Wir sind Kirche: "Endlich die entscheidenden Fragen offen auf dem Tisch"

Zum Abschluss der ersten Vollversammlung des Synodalen Weges 31.1.-1.2.2020 in Frankfurt

(lifePR) ( München / Frankfurt, )
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche sieht die erste Vollversammlung des Synodalen Weges als hoffnungsvollen Beginn, der zugleich aber auch die Klippen dieses Reformkurses neuen Typs ahnen ließ. Endlich liegen in aller Klarheit die Reformthemen - Macht, Pflichtzölibat, Sexualmoral und vor allem die Frauenfrage - offen auf dem Tisch: Themen, die nicht nur die MHG-Studie als Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung benannt hat, sondern die seit Jahrzehnten den Reformstau in der römisch-katholischen Kirche ausmachen und im Jahr 1995 auch Inhalt des KirchenVolksBegehrens waren.

Die öffentlich übertragene Debatte aus dem ehemaligen Dominikanerkloster in Frankfurt zeigte in bemerkenswerter Breite die sehr unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen, aber auch kontroverse Kirchenbilder auf. Jetzt wird es darauf ankommen, auf dieser Grundlage in dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg eine theologische Auseinandersetzung auf der Höhe der Zeit zu führen. Wir müssen zu tragfähigen Lösungsvorschlägen kommen, die, wenn sie theologisch fundiert sind, auch vom Vatikan nicht mehr ignoriert werden können.

Ein Bischof versuchte gleich am Anfang, die Aussagen der MHG-Studie, die zu diesem Themenkanon führten, grundsätzlich in Frage zu stellen. Doch kann auf zahlreiche vergleichbare Studien verwiesen werden, z.B. auf das Buch „Macht, Sexualität und katholische Kirche“ des australischen Weihbischofs Geoffrey Robinson, der selber Missbrauchsopfer und später Mitglied der Aufarbeitungskommission war.

Und wenn am Ende ein Erzbischof den vagen Vorwurf erhob, nicht jede Meinung habe Gehör gefunden, so sollte er entweder dies konkret benennen oder aber seinen Vorwurf zurückziehen. Seine Aussage, die hierarchische Ordnung der Kirche würde infrage gestellt, verfängt nicht angesichts des Statuts des Synodalen Weges, das nach intensivem Austausch mit Rom von der Bischofskonferenz verabschiedet wurde.

Die Auftaktversammlung wurde von vielen Engagierten, vor allem den Frauenverbänden, der Jugend und Gruppen wie Maria 2.0 und Wir sind Kirche begleitet. Die Erwartungen sind hoch, dass der partizipative und transparente Ansatz des Synodalen Weges in dieser Weise fortgