Prävention: "Die Uhr zeigt fünf nach zwölf"

(lifePR) ( Berlin, )
Wo finden "Prävention und Gesundheitsförderung" derzeit die Erfolg versprechendsten Bedingungen? Im parlamentarischen Verfahren jedenfalls nicht, stellt die Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Birgit Fischer, anlässlich der heute stattfindenden Tagung "Prävention und Gesundheitsförderung - Anspruch und Wirklichkeit" fest. Zwar zähle Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler die Prävention zu den nächsten Reformprojekten der schwarz-gelben Regierung, ein zentrales Präventionsgesetz sei jedoch in weite Ferne gerückt. Die Chefin der größten deutschen Krankenkasse wirbt daher vor rund 300 Spezialisten aus Medizin und Sozialwesen für eine Präventionsbewegung jenseits politischer Geleise: "Die Reform von oben funktioniert derzeit nicht. Wir sollten uns daher auf bestehende Netzwerke besinnen, lokale Initiativen stärken und neue Partnerschaften gründen." Prävention dürfe nicht in die Ecke gesundheitspolitischer Sonntagsreden abdriften oder als Angriffsfläche für Berufsskeptiker dienen. "Wir müssen gemeinsam Handlungsfähigkeit zeigen."

Für Marion Caspers-Merk ist es "bei der Prävention fünf nach zwölf". Die langjährige Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und jetzige Präsidentin des Kneipp-Bundes verweist auf das aktuelle Minus im Bereich Soziale Dienste/Prävention/Impfungen. Die Ausgaben der Krankenkassen seien hier im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent zurückgegangen. "3.000 Euro pro Versicherten und Jahr wenden die Kassen für medizinische Behandlung auf. Für Prävention sollen hingegen laut Richtwert drei Euro ausreichen." Caspers-Merk hinterfragt die vorherrschende Orientierung an der Reparaturmedizin und fordert ein Umdenken in Richtung Vorsorge. Zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung gehöre es auch, ausreichend Forschungsgelder bereitzustellen und Präventionsforschung stärker zu fördern. "Die derzeitige Regierung muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden."

Die größte Bewährungsprobe für Prävention sieht Dr. Matthias Girke, Internist und Vorstandsmitglied des Dachverbandes Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD), allerdings im individuellen und kollektiven Verhaltensbereich: "Echte Prävention bedeutet nicht nur, der Krankheit zuvorzukommen, sondern die Entwicklung von veränderten Lebensstilen hin zu mehr Gesundheit." Dazu seien mehrdimensionale Präventionskonzepte erforderlich, die bereits in Schulzeit und Ausbildung darauf abzielen, einen eigenverantwortlichen Umgang mit den persönlichen Ressourcen für Gesundheit und Krankheit zu entwickeln.

Lebensstiländerung und Zielgruppenansprache sind im Präventionsbereich feste Orientierungsgrößen. Das zeigt eine Reihe von Referaten zu Präventionsprojekten vor Ort und zur Präventionsforschung am Projekt: Wie kann eine ambulante Adipositastherapie stark übergewichtigen Erwachsenen bei der dauerhaften Lebensstiländerung helfen? Was trägt ein Krankenhaus dazu bei, nach einem Herzinfarkt einen Rückfall in bewegungsarme und hektische Lebensweisen zu vermeiden? Und warum gehört zu einer guten gesunden Schule mittlerweile auch die Burn-out-Prävention bei Lehrern? Die Tagung wird vom Kneipp-Bund, dem Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland und der BARMER GEK veranstaltet.
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