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Aral-Chef: Staat nimmt sich 60 % vom Benzinpreis

Nach Ende des Konflikts gehen die Preise schnell wieder nach unten

(lifePR) (Stuttgart, )
Der Mineralölkonzern Aral wehrt sich gegen den Vorwurf, sich am Konflikt im Nahen Osten zu bereichern. Vorstandschef Achim Bothe verweist darauf, dass die Steuern auf Mineralöl in Deutschland besonders hoch sind und der Staat vom Benzinpreis an der Zapfsäule 60 % beansprucht. „In Deutschland haben wir eine besondere Situation – eine hohe Steuer- und Abgabenlast, auch im europäischen Vergleich. Beim Benzin sprechen wir grob von rund 60 Prozent des Tankstellenpreises, beim Diesel von etwa 50 Prozent“, betont Bothe im Gespräch mit auto motor und sport. „Wenn Sie aktuell Benzin tanken, wird damit deutlich mehr als ein Euro pro Liter als Steuern und Abgaben abgeführt, also vor allem Energiesteuer, CO2-Abgabe, THG-Quote und Mehrwertsteuer.“

Auch die Kritik daran, dass die Preise unmittelbar nach Beginn des Iran-Krieges gestiegen sind, obwohl noch günstig eingekaufte Kraftstoffe in den Tanks lagerten, weist Bothe zurück. Der Kraftstoffpreis richte sich immer nach den Preisen zur Wiederbeschaffung. „Wenn ich heute Kraftstoff verkaufe, den ich morgen wieder anbieten will, bin ich automatisch im Nachkauf, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Deshalb diskutieren wir nicht darüber, was das einzelne Molekül im Tank mal gekostet hat, sondern über das, was ich morgen bezahlen muss, um die Ware wieder bereitzustellen.“ Deshalb reagierten die Kraftstoffpreise auf Krisen unmittelbar. „Wenn man sich die internationalen Produktpreise anschaut, reden wir pro Tag über Preissprünge von teils mehr als 10 Cent pro Liter“, erklärt Bothe.

Der Vorwurf, die Preise stiegen schneller an, würden aber nur langsam sinken, stimmt nach Aussage des Aral-Chefs nicht. „Wenn ein Konflikt ausbricht, steigt die Unsicherheit, und Märkte reagieren sofort. Der Rohölpreis springt. Und umgekehrt reagieren Märkte auch schnell nach unten, wenn Signale Richtung Entspannung kommen – bis sie wieder relativiert werden und der Preis erneut steigt. Es gibt Ausschläge also grundsätzlich in beide Richtungen.“

Redakteurin: Birgit Priemer

 

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