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Pressemitteilung BoxID: 147515 (ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim)
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Konjunkturerwartungen für Mittel- und Osteuropa gehen zurück

ZEW-Erste Group Bank Konjunkturindikator CEE

(lifePR) (Mannheim, ) Die Konjunkturerwartungen für die die Region Mittel- und Osteuropa (CEE) sinken im Februar um 38,6 Punkte auf 20,5 Punkte. Damit liegt der ZEW-Erste Group Bank Konjunkturindikator aber weiterhin im positiven Bereich. Der Indikator spiegelt die Einschätzung der Finanzmarktexperten hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung in der CEE-Region auf Sicht von sechs Monaten wieder. Er wird vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Ersten Group Bank, Wien, monatlich erhoben. Der Rückgang des Indikators relativiert sich allerdings etwas, denn in der Februar-Umfrage steigt der Anteil der Befragten, die von einer unveränderten wirtschaftlichen Entwicklung in der CEE-Region im kommenden halben Jahr ausgehen um 10,2 Prozentpunkte auf 34,7 Prozent. Bei der Kalkulation des Konjunkturindikators werden diese Antworten nicht berücksichtig.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone gehen im Februar stärker zurück als die Erwartungen für die CEE-Region. Der Pressemitteilung Indikator für die Eurozone verliert 41,9 Punkte und steht nun bei 20,8 Punkten. Die Konjunkturerwartungen für Österreich fallen in der aktuellen Umfrage um 36,6 Punkte auf 19,1 Punkte. Eine der Ursachen für den Rückgang der Konjunkturerwartungen für die CEE-Region, die Eurozone und Österreich könnte die aktuell in der Diskussion stehende Finanzlage Griechenlands und die Sorge um andere EU-Länder sein, die ebenfalls mit einer prekären Haushaltslage kämpfen.

Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage für die CEE-Region sinkt im Februar um 6,0 Punkte auf minus 40,0 Punkte. Für die Eurozone geht der entsprechende Indikator um 9,2 Punkte auf minus 38,5 Punkte zurück. Auch hier relativieren sich die Ergebnisse etwas, denn mehr als 50 Prozent der Umfrageteilnehmer beurteilen die aktuelle Situation in der CEERegion und der Eurozone als unverändert. Für Österreich verbessert sich sogar die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage um 4,1 Punkte auf minus 18,1 Punkte.

Im Hinblick auf die Inflationserwartungen dominieren mit 53,1 Prozent die Unfrageteilnehmer, die konstante Inflationsraten für die CEE-Region prognostizieren. Dagegen erwartet die Mehrheit der Analysten weiterhin steigende Inflationsraten in Österreich und in der Eurozone. Der Anteil der Experten, die eine Zinserhöhung in der Eurozone erwarten, verkleinert sich im Februar. Er beträgt nun 46 Prozent, nach 49 Prozent im Vormonat.

Die Finanzmarktexperten beurteilen in der Februar-Umfrage die Entwicklung der Aktienmärkte auf Sicht von sechs Monaten etwas vorsichtiger als im Vormonat. Alle drei Salden sinken zweistellig, bleiben aber positiv. Der Saldo für den CEEAktienindex (NTX) liegt im Februar bei 13,9 Punkten. Der entsprechende Saldo für den Österreichischen ATX sinkt auf 16,6 Punkte. Der entsprechende Indikator für den Eurostoxx 50 fällt auf 6,3 Punkte.

Kroatien

Die Konjunkturerwartungen für Kroatien fallen in der aktuellen Umfrage um 48,7 Punkte auf 11,4 Punkte. Dies ist der stärkste Rückgang im Ländervergleich. Der Anteil der Umfrageteilnehmer, die eine unveränderte Konjunkturentwicklung in Kroatien auf Sicht von sechs Monaten erwarten, liegt bei 43,2 Prozent. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Kroatien verbessert sich um 3,4 Punkte auf minus 41,3 Punkte.

Polen

Der Konjunkturindikator für Polen sinkt um 28,5 Punkte auf 27,6 Punkte. Dies ist der geringste Rückgang im Ländervergleich. Auch die aktuelle wirtschaftliche Lage wird in der Februarumfrage vorsichtiger als im Vormonat eingeschätzt. Der entsprechende Indikator sinkt um 1,9 Punkte auf einen Stand von minus 6,0 Punkten. Nahezu 60 Prozent der befragten Experten prognostizieren, dass der Zloty in den nächsten sechs Monaten gegenüber dem Euro aufwerten wird.

