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Flucht in die Träume

Tennessee Williams »Endstation Sehnsucht« hat am 1. November 2025 im Großen Haus Premiere / Theaterfrühstück am 26. Oktober 2025, 11 Uhr, Oberes Foyer

(lifePR) (Heilbronn, )
»Ich wohnte ganz in der Nähe der Hauptstraße des alten Stadtviertels. Sie führt den Namen Royal. Diese Straße entlang auf denselben Gleisen fahren zwei Straßenbahnen. Die eine heißt Desire, Sehnsucht, die andere Cemetery, Friedhof. Ihre unentwegte Fahrt die Royalstreet hinauf und herab schien mir plötzlich von symbolischer Bedeutung für das Leben« zu sein. Das schrieb Tennessee Williams über seine Inspiration zu einem seiner bis heute größten Erfolge – das Psychodrama »Endstation Sehnsucht«, mit dem er zwei der faszinierendsten Figuren der Theatergeschichte schuf: Blanche DuBois, die ihren gesellschaftlichen Abstieg versucht mit Realitätsflucht und Arroganz zu kompensieren, und Stanley Kowalski, ihren vor Vitalität und Virilität nur so strotzenden Antipoden. Meisterhaft lässt Williams hier Wunschträume der Menschen mit der Realität kollidieren. Die Straßenbahn mit dem Namen »Sehnsucht« steht als Symbol für eine Flucht in die Träume und in eine bessere Zeit – ob nun in der Vergangenheit oder der Zukunft.
Elias Perrig, der sich mit Inszenierungen wie »Prima Facie« oder »Yerma« als feinfühliger Regisseur für komplexe psychologische Versuchsanordnungen auf der Bühne erwiesen hat, bringt das Stück auf die Große Bühne. Die Premiere findet am 1. November 2026 im Großen Haus statt. Als Blanche DuBois ist Juliane Schwabe zu erleben, Sven-Marcel Voss spielt den Stanley Kowalski.  
Das Stück wird mit englischen Übertiteln gezeigt.

Zum Inhalt
Blanche Dubois, eine feinsinnige, nicht mehr ganz junge Südstaatenschönheit aus gutem Hause, muss ihren Heimatort Laurel verlassen. Ein Familienmitglied nach dem anderen ist gestorben. Belle Rêve, das Gut ihrer ehemals wohlhabenden Familie, wurde zwangsversteigert. Auch ihren Job als Lehrerin ist sie los. Nun sucht Blanche Unterschlupf bei ihrer jüngeren Schwester Stella in New Orleans. Gleich bei ihrer Ankunft bei Stella ist Blanche entsetzt. Die Schwester wohnt mit ihrem Mann Stanley Kowalski in einer kleinen Zwei-Raum-Wohnung in einem heruntergekommenen Mietshaus. Blanche macht sich gar keine Mühe, ihren Dünkel zu unterdrücken und äußert sich abwertend über Stellas Lebensumstände. Dennoch ist die Jüngere bereit, die Schwester in ihrer Notlage bei sich aufzunehmen. Regelrecht schockiert ist Blanche als sie Stanley kennenlernt, einen vor Muskeln und zur Schau getragener Potenz nur so strotzenden Mann mit derben Manieren und einem ausgeprägten Hang zum Alkohol. Blanche lässt ihn nur allzu deutlich spüren, dass er weit unter ihrem Niveau steht. Aber ihre Schwester scheint ihm geradezu hörig zu sein. Zwischen der blasierten Blanche und dem proletarischen Macho Stanley entsteht eine starke Aversion. Ihn und seine Pokerfreunde, mit denen er Karten drischt und die Nächte durchsäuft, vergleicht die feingeistige Frau mit einer »Affenrunde«. Als Blanche Zeugin wird, dass Stanley vor Gewalt gegen seine Frau nicht zurückschreckt, will sie Stella überzeugen, ihren Mann zu verlassen. Stanley belauscht heimlich das Gespräch. Von da an sucht er nach kompromittierenden Fakten in Blanches Vergangenheit, und er wird sie finden. Denn das Bild der moralisch integren, kultivierten Dame, das Blanche von sich selbst zeichnet, hat nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Blanches ätherisches Wesen entpuppt sich als Maske einer verletzten Frau, die die Realität nicht erträgt und an ihr zerbricht.

Tigerin und Motte
»Endstation Sehnsucht« von Tennessee Williams wurde 1947 in New York uraufgeführt und später verfilmt. Tennessee Williams erhielt für dieses Meisterwerk den Pulitzer-Preis. In einer psychologisch fein gearbeiteten und sehr spannend konstruierten Versuchsanordnung verhandelt er vielschichtige und zeitlose Themen wie den Kampf der Geschlechter oder die Nostalgie einer sich überlegen fühlenden Bildungselite, die dem vehementen Behauptungswillen der vermeintlich unterlegenen Arbeiterschicht nichts entgegenzusetzen hat. Nach eigener Aussage hielt sich Tennessee Williams zurück, in den Konflikten seiner Figuren Partei zu ergreifen.
Es gibt eine Vielzahl von Deutungen für die Beziehung zwischen Stanley und Blanche. Manche sehen sie als Aufeinanderprall von Dionysischem und Apollinischem, andere als Gegensatz von amerikanischem Norden und Süden, Wirklichkeit und Illusion, Unkultur und Kultur, Brutalität und Dekadenz, physischen Bedürfnissen und Idealismus, ja sogar von Leben und Tod.
Williams gilt neben Eugene O’Neill als wichtigster amerikanischer Nachkriegsautor, der großen Einfluss auf die Entwicklung des amerikanischen Theaters nahm. Mit großer Sympathie, Empathie und Humor schrieb er über gesellschaftliche Außenseiter. Seine Blanche DuBois, die Hauptfigur aus »Endstation Sehnsucht« wird in ihrer Mischung aus »Tigerin und Motte« (New York Times) als widersprüchlichster und faszinierendster Charakter seines gesamten Werks angesehen. 

Premiere am 1. November 2025, 19.30 Uhr, Großes Haus
Endstation Sehnsucht
(A Streetcar Named Desire)
von Tennessee Williams
Deutsch von Helmar Harald Fischer
Mit englischen Übertiteln

Regie: Elias Perrig
Bühne:    Wolf Gutjahr
Kostüme: Sara Kittelmann
Musik: Biber Gullatz
Licht: Niko Bock
Dramaturgie: Dr. Mirjam Meuser


Blanche: Juliane Schwabe
Stella: Sophie Maria Scherrieble
Stanley: Sven-Marcel Voss
Mitch: Tobias Loth
Eunice/eine Mexikanerin: Judith Lilly Raab
Steve/Arzt: Nils Brück
Pablo/ein junger Kassierer: Richard Feist
eine Krankenschwester: Statisterie  

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