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Historischer Tag für die Forschungskooperation in Europa

Völkerrechtliches Übereinkommen über Bau und Betrieb des Röntgenlasers European XFEL im Hamburger Rathaus unterzeichnet

(lifePR) (Berlin, )
Der Aufbau einer Forschungsanlage der Superlative in Hamburg und Schleswig-Holstein ist einen großen Schritt vorangekommen: Im Hamburger Rathaus haben am Montag Wissenschaftsminister und Staatssekretäre aus zehn Ländern in Ost- und Westeuropa das Übereinkommen unterzeichnet, das den Röntgenlaser "European X-Ray Free Electron Laser" (Europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaseranlage) als neues internationales Forschungszentrum in Hamburg etabliert. Staatssekretär Prof. Frieder Meyer-Krahmer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Staatssekretär Dr. Peter Ammon vom Auswärtigen Amt unterzeichneten den Vertrag für die Bundesrepublik Deutschland. Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust, Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen unterzeichneten gemeinsam mit Staatssekretär Meyer-Krahmer entsprechende nationale Verträge, die die Zusammenarbeit von Bund und beiden Ländern beim European XFEL regeln.

Die Anlage wird ab dem Jahr 2014 Röntgen-Laserblitze von bislang unerreichter Brillanz, Intensität und Zeitauflösung liefern. Das eröffnet völlig neue Einblicke in die Nanowelt - so wird es zum ersten Mal möglich sein, chemische und biologische Reaktionen zu filmen, was zum Beispiel bei der Entwicklung von Medikamenten hilft. An den Kosten für Errichtung und Inbetriebnahme von rund einer Milliarde Euro trägt Deutschland etwas mehr als die Hälfte, wobei Hamburg 65 Millionen Euro und Schleswig-Holstein 25 Millionen Euro beiträgt.

Staatssekretär Meyer-Krahmer würdigte die herausragende Bedeutung des Projekts für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. "Der European XFEL ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Grundlagenforschung in Europa. Forschungsgeräte dieser Größenordnung lassen sich ausschließlich in internationaler Kooperation verwirklichen. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs bauen wir den European XFEL gemeinsam mit Partnern aus Ost- und Westeuropa bei uns in Deutschland. Damit schreiben wir Forschungsgeschichte!" Staatssekretär Ammon sagte dazu: "Der European XFEL hat mit der Beteiligung von zehn Ländern auch eine wichtige außenpolitische Dimension. Mit 250 Millionen Euro ist Russland mit Abstand größter internationaler Partner beim European XFEL und setzt einen weiteren Meilenstein für die deutsch-russische strategische Partnerschaft."

"Ich freue mich, dass wir heute hier in Hamburg das völkerrechtliche Übereinkommen zum Bau und Betrieb der Europäischen Freie-Elektronen-Röntgenlaseranlage XFEL unterzeichnen konnten", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust: "Der European XFEL ist ein Highlight im wahrsten Sinne des Wortes mit seinen hochintensiven, ultrakurzen Laserblitzen, die völlig neue Experimentiermöglichkeiten versprechen. Die neue Anlage verbindet nicht nur die Wissenschaftsstandorte Hamburg und Schleswig-Holstein miteinander, sondern auch Wissenschaftler aus 14 Nationen. Diese beeindruckende internationale Zusammenarbeit beweist, dass Neugier und Forscherdrang über alle Grenzen hinweg verbinden."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bezeichnete das Vorhaben als weiteren Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Norddeutschland. "Schleswig-Holstein und Hamburg werden sich in Zukunft als Standort für Spitzenforschung noch stärker profilieren", sagte Carstensen. "Der European XFEL ist ein Beschleuniger in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass der Norden Deutschlands um ein ambitioniertes internationales Großprojekt reicher ist."

Der Bau des European XFEL wurde vom Wissenschaftsrat empfohlen und in Europas Forschungsfahrplan für Großgeräte, die ESFRI-Roadmap, aufgenommen. Die Tiefbauarbeiten für den XFEL sind seit Januar in vollem Gang. 14 Partnerstaaten wollen die Röntgenlaseranlage gemeinsam bauen - außer den heutigen Unterzeichnern Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik und Ungarn planen auch China, Frankreich, Großbritannien und Spanien ihre Teilnahme.
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