Mittwoch, 22. November 2017


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Wie jedes Jahr zum Ferienbeginn

Arbeitslosigkeit saisonbedingt angestiegen

Karlsruhe, (lifePR) - Die Arbeitslosigkeit im Stadt- und Landkreis Karlsruhe ist im Juli saisonbedingt angestiegen. 

Hierzu Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt:

"Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zu Ferienbeginn typisch. Wie jedes Jahr melden sich in den Sommermonaten viele Schul- und Ausbildungsabsolventen arbeitslos. Das hängt damit zusammen, dass in dieser Zeit die Übergänge vom Ausbildungs- ins Beschäftigungssystem stattfinden. Daher ist auch die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren überdurchschnittlich stark angestiegen. Sie liegt aber unter dem Vorjahreswert.

Aus Erfahrung weiß ich, dass diese jungen Arbeitslosen, die nun statistisch zu Buche schlagen, nicht lange bei uns gemeldet sein werden. Nach der Urlaubszeit in den Betrieben finden diese gut ausgebildeten Berufsanfänger schnell einen Arbeitsplatz, zumal der Arbeitsmarkt für Fachkräfte sehr aufnahmefähig ist.

Hinzu kommt, dass sich der Quartalskündigungstermin zum 30. Juni bemerkbar macht. Dies ist immer noch der zweitgrößte Kündigungstermin im Jahr". 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Gesamtbezirk

21.831 Frauen und Männer waren im abgelaufenen Monat ohne Arbeit. Im Monatsvergleich ist das ein Plus von 429 Personen. Letztes Jahr war der Anstieg von Juni zu Juli deutlich höher. Zunahme gab es insbesondere bei Jugendlichen und Frauen.

Im Juli waren knapp 2.200 jüngere Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Gegenüber dem Juni bedeutet dies einen  Anstieg von 420 oder 23,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen ist auf 3,7 Prozent angestiegen. Sie liegt damit auf Vorjahresniveau. 

Ein ähnliches Bild zeichnete sich bei der geschlechtsspezifischen Betrachtung ab. Hier machte sich der Quartalskündigungstermin bemerkbar, denn dieser betrifft in der Regel die klassischen Dienstleistungsberufe, in denen besonders viele Frauen tätig sind. Ihre Zahl stieg um 2,6 Prozent auf 10.327 Personen an. Der Frauenanteil gemessen an allen Arbeitslosen liegt bei 47,3 Prozent.

Bei den arbeitslosen Männern hingegen fiel der Anstieg mit 1,5 Prozent moderater aus, 11.504 Männer sind derzeit arbeitslos. 

Die Arbeitslosenquote, die auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen berechnet wird, ist um einen Zehntelprozentpunkt gestiegen Mit aktuell 4,0 Prozent liegt sie aber weiterhin im Landesdurchschnitt. 

Der Blick auf die beiden Rechtskreise unterstreicht die bisherigen Aussagen. Die Zunahme erfolgte in erster Linie bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III - SGB III). Die Zahl der arbeitslosen Menschen, die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II erhalten, konnte dagegen reduziert werden (minus 67).

In den vergangenen vier Wochen erhielten 12.566 Frauen und Männer oder 57,6 Prozent aller Arbeitslosen im Bezirk der Agentur Karlsruhe-Rastatt Leistungen zur Grundsicherung (SGB II). 

5.925 Frauen und Männer mussten sich im Juli neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten 5.479 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden.

"Obwohl der Arbeitsmarkt an Dynamik verloren hat, belegen die aktuellen Abgangszahlen im Jahresvergleich, dass der Markt weiterhin aufnahmefähig ist", fügt Ingo Zenkner an. 

Die Einstellungsbereitschaft der regionalen Unternehmen hat sich in den vergangenen vier Wochen positiv verändert. Arbeitgeber meldeten der Agentur im Juli 2.066 neue Arbeitsstellen. Das waren gut 250 mehr als im Juni. Das Gesamtangebot im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt liegt aktuell bei 4.870.

Der Ausbildungsmarkt ist noch kräftig in Bewegung: Seit Beginn des Berichtsjahres (Oktober bis September des Folgejahres) meldeten die Arbeitgeber 5.893 Ausbildungsstellen; 4,3 Prozent oder gut 240 mehr als letztes Jahr zur gleichen Zeit. 

Zeitgleich haben rund 5.176 Bewerberinnen und Bewerber, die eine Ausbildungsstelle suchen, bei der Berufsberatung vorgesprochen. Die Zahl der Bewerber kann sich aber in den nächsten Wochen noch erhöhen, da sich direkt nach Ende des Schuljahres auch die Jugendlichen melden werden, deren selbständige Suche bisher ohne Erfolg blieb. 

Bewerber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, sollten sich schnellstmöglich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, denn es gibt noch viele Ausbildungsangebote in unterschiedlichen Berufen.

Termine können unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden. 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den neun Geschäftsstellen 

Der Blick auf die einzelnen Geschäftsstellen zeigt eine nahezu einheitliche  Entwicklung. Acht der neun Geschäftsstellen mussten einen Anstieg melden. 

Hauptagentur Karlsruhe

Hier ist die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli um 84 auf 9.896 Personen angestiegen.

Dadurch veränderte sich die Arbeitslosenquote. Mit 4,6 Prozent liegt sie um einen Zehntelprozentpunkt höher als vor vier Wochen aber unter Vorjahresniveau (4,7 Prozent).  

Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Neumeldungen um 5,5 Prozent zurück. Im Juli meldeten sich in der Karlsruher Hauptagentur 2.618 Personen neu oder wieder arbeitslos. Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit bleiben gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. 2.528 Männer und Frauen konnten in den letzten vier Wochen ihre Arbeitslosigkeit beenden; 120 mehr als im Juni.

Der Karlsruher Arbeitgeberservice akquirierte über 940 neue Arbeitsstellen; Rund 130 mehr als im Vormonat. Das Gesamtangebot ist um 77 Stellen angestiegen und liegt nun bei 2.031.  

Geschäftsstellen in Mittelbaden

Auch in Mittelbaden macht sich das Schuljahres- und Ausbildungsende auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl arbeitsloser Menschen stieg in der Region Mittelbaden im Juli auf 5.879, das sind 91 mehr als im Vormonat, aber 76 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging dadurch im Jahresvergleich 0,1 Prozent zurück.  Mit 3,8 Prozent liegt sie  zwei Zehntelprozentpunkte unter Landesschnitt. 

In Baden-Baden ist die Arbeitslosigkeit um 45 auf 1.480 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um zwei Zehntelprozentpunkte auf 5,5 Prozent. Sie liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. 

Im Juli gab es in Baden-Baden mehr Neumeldungen als Abmeldungen. 320 Personen mussten sich neu oder wieder arbeitslos melden. Gleichzeitig konnten sich aber nur 278 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. 

In der  Geschäftsstelle Bühl ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozent angestiegen. Mit 2,7 Prozent ist dies aber weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich gestiegen. Im Juli waren hier 1.036 Menschen arbeitslos gemeldet, genau 60 mehr als im Vormonat und rund 70 mehr als noch vor einem Jahr. 

Der Unterschied zwischen Abmeldungen und Zugänge in Arbeitslosigkeit war hier stärker als in den übrigen mittelbadischen Geschäftsstellen.  248 Frauen und Männer konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 311 mussten sich neu arbeitslos melden.

Auch die Kräftenachfrage hat abgenommen. 103 Vakanzen meldeten die Arbeitgeber im Juli. 

Im Bezirk der Arbeitsagentur Gaggenau dagegen hat sich die Arbeitslosigkeit um 17 auf 864 Personen verringert. Dadurch ging die Arbeitslosenquote um einen Zehntelprozentpunkt auf 2,8 Prozent zurück.

Gaggenau registrierte als einzige Geschäftsstelle mehr Abgänge aus der Arbeitslosigkeit als Zugänge.  In den vergangenen vier Wochen konnten sich 265 Frauen und Männer aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Das waren 23,3 Prozent  mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig mussten sich rund 252 Personen neu oder erneut arbeitslos melden - etwas weniger als vor einem Jahr.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften blieb konstant. Das Gesamtangebot an freien Stellen beläuft sich derzeit auf 166. 

In Rastatt blieb die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat nahezu  konstant. 2.409 Menschen sind jetzt ohne Arbeit; 112 Personen weniger als im

Vorjahr. Die Arbeitslosenquote veränderte sich nicht. Mit 4,2 Prozent liegt sie um drei Zehntel unter dem  Vorjahreswert. 

Die Neumeldungen und Abmeldungen hielten sich in der Geschäftsstelle Rastatt die Waage.

Die Nachfrage der regionalen Arbeitgeber nach neuen Mitarbeitern ist im vergangen Monat gestiegen.  Dadurch erhöhte sich auch  das Gesamtangebot. Es ist auf 644 angestiegen. 

Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe

Alle fünf Geschäftsstellen im Landkreis Karlsruhe mussten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit melden. 

In Bretten ist die Arbeitslosigkeit um 67 auf 1.115 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote veränderte sich dadurch um 0,2 Prozent und liegt jetzt bei 4,0 Prozent. Der Zugang an Neumeldungen war in Bretten mit 318 Personen deutlich höher als die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit (253).

Positiv, der Arbeitgeberservice konnte in den letzten vier Wochen wieder ein Plus an neuen Arbeitsstellen melden. 

Auch in Bruchsal ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen. Im Berichtsmonat waren 2.417 Frauen und Männer ohne Arbeit. Knapp 100 mehr als im Juni. Dadurch veränderte sich  Arbeitslosenquote. Mit 3,8 Prozent liegt sie um 0,1 Prozent höher als  im Vormonat und im Vorjahr.

Insgesamt 1.350 Zugänge und Abgänge aus der Arbeitslosigkeit wurden im vergangenen Monat in Bruchsal registriert. Dabei überwog die Zahl der Neuzugänge. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften blieb konstant. 

In Ettlingen ist die Arbeitslosenquote auf 3,2 Prozent angestiegen. Die Geschäftsstelle hatte lange Zeit die niedrigste Quote im Landkreis Karlsruhe; jetzt muss sie den Platz mit Waghäusel teilen. Grund hierfür ist der Anstieg der Arbeitslosenzahl um knapp 50  auf  1.458 Personen.

Es gab viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt in Ettlingen. 457 Personen, das sind  rund 150 Personen mehr als im Juni,  mussten sich neu oder wieder arbeitslos melden. 403 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 

Die nördlichste Geschäftsstelle Waghäusel meldete gegenüber Juni ebenfalls einen Anstieg der Arbeitslosenzahl. Dort sind jetzt 1.066 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Etwas weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging binnen Jahresfrist um 0,1 Prozent auf 3,2 Prozent zurück. Gegenüber Juni stieg sie um ein Zehntelprozentpunkt  an. 

 
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