Montag, 11. Dezember 2017


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Der drohenden Altersarmut politisch entgegenwirken

ZdK-Präsident Glück warnt vor Fehleinschätzung der Entspannung am Arbeitsmarkt

Bonn, (lifePR) - "Der allmählich heraufziehenden Altersarmut muss endlich auch politisch ernsthaft begegnet werden", fordert der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. "Seit einigen Monaten registrieren wir eine überraschend gute wirtschaftliche Entwicklung und einen beachtlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Die Freude darüber darf uns aber nicht blind machen für die langfristigen Herausforderungen der gewandelten Arbeitswelt, zum Beispiel die drohende Altersarmut trotz Beschäftigung", mahnte Alois Glück am Freitag, dem 28. Januar 2011, vor dem ZdK-Hauptausschuss.

Stärker als die Beschäftigungsquote sei in den vergangenen Jahren der Anteil der atypisch Beschäftigten an allen Arbeitnehmern gestiegen. "Wenn es immer mehr Arbeitnehmer in Teilzeit, Zeitarbeit, befristeten Verträgen und ausschließlich geringfügiger Beschäftigung gibt, hat das Rückwirkungen auf unser Rentenversicherungssystem, das auf lebenslange Vollzeitbeschäftigung zugeschnitten ist", so Glück. Gerade bei Niedriglöhnen und längeren Phasen der Arbeitslosigkeit werde es nach geltendem Recht künftig kaum noch möglich sein, eine Rente oberhalb der Armutsgrenze zu beziehen, auch wenn die Versicherten langjährig ihre Beiträge gezahlt haben. Eine besondere Herausforderung stelle überdies die wachsende Zahl der Beschäftigten dar, die nur unzureichend in die Alterssicherungssysteme eingebunden und bei fehlenden eigenen Ersparnissen im Alter auf die staatliche Grundsicherung angewiesen seien.

"Es ist nicht nachvollziehbar, warum die im Koalitionsvertrag vereinbarte Regierungskommission zur Bekämpfung der Altersarmut noch immer nicht die Arbeit aufgenommen hat," kritisierte der ZdK-Präsident. Überdies müsse bei der Einrichtung der Kommission darauf geachtet werden, dass es nicht nur um kurzfristig beruhigende Reparaturarbeiten gehe, wie zuletzt bei der so genannten Rentengarantie. "Die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung steht im engen Zusammenhang mit der Ausrichtung von Reformschritten an den Prinzipien der christlichen Sozialethik", betonte Glück.

ZdK-Präsident Glück fordert klare gesetzliche Regelung von Biopatentierung

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat dazu aufgerufen, die Möglichkeiten zur Patentierbarkeit von Tieren und Pflanzen gesetzlich klar zu regeln. In der Natur vorgegebenes genetisches Material könne keine Erfindung sein. "Wenn vorgefundene biologische Materialien Bestandteil einer Erfindung sind, so muss sich das Patent auf neue technische Verfahren beschränken und darf nicht die genetischen Ressourcen umfassen", forderte Glück am Freitag, dem 28. Januar 2011 vor dem ZdK-Hauptausschuss.

Weiterhin dürften technische Verfahren, die die konventionelle Zucht unterstützen, nicht zur Patentierbarkeit der Zuchtverfahren und der daraus gewonnen Pflanzen und Tiere führen und somit die konventionelle Zucht behindern.

Gleichzeitig warnte der ZdK-Präsident vor Missbrauch bei überzogenen Patentansprüchen und zu umfassenden Abwehrrechten gegenüber Dritten, die zu Monopolisierungen im Bereich der Saatgutbetriebe und Pflanzenzuchtunternehmen führten und die einen gerechten Zugang zu Saatgut sowie landwirtschaftlichen Nutztieren und Nutzpflanzen auf globaler und lokaler Ebene verhinderten. "Die Existenz vieler kleinbäuerlicher Betriebe ist dadurch in Gefahr und in Folge wird der Zugang zu Nahrungsmitteln erschwert", so Glück wörtlich.

Zudem dürften Patente nicht dazu genutzt werden, die spätere Forschung zu behindern. Die Patentinhaber dürften keinesfalls die Freigabe von Saatgut an unabhängige Forscher ablehnen oder die Publikation der Forschungsergebnisse zensieren. Sonst bestünde die Gefahr, dass zentrale Fragen hinsichtlich ihrer ökologischen und ernährungspsychologischen Eigenschaften sowie ihres Ertragswertes unbeantwortet blieben und die immanente Innovationsdynamik in der Pflanzenzucht behindert werde.

Ausdrücklich forderte der ZdK-Präsident eine stärkere finanzielle Unabhängigkeit des Europäischen Patentamtes und ein breiteres Beteiligungsverfahren Dritter bei der Patenterteilung.

In diesem Zusammenhang begrüßte Glück die in der vergangenen Woche in Berlin vorgestellte Positionierung zur Biopatentierung, die katholische Verbände gemeinsam mit dem ZdK unter dem Titel "Wer erfindet Pflanzen und Tiere?" erarbeitet haben.

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