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Licht und Schatten für Thunfische und Haie auf der Jahrestagung der Thunfischkommission für den Indischen Ozean (IOTC)

Die 29. Jahrestagung der Thunfischkommission für den Indischen Ozean (IOTC) bleibt – trotz Fortschritten für einige Thunfischarten und für Blauhaie – hinter den Erfordernissen eines modernen Fischereimanagements zurück.

(lifePR) (Neuss, )
Als akkreditierte Beobachterin der Deutschen Stiftung Meeresschutz nahm Dr. Iris Ziegler, Hai- und Fischereispezialistin, an der 29. Jahrestagung der Thunfischkommission für den Indischen Ozean (IOTC), die vergangenen Donnerstag auf La Réunion endete, teil.

Erstmals wird es eine Fangmengenbegrenzung für Blauhaie im Indischen Ozean geben!

Positiv zu bewerten sind neue Höchstfangmengen für die drei wirtschaftlich bedeutendsten Thunfischarten (Gelbflossen-, Großaugen- und Skipjack-Thunfisch).

Ebenso konnte sich die Konferenz immerhin auf die Erarbeitung von Managementplänen für Schwertfische und erstmals auch für Blauhaie mit einer Fangmengenbegrenzung und Quotenaufteilung einigen.

»Das war ein großartiger Erfolg. Zudem soll es dann ab nächstes Jahr eine Fangmengenbegrenzung mit Quotenaufteilung für Blauhaie geben. Diese soll auf einer dieses Jahr anstehenden Bestandsbewertung basieren. Das ist wirklich ein großer Schritt in die richtige Richtung für diesen weltweit kommerziell gefangenen Hai. Denn trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung wird die Art bisher von keiner Thunfisch-RFMO nachhaltig gemanagt. Immer noch stuft man Blauhaie lediglich als Beifang ein. Das ist aber vollkommen inakzeptabel«, erklärt Iris Ziegler.

Zu verdanken ist dies einem gemeinsamen Vorschlag der Malediven, Pakistans und Südafrikas zum Schutz der Haibestände im Indischen Ozean. Der Vorschlag enthält noch andere wichtige Fortschritte und Maßnahmen und wurde im dritten Anlauf jetzt von der Kommission angenommen.

Nachhaltige Fischerei im Indischen Ozean in weiter Ferne

Von 28 zur Diskussion stehenden Vorschlägen für eine bessere und nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände im Indischen Ozean wurden lediglich 8 teilweise in erheblich abgeschwächter Form als Resolution angenommen.

»Da es keine Fortschritte bei Fischereikontrollen, Beobachterabdeckung, Eindämmung der illegalen Fischerei (IUU) oder der Problematik verloren gegangener Fischsammler (FADs) sowie bei der Einführung Beifang reduzierender Maßnahmen gibt, ist eine Erholung der überfischten Bestände von Thunfischen, Schwertfischen und Haien im Indischen Ozean nicht zu erwarten«, erklärt Iris Ziegler. »Enttäuschend ist, dass es für den bereits überfischten Bestand der Kurzflossen-Makohaie weiterhin keine Fangbeschränkungen geben wird.«

Meeresschützer mit speziellem Hai-Event

Gemeinsam mit dem WWF und The Pew Charitable Trusts veranstaltete die Deutsche Stiftung Meeresschutz zu Beginn der 29. IOTC-Jahrestagung einen speziellen Vortrags-Hai-Event. Damit sollten die Delegierten der Kommission positiv für einen besseren Schutz für Haie im Allgemeinen und für Blauhaie im Besonderen eingestimmt werden.

Begleitend zu den fünf Vorträgen auf dem Event hatten die drei Meeresschutzorganisationen ein gemeinsames Positionspapier für nachhaltiges Fischereimanagement von Haien und Rochen im Indischen Ozean bei der IOTC eingereicht.

Nachhaltige Fischerei kann sich (noch) nicht durchsetzen

Für Haie wie Blauhaie, Seidenhaie oder Makohaie gibt es zwar keine IOTC-Managementpläne. Die Haifischerei im Indischen Ozean ist jedoch weit verbreitet. Zudem sterben viele Haie als Beifang. In der Folge stehen die meisten Haibestände vor dem Zusammenbruch.

Deshalb fordern IOTC-Mitgliedsstaaten aus dem Globalen Süden wie Pakistan oder die Malediven gemeinsam mit Meeresschutzorganisationen seit Jahren die Einführung nachhaltiger Fangmethoden wie Handangeln (Pole and Line) und Schonzeiten. Diese Maßnahmen sollen zudem zur Erholung der notorisch überfischten Bestände von Gelbflossen- und Großaugenthunfischen führen.

Innerhalb der IOTC herrschen seit Jahren schwere Konflikte zwischen den Industriefischerei-Nationen – hier besonders die aus der EU – und Küstenstaaten des Globalen Südens wie Pakistan oder den Malediven, die auf nachhaltige Fischerei angewiesen sind.

Aber auch zwischen einer Großzahl der Mitglieder und Japan und China gibt es immer wieder Auseinandersetzungen.

Zum Hintergrund: Was ist die IOTC?

Die 1993 gegründete IOTC ist für das Fischereimanagement von Thun- und Schwertfischarten zuständig. Das von ihr bewirtschaftete Fanggebiet ist riesig. Es erstreckt sich über den gesamten Indischen Ozean. Die Kommission hat ihren Sitz in Victoria auf den Seychellen und aktuell 29 Vollmitglieder. Darunter China, Indien, Indonesien, Frankreich, Großbritannien, die Malediven, Japan sowie die EU.

Die IOTC ist eine von fünf regionalen Organisationen für das Fischereimanagement (Regional fisheries management organisations/RFMOs) von weit wandernden Fischarten. Diese RFMOs regeln die Fischerei in internationalen Gewässern und der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Küstenstaaten für definierte Meeresgebiete.

Ihnen gehören jedoch nicht nur Anrainerstaaten der in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden Fischereigebiete an, sondern auch Nationen, die verstärkt in diesen Regionen fischen, sogenannte »Long-Distance-Fangnationen«. Dies sind im Falle der IOTC insbesondere Japan, Korea und China.

Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM)

Die Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM) ist eine Treuhandstiftung, die 2007 gegründet wurde. Ziel unserer Arbeit ist es, der Ausbeutung der Weltmeere und der Vernichtung ihrer Bewohner etwas entgegenzusetzen. In Kooperation mit engagierten Forschern und Organisationen rund um den Globus fördern und verwirklichen wir Projekte und Aktionen zum Erhalt des Lebens in den Meeren. Ermöglicht wird dies durch Spenden.

Wir sind Mitglied im europäischen Meeresschutzbündnis Seas At Risk (SAR / seas-at-risk.org), in der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC / deep-sea-conservation.org) und sind Netzwerkpartner der UN-Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung (2021 – 2030) in Deutschland (Ozeandekade / ozeandekade.de).

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