Montag, 23. Oktober 2017


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Wir sind 11 Millionen: das 1. Single-Symposium stellte ein (fast) unbekanntes Wesen vor

Berlin, (lifePR) - Am 25. Februar 2014 fand das 1. Single-Symposium im Indigo Hotel in Berlin statt. Fünf Referenten aus Wirtschaft, Internet, Psychologie und Politik sprachen zu verschiedenen Aspekten des offensichtlich relevanten Themas: Rund 40 Journalisten und Blogger waren der Einladung gefolgt, die meisten übrigens kein Single. Der Abend machte deutlich: das Thema ist so facettenreich und spannend und viele Fragestellungen blieben unbehandelt. So war dieser erste Termin nur die Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von Symposien. Bereits im November ist ein weiteres geplant, das dann auch für interessierte Konsumenten offen ist.

Aufhänger war eine Studie des Zukunftsinstituts. 2030, so die Prognose, werden 45% der Deutschen Single sein. Wie wird die Zukunft aussehen? Werden wir 2060 dann eine reine Singlegesellschaft haben?

Doch erst einmal wurden einige Unklarheiten und Mythen geklärt. So sind verschiedene Zahlen im Umlauf, was die Zahl der Singles angeht: Das Statistische Bundesamt erhebt lediglich die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte. Dies können Menschen in Beziehung sein, die getrennt leben, Single-Mütter mit Kindern fallen durch, ebenso wie zwei Singles, die in einer WG leben. Singles sind nicht nur junge, konsumfreudige Hipster zwischen 20 und 40, es sind auch Witwer, Witwen oder alleinerziehende Menschen. Die Industrie, darunter Symposium-Veranstalter adamare SingleReisen, geht von 11 bis 12 Millionen aus.

Wieland Stolzenburg, Paartherapeut und Single-Coach aus München, sprach über mögliche psychologische Gründe, die es uns heutzutage schwer machen, uns zu binden. Außerdem erfuhren die Zuhörer etwas über die schlimmsten Fallen beim Dating. Sein Tipp: Die zarte Pflanze der neuen Bekanntschaft nicht ersticken durch übermäßiges Engagement. Es gilt auch hier: Willst du was gelten, macht dich selten.

Anja Drews, Sexualwissenschaftlerin bei der Beate Uhse AG, referierte über Singles und Sexualität. Sie räumte mit dem Vorurteil auf, dass Singles besonders viel Sex hätten. Nur fünf Prozent Geschlechtsverkehr findet außerhalb von Beziehungen statt. Menschen sehnen sich nach Sex mit Liebe und so verzichtet mancher ohne eine Liebesbeziehung eben auch eher auf Sex.

Pamela Moucha, Online-Dating-Expertin von Singlebörsen-Vergleich.de sprach dann über Dating-Kommunikation. So ist der Umgang von Singles auf Flirt- und Partnersucheportalen im Internet lockerer und direkter, aber auch schonungsloser. Wer nicht ins Erwartungsschema passt, wird einfach "weggeklickt".

Stefan Zierke, MdB (SPD), schließlich sah die Politik vor allem in der Pflicht, Familien zu fördern und Anreize zu liefern, möglichst kein Single zu bleiben. Gründe, eine Beziehung einzugehen, gibt es genug, allen voran: Statistisch gesehen sterben Singles früher. Subventionen für Singlebörsen sind allerdings noch nicht geplant.

Auch wenn es zeitweise den Anschein hatte: Singles sind nicht per se bedürftig, bei den genannten Auffälligkeiten und Statistiken handelt es sich lediglich um Tendenzen.

Steffen Butzko, Geschäftsführer von adamare SingleReisen, erzählte vom Reiseverhalten von Singles und wie Singles im Marketing angesprochen werden sollten. Zielgruppengerechte Ansprache und der richtige Umgang mit ihr ist gerade bei Singles sehr wichtig für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. So möchten Singles nicht unbedingt als solche geoutet werden. Bei einer Teilnahme an einer adamare-Reise erzählen sie Freunden zum Beispiel nicht, dass sie an einer Singlereise teilnehmen, sondern an einer Gruppenreise. Für viele ist es immer noch ein Makel, hier will adamare auch eine Lanze brechen für alle Singles und ihren Beziehungsstatus als eine mögliche Lebensform unter vielen verstanden wissen.

Im Anschluss an die einzelnen Referate wurden die Thesen in gemeinsamer Runde und mit dem Plenum diskutiert. Nach dem offiziellen Teil wurden noch viele Interviews geführt und das Gehörte bei einem kleinen Imbiss im Restaurant des Hotels vertieft.

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