozent), die durch die Jobcenter betreut werden. Weitere 795 Asylbewerber (11,4 Prozent) sowie 145 geduldete Menschen (2,09 Prozent) wurden durch die Arbeitsagenturen betreut. Die meisten kommen unter anderem aus Syrien (3.903), aus dem Irak (951), aus Afghanistan (861), und aus Eritrea (406).  

Beschäftigung  

Im Juli 2017 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,58 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 27.000  Menschen hält der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr an und liegt bei aktuell 1,7 Prozent.  

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 5.500) und dem Verarbeitenden Gewerbe (plus 3.100). Im Bereich Verkehr und Lagerei sowie dem Gesundheitswesen (plus 2.300) und der Erziehung und Unterricht (plus 2.200) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Einen kräftigen Beschäftigungsaufbau gab es weiterhin im Bereich Information und Kommunikation und dem Handel, Instanthaltung, Rep. von Kfz.  

Arbeitskräftenachfrage  

Im Juli haben sächsische Betriebe insgesamt 10.261 freie Stellen gemeldet. Das waren 534 mehr Stellen als im Vormonat und 676 mehr als im Juli 2016.  

Aktuell sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 37.132 freie Stellen gemeldet. Damit liegt die Arbeitskräftenachfrage um 1.217 Stellen über dem Niveau des Vormonats und um 4.508 Stellen über der des Vorjahres.  

Die meisten freien Stellen sind im Bereich der Zeitarbeit (12.269) zu besetzen. Einen hohen Bedarf haben daneben Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (4.691), dem Gesundheits- und Sozialwesen (3.446), dem Bereich Handel / Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (3.024), dem Baugewerbe (2.840) und den freiberuflichen, wissenschaftl. und techn. Dienstleistungen (1.700).  

Diese und viele andere freie Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (jobboerse) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. In der Jobbörse sind aktuell über 68.000 freie Stellen von sächsischen Unternehmen veröffentlicht.  

Unterbeschäftigung  

Im Juli 2017 haben rund 52.000 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Viele wurden mit Weiterbildungen (9.716) gefördert, haben an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung (7.861) und an Aktivierungsmaßnahmen (6.924) teilgenommen oder wurden durch andere Institutionen unterstützt (11.331). Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 4.055). Damit lag die Zahl der Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen um rund 1.700 unter dem Niveau des Vormonats und um rund 1.300 über dem des Vorjahresmonats. Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich im Juli 2017 auf insgesamt 189.914 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juli 2016 um 15.596  oder 7,6 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 72,6  Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Juli bei 8,9 Prozent.    
Diese Pressemitteilung posten:

Website Promotion

Weitere Pressemitteilungen dieses Herausgebers

Disclaimer