Sonntag, 19. November 2017


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Zukunft braucht Pflege - Pflege braucht Zukunft

Fachkräftebedarf in der Altenpflege steigt - Weiterbildung bietet Chancen

Karlsruhe, (lifePR) - Altenpflegekräfte werden dringend gesucht und die Nachfrage nach Pflegepersonal steigt weiter, denn unsere Gesellschaft wird immer älter. Der demografische Wandel und die damit verbundene alternde Gesellschaft erfordern ein konzentriertes Vorgehen, damit auch künftig Angebot und Qualität gesichert werden können.

"Die Altenpflege benötigt dringend gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit großem Engagement und hoher Motivation ältere Menschen pflegen und betreuen. Deshalb arbeiten wir verstärkt an der dauerhaften Integration Arbeitsuchender und Arbeitnehmer, die sich beruflich umorientieren oder weiterentwickeln wollen. Damit beide Seiten zusammen kommen, organisieren und finanzieren wir zahlreiche Umschulungen und Weiterbildungen im Pflegebereich", sagt Ingo Zenkner, Leiter der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt.

Von der Hilfskraft zum examinierten Altenpfleger

Taj Gul hat hier in Karlsruhe die Arbeit gefunden, die ihn zufrieden macht. Der 38-Jährige stammt aus Pakistan und hat, bevor er nach Deutschland kam, in seinem Heimatland Informatik studiert. Er kam 2001 nach Deutschland mit dem Ziel, als Informatiker zu arbeiten. Doch in Deutschland wurde nur sein Vordiplom anerkannt.

So kam alles anders.

Zunächst lernte er an der Uni Karlsruhe die deutsche Sprache mit abschließender Sprachprüfung. Im Anschluss belegte er das Studienfach Informatik, welches er vorzeitig beenden musste.

Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er bereits neben dem Studium als Helfer bei einem Lebensmittelhersteller. Dort blieb er zunächst weiter bevor er Ende 2011 im Seniorenzentrum des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Oberreut die Chance zu einem beruflichen Neustart als Hilfskraft in der Altenpflege bekam.

"Die Arbeit und der Umgang mit älteren Menschen macht mir sehr viel Freude. Viele Bewohner benötigen Hilfe und Unterstützung, um ihren Tagesablauf bewältigen zu können. Mir liegt viel daran, sie in diesem Lebensabschnitt begleiten zu können. Dass mein Chef und die Agentur für Arbeit mir die Möglichkeit geben, eine 3-jährige Ausbildung zum examinierten Altenpfleger zu absolvieren, macht mich stolz".

Taj Gul ist ein Beispiel für das Förderprogramm "WeGebAU". Hiermit kann die Arbeitsagentur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne anerkannten Berufsabschluss oder mit Berufsabschluss fördern, wenn nach dem Abschluss vier Jahre eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichtet wurde und der Arbeitgeber den Mitarbeiter für den Erwerb eines Berufsabschlusses freistellt

Taj Gul und sein Arbeitgeber haben diese Möglichkeit genutzt. Seit 1. Oktober 2013 besucht Gul die staatlich anerkannte Fachschule für Altenpflege im Berufsfortbildungswerk (bfw).

Noch mal ganz von vorne anfangen heißt es für Angelika Ludwig

Angelika Ludwig aus dem Raum Rastatt hätte 1993 während ihrer kaufmännischen Lehre nicht gedacht, dass sie Jahre später eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht.

Die 43-Jährige startete nach ihrer Ausbildung als Bürokraft. Deshalb war für sie klar, dass sie nach ihrer Elternzeit wieder ins Büro geht. Doch die Anforderungen im kaufmännischen Bereich hatten sich in den sieben Jahren enorm verändert, so dass sie nahezu keine Chance hatte, wieder einzumünden.

Um nicht arbeitslos zu sein, ging sie 2002 als Helferin in die Produktion. Sie wurde Vorarbeiterin und war eigentlich zufrieden. Dann wurde sie Anfang Mai 2012 arbeitslos. Sie fixierte sich erneut auf Büroberufe; bekam aber auch dieses Mal keine Chance.

Durch eine Bekannte, die selbst als Hauswirtschafterin in einem Pflegeheim arbeitet, wurde sie auf den Beruf der Altenpflegerin aufmerksam. Sie suchte das Gespräch mit ihrer Vermittlerin.

Der Vorschlag Ihrer Ansprechpartnerin in der Arbeitsagentur Rastatt, eine geförderte Umschulung/ Ausbildung zu erwägen, kam da gerade recht.

"Die Idee fand ich gut", erzählt Angelika Ludwig, "ich wollte jedoch vorab ganz sicher sein, dass die Altenpflege mir auch wirklich liegt und habe mich im Vorfeld intensiv mit dem Berufsfeld der Altenpflegerin beschäftigt und bereits vor Beginn der Umschulung ein Pflegeheim gesucht, bei dem ich den praktischen Teil meiner Ausbildung absolvieren kann.

Jetzt bin ich schon ein halbes Jahr in der staatlich anerkannten Fachschule für Altenpflege beim bfw und kann sagen, das ist für mich der richtige Weg. Die Ausbildung ist zwar anstrengend aber sie lohnt sich in jeder Hinsicht. Zum einen lernt man unheimlich viele Dinge, die einem einen anderen Blickwinkel auf die ganze Situation im Pflegebereich verschaffen. Das gilt für den theoretischen aber auch für den praktischen Teil. Zum anderen ist der Beruf der Altenpflegerin ein zukunftsträchtiges Berufsfeld. Die Chancen sind gut, so dass ich nach der Ausbildung sicher einen festen Arbeitsplatz bekomme".

Im Pflegheim Marienhaus in Malsch absolviert die angehende Altenpflegerin den praktischen Teil ihrer Ausbildung. "Dort gefällt es mir sehr gut. Am schönsten ist die Dankbarkeit der älteren Menschen", so Ludwig.

Axel Kühn, Leiter des ASB-Seniorenzentrums in Oberreut und Martin Albrecht, Heimleiter des Marienhauses in Malsch wissen aus Erfahrung, wie wichtig es ist, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu haben. "Durch den demografischen Wandel werden wir künftig einen stetig wachsenden Bedarf an qualifiziertem Personal benötigen. Deswegen wollen wir junge aber auch lebenserfahrene Menschen für diesen anspruchsvollen Beruf gewinnen und sie bei ihrer Ausbildung unterstützen", sagen beide übereinstimmend.

Die staatlich anerkannte Fachschule für Altenpflege im bfw bildet seit über 35 Jahren Altenpflegefachkräfte aus. Die Chancen nach der Ausbildung eine Anstellung als Fachkraft in der ambulanten oder stationären Pflege zu erhalten, liegt bei 100 Prozent.
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