Dienstag, 21. August 2018


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Ergebnis der Koalitionsverhandlungen im Bereich Umwelt und Landwirtschaft gefährdet Artenschutz

Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) kritisiert Thematisierung eines grundsätzlichen Importverbots von Wildfängen in der Koalitionsverhandlungsgruppe Umwelt und Landwirtschaft: Verbot würde Umwelt- und Artenschutz behindern

Langen in Hessen, (lifePR) - Aus einer Pressemitteilung von Katharina Reiche (CDU) und Ute Vogt (SPD) der Koalitionsverhandlungsgruppe Umwelt und Landwirtschaft vom 4. November 2013 geht hervor, dass die Koalitionsverhandlungsgruppe Umwelt und Landwirtschaft das Thema „Importverbot von Wildfängen aufgegriffen hat. Nach Auffassung des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) könnte ein generelles Verbot des Handels mit Wildfängen die Biotope dieser Arten gefährden und so deren Rückgang bis hin zum Aussterben beschleunigen, Entwicklungshilfe behindern sowie das Niveau der Biodiversitäts-Forschung um Jahrzehnte zurückwerfen.

Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), erklärt:

"Ein Verbot der Einfuhr von Wildfängen würde die Grundlagen vor allem der Hobbys Aquaristik und Terraristik zerstören, die von Millionen Heimtierbesitzern verantwortungsvoll ausgeübt werden. Nachzuchtbemühungen würden behindert, da bei vielen Heimtierarten die Nachzuchtpopulation noch recht klein ist und ohne gelegentliche Einkreuzung von Wildfängen Inzuchtdepressionen drohen.

Darüber hinaus ermöglicht der Fang von Vivarientieren auf der Grundlage biologischer Nachhaltigkeit in strukturarmen Ländern ein Einkommen aus der Natur. Tiere überleben nur in intakten Lebensräumen. Die einheimische Bevölkerung ist daher am Schutz der jeweiligen Tierart und der Verteidigung ihrer Lebensräume gegen schädigende Eingriffe interessiert. Aus diesem Grund ist auf der 16. Artenschutzkonferenz im April 2013 in Bangkok bei der Erörterung von Vorschlägen zur Aufnahme von Arten in die Anhänge des Washingtoner Artenschutzabkommens der Lebensunterhalt von Menschen, die von den Maßnahmen betroffen sind, weiter in den Mittelpunkt gerückt.

Der ZZF unterstützt Initiativen, die dem erforderlichen Schutz bestimmter Arten dienen: Grundsätzlich befürwortet er Importbeschränkungen des Washingtoner Artenschutzabkommens bzw. der Europäischen Artenschutzverordnung.

Der Handel mit beliebten Aquarienfischen trägt dazu bei, dass diese nicht aussterben.

Viele Fischarten, wie beispielsweise die Haibarbe, der Rote von Rio oder der Kardinalfisch, kommen aufgrund von Umweltzerstörung in der Wildnis nicht mehr vor oder sind gefährdet, werden aber noch in der Aquaristik vermehrt.

Die Mehrheit der in Deutschland handelsüblichen Zierfische stammt aus Nachzuchten im In- und Ausland oder aus einer nachhaltigen Fischerei. Der spezialisierten Aquaristik verdankt die Wissenschaft die meisten Erkenntnisse zur Biologie von Kleinfischen.

Die fachkundigen Halter von Kleintieren wie Ziervögeln, Kleinsäugern, Wirbellosen, Korallenfischen, Reptilien und Amphibien beschreiben neu entdeckte und importierte Tierarten und sind die Basis der Biodiversitäts-Forschung. Ein Handelsverbot mit Wildfängen würde diese Forschung erheblich behindern."

In regelmäßigen Abständen startet das Aquaristikportal my-fish.org des ZZF eine "Zuchtaktion" mit seltenen, teils vom Aussterben bedrohten Tierarten:
my-fish.org

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