Rumänien

Die Konjunkturerwartungen für Rumänien sinken im Februar um 42,1 Punkte auf 22,3 Punkte. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage Rumäniens trübt sich ebenfalls ein. Der entsprechende Indikator sinkt um 7,4 Punkte auf minus 66,0 Punkte. Der Anteil der Experten, die eine Senkung der kurzfristigen Zinsen durch die Rumänische Nationalbank erwarten, steigt im Februar auf 62,5 Prozent.

Slowakei

Die Konjunkturerwartungen für die Slowakei fallen im Februar um 41,7 Punkte auf 20,0 Punkte. Auch hier ist der deutliche Rückgang insbesondere auf die Verschiebung der Erwartungen von positiv zu neutral zurückzuführen. Dies gilt auch für die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Der entsprechende Indikator sinkt um 12,7 auf minus 37,7 Punkte.

Tschechische Republik

Die Konjunkturerwartungen für die Tschechische Republik fallen um 41,5 Punkte auf 26,5 Punkte im Februar. Der Saldo, der die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Lande widerspiegelt, sinkt um 4,1 Punkte auf minus 24,5 Punkte. Mit dem Rückgang der Konjunkturerwartungen sinkt auch die Inflationserwartung.

Ungarn

Die Konjunkturerwartungen für Ungarn gehen um 38,8 Punkte auf 26,0 Punkte zurück. Dennoch weist Ungarn im Ländervergleich mit 50 Prozent den höchsten Anteil an Umfrageteilnehmern auf, die eine Verbesserung der Konjunktur auf Sicht von sechs Monaten erwarten. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verschlechtert sich geringfügig um 3,2 Punkte auf minus 64,8 Punkte. Wie im Vormonat erwartet die Mehrheit der Finanzmarktexperten einen Rückgang der Inflationsrate in Ungarn und eine Senkung der kurzfristigen Zinsen durch die Ungarische Nationalbank in den kommenden sechs Monaten.

Sonderfrage

Die Sonderfrage im Februar untersucht die Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen für die CEE-Region im Jahr 2010. Drei Viertel der befragten Analysten gehen davon aus, dass die Direktinvestitionen in die CEE-Region insgesamt nicht zurückgehen werden. 38 Prozent von ihnen erwarten sogar einen Anstieg. Am attraktivsten für ausländische Investoren schätzen die Experten mit 45 Prozent Polen ein. Mit großem Abstand folgt an zweiter Stelle Rumänien (18 Prozent). Große Zustimmungen unter den Experten finden staatliche Unterstützungsmaßnehmen, die darauf zielen, das jeweilige Land für Direktinvestitionen attraktiv zu machen. 73 Prozent der Befragten erachten sie als sinnvoll, 21 Prozent sogar als sehr sinnvoll.

Ablauf der Umfrage und Methodologie:

Der Finanzmarkttest CEE ist eine monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, mit Unterstützung der Erste Group Bank AG, Wien, durchführt. Ziel der Umfrage ist es, Indikatoren für das allgemeine Konjunkturklima für die Region Mittel- und Osteuropa (CEE) sowie Österreich zu entwickeln. Zur CEE-Region zählen Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei und Slowenien. Im Einzelnen werden die Finanzmarktexperten nach der Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage sowie nach ihren mittelfristigen Erwartungen für die entsprechenden Volkswirtschaften befragt sowie nach ihrer Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung der Inflationsrate, der kurz- und langfristigen Zinsen, der Aktienkurse und der Wechselkurse auf Sicht von sechs Monaten. Die Experten geben bei ihren Antworten qualitative Tendenzeinschätzungen bezüglich der Veränderungsrichtung ab. Bei den beurteilten Volkswirtschaften handelt es sich um die Regionen Mittel- und Osteuropa und den Euroraum sowie die Tschechische Republik, Polen, Ungarn, die Slowakei, Kroatien, Rumänien und Österreich. Detaillierte Ergebnisse zu den einzelnen mittel- und osteuropäischen Staaten sowie zu Österreich enthält der "Financial Market Report CEE", der monatlich erscheint.

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