Der alte und neue Vorsitzende Stefan Neuberger und seine Vorstandskollegen bedankten sich bei den Teilnehmern für das Vertrauen. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Uwe Gruber, Mapei GmbH, wiedergewählt. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Bernd Lesker, Mapei GmbH, Dr. Frank Gahlmann, Stauf GmbH, Markus Stolper, Ardex GmbH und Holger Sommer, StoCretec GmbH. Zur Verstärkung des Vorstandsteams wurden Dr. Norbert Arnold als Vorsitzender der TKB und Hanspeter Bressa als Leiter des Beirats für Öffentlichkeitsarbeit, beide Uzin SE, als kooptierte Mitglieder in den Vorstand aufgenommen. Zudem ist auch Klaus Winkels als GEV-Geschäftsführer Mitglied des Vorstands. Die Versammlung wählte außerdem den Technischen Beirat, der die technischen Anforderungen festlegt und anpasst, die Emicode-Produkte erfüllen müssen. Als Vorsitzender des Technischen Beirats wurde Vorstandsmitglied Bernd Lesker im Amt bestätigt.
Das Emicode-Zeichen bietet seriöse Orientierung hinsichtlich des Emissionsverhaltens von Bauprodukten. Ob Putze, Mörtel, Klebstoffe, Parkettlacke, Öle, Wachse oder Dichtstoffe – das GEV-Siegel wird nur an Produkte vergeben, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit dank geringstmöglicher Emissionen durch strenge Laborprüfungen festgestellt wurde. Produkte mit dem Emicode-Zeichen enthalten keine Lösemittel oder phthalathaltige Weichmacher. Zudem ist ihr Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) streng begrenzt. Hersteller müssen ihre Produkte regelmäßigen Kontrollen in Form unangemeldeter Stichproben unterziehen. Wenn sie mit einem Emicode EC 1-Zeichen werben, muss dieses spätestens nach fünf Jahren erneuert werden. Der Erfolg des Emicode-Modells hat sich in den letzten Jahren beschleunigt. Seit 2024 sind 57 weitere Unternehmen zur GEV gestoßen, um ihre emissionsarmen Produkte nach Emicode zertifizieren zu lassen. Insgesamt gehören 268 Mitgliedsfirmen aus 24 Ländern zum Verbund. Aktuell sind 17339 Produkte aus neun Produktkategorien – von Bodenaufbau bis Wandbaustoffe – nach Emicode zertifiziert.
Auf der Mitgliederversammlung beschäftigten sich die Teilnehmer auch mit der Neufassung der EU-Bauproduktenverordnung (BauPVO). Deren wesentliche Bestimmungen gelten zwar seit Januar 2025, allerdings wird die alte Regelung erst spätestens nach 15 Jahren außer Kraft treten. In der Zwischenzeit werden die bestehenden harmonisierten Produktregelungen in einem sogenannten Acquis-Prozess überarbeitet. Mit der Folge, dass je nach Arbeitsstand jeweils noch die alte oder schon die neue BauPVO für ein Produkt gilt. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können diese Parallelregelungen eine große Herausforderung sein. Bei geregelten Produkten ist zu erwarten, dass diese auch im Hinblick auf Emissionen geregelt werden und ein CE-Zeichen tragen. Schärfere Anforderungen durch den Emicode sind aber weiter zulässig, solange die gleiche Bewertungsmethode verwendet wird. Bekanntlich gibt das Emicode-Zeichen Auskunft über das Emissionsverhalten von Bauprodukten. Daher kommt der Einbettung des Emicodes in die gängigen Systeme zur Nachhaltigkeitsbewertung ganzer Gebäude zunehmende Bedeutung zu. Einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die in ihren Produktkriterien auf den Emicode verweist.
Als weiterer Punkt der Tagesordnung informierte der Technische Beirat die Teilnehmer über die Klassifizierung neuer Produkte, zum Beispiel dünnschichtige Spachtelmassen zur Erstellung von Dekorputzen, Dichtungsstreifen für Fenster und Türen, gebundene Schüttungen/Leichtestriche und Schmelzklebstoffe. Zudem erläuterte der Beirat den Mitgliedern die Einführung des R-Wertes (Kennzeichnung für die Rutschhemmung) für EC-1-Produkte und Änderungen bei der Formaldehydbewertung, für die zusätzlich zum 3-Tage-Grenzwert jetzt auch ein 28-Tage-Grenzwert eingeführt wurde. Außerdem erhielten die Teilnehmer Informationen zur neuen Definition von Lösemitteln hinsichtlich des Siedepunkts und der Konzentration. Für den 31.August 2026 kündigte der Beirat einen Ringversuch für Prüflabore an, den die GEV alle drei Jahre als Mittel der Qualitätssicherung durchführt. Derzeit ist die GEV die einzige Organisation weltweit, die Ringversuche in diesem Segment durchführt.