Montag, 20. August 2018


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Karlsruher Arbeitsmarkt im Umbruch?

Niedrigste Arbeitslosigkeit im April seit 19 Jahren / Höchststand bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten / Trotzdem sind noch 16.390 Frauen und Männer arbeitslos

Karlsruhe, (lifePR) - Der Karlsruher Arbeitsmarkt hat sich von der letzten Krise erholt und gut stabilisiert. Es ist sichtbar, dass sich die kräftige Erholung der Wirtschaft fortsetzt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht mit knapp 291.400 Erwerbstätigen den höchsten Stand, die Arbeitslosigkeit im April den niedrigsten Wert seit 1992.

"Insgesamt gesehen eine positive Entwicklung. In der Vergangenheit war unser Arbeitsmarkt von Strukturwandel und hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Jetzt erleben wir einen beginnenden Umbruch und diesen müssen wir unbedingt nutzen, zumal die Auswirkungen der Japankrise unseren regionalen Arbeitsmarkt bisher nicht berühren", sagt Ingo Zenkner, Chef der Karlsruher Arbeitsagentur bei Vorlage der Aprildaten.

"Seit einigen Monaten melden uns die Unternehmen einen erhöhten Bedarf an Arbeits- beziehungsweise Fachkräften. Die Herausforderung liegt jetzt immer stärker darin, die stetig wachsende Zahl der uns gemeldeten Stellen rasch zu besetzen und dadurch die Arbeitslosigkeit weiter zu mindern oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Wir haben nach wie vor ein großes Potential an erfahrenen und engagierten Arbeitskräften. Zum Beispiel die Menschen die bisher noch nicht von der guten Wirtschaftslage profitieren konnten, wie etwa Ältere, Langzeitarbeitslose oder Kunden mit gesundheitlichen Handicaps. Zusätzlich kommen immer mehr gekündigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, mit dem Ziel nahtlos in eine neue Beschäftigung zu gelangen, sehr früh zu uns. Diesen Marktausgleich unterstützen wir sehr aktiv. Schon Monate vor Ende des aktuellen Beschäftigungsverhältnisses beginnen wir gemeinsam mit dem Vermittlungsprozess und können dadurch die Arbeitslosigkeit oft verhindern. Ich bin überzeugt, dass uns dies in Zukunft noch öfter gelingen wird", so Zenkner weiter.

Der Arbeitsmarkt im Überblick

- Genau 16.391 Frauen und Männer sind ohne Arbeit - 439 oder 2,6, Prozent weniger als vor einem Monat und 15,8 Prozent oder 3.087 weniger als vor einem Jahr. Bei fast allen Personengruppen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Mit einem Minus von 10,9 Prozent profitierten die Jüngeren (15 unter 25 Jahre) erwartungsgemäß am stärksten. Bei den älteren Arbeitslosen ab 55 Jahren wurde, trotz der guten Wirtschaftslage, ein Anstieg von 0,4 Prozent registriert. Inzwischen sind rund 5.140 oder 31,4 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe älter als 50 Jahre.

- Bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III - SGB III) ging die Arbeitslosigkeit erneut deutlicher nach unten (- 311) als bei der Grundsicherung nach SGBII.
Im April erhielten 9.954 Frauen und Männer oder 60,7 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe Leistungen zur Grundsicherung (SGB II), knapp 130 Personen weniger als vor vier Wochen. In der Stadt Karlsruhe sind inzwischen 70,9 Prozent oder 6.220 Personen aller arbeitslosen Menschen SGB-II-Kunden. Im Landkreis Karlsruhe erhalten jetzt 3730 Personen die Leistung der Grundsicherung; der Anteil hier: 49,0 Prozent.

- Die Arbeitslosenquote ist erneut um einen Zehntelprozentpunkt gesunken. Mit aktuell 4,4 Prozent liegt sie 0,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,2 Prozent.

- Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung. Im April meldeten sich 4.588 Frauen und Männer (neu oder erneut) arbeitslos, das waren knapp 150 mehr als im März, aber 620 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 5.013 Personen ihre Arbeitslosigkeit gut 960 mehr als im April 2010.

- Arbeitgeber meldeten dem Arbeitgeberservice im April 1.640 neue Arbeitsstellen, das waren 18,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn sind über 6.000 neue Stellen eingegangen, ein gutes Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Gesamtangebot im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe liegt derzeit mit 3.630 gut doppelt so hoch wie noch vor einem Jahr (Steigerung um 51,3 Prozent)

- Auch der Ausbildungsmarkt ist kräftig in Bewegung. Täglich melden die Arbeitgeber ihre freien Ausbildungsplätze - viele Jugendliche suchen noch einen Ausbildungsplatz. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten die Arbeitgeber bisher 3.144 Ausbildungsstellen; 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Parallel suchen 3.070 jungen Menschen mit Hilfe der Berufsberatung eine Ausbildungsstelle für diesen Herbst.

- Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Stadt- und Landkreis Karlsruhe weiter zugenommen und mit 291.387 einen neuen Höchststand erreicht. Besonders im tertiären Sektor, der immer noch Motor der Entwicklung ist, sorgten das Gesundheits- und Sozialwesen, der Bereich Erziehung und Unterricht, das Logistikgewerbe sowie die Zeitarbeit für neue Jobs.
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