Deutsche Fahrradmarken produzieren unter miserablen Arbeitsbedingungen in Kambodscha

(lifePR) ( Hamburg, )
Deutsche Fahrradmarken wie Cube, Pegasus und Bulls lassen unter miserablen Arbeitsbedingungen in Kambodscha produzieren. Das ergab eine exklusive Recherche von ZEIT ONLINE in dem südostasiatischen Land. Aus keinem anderen Land der Welt importiert Deutschland momentan mehr Fahrräder als aus Kambodscha. Arbeiter und Gewerkschaften in den drei größten Fabriken dort klagen jedoch über schwerwiegende Verstöße gegen das örtliche Arbeitsrecht wie auch gegen internationale Sozialstandards.

"Es ist fast unmöglich, bezahlten Urlaub zu bekommen", sagt einer der Arbeiter aus der Fabrik A&J in der Stadt Bavet, die im Südosten des Landes direkt an der vietnamesischen Grenze liegt. Die Fabrik produziert nach Angaben der Arbeiter unter anderem für die Marke Cube aus Deutschland. Dem Gesetz nach stehen Beschäftigen in Kambodscha jährlich 18 Tage bezahlter Urlaub zu. Nur hielten sich viele Arbeitgeber nicht daran, bestätigen auch die örtlichen Gewerkschaften. A&J bestreitet die Vorwürfe und beteuert, alle Regelungen einzuhalten.

"Das Schlimmste ist der ständige Druck", sagt einer der Arbeiter, der in dem Werk die Rahmen der Räder zusammenschweißt. Wenn sein Team die gesetzten Ziele nicht schaffe, würden sie den Arbeitern auf ein Negativkonto angerechnet. Das nachzuholen, sei aber so gut wie unmöglich. "Wir hängen ständig hinterher und haben nicht einmal Zeit, auf die Toilette zu gehen. Das ist Arbeit bis zur totalen Erschöpfung", sagt der Arbeiter. A&J gewähre nur eine Pause am Tag. Es gebe nicht genügend sauberes Trinkwasser, unter den Wellblechdächern sei es oft unerträglich heiß.

Deutschland hat im vergangenen Jahr fast 560.000 Räder aus Kambodscha eingeführt, zeigt die offizielle europäische Handelsstatistik. Auch für die Europäische Union insgesamt ist Kambodscha der größte Fahrradlieferant: 1,5 Millionen Räder gingen 2018 in die EU. Allerdings droht die EU-Kommission dem Land gerade, wichtige Handelsvorteile zu entziehen, weil sie die Menschenrechtslage und die Produktionsbedingungen in Kambodscha kritisiert. Kambodscha darf wie 49 der ärmsten Länder der Welt zollfrei Waren in die EU ausführen. Erstmals droht die EU nun, einem Land diese Zollfreiheit wieder wegzunehmen. Die Entscheidung darüber fällt im Februar.
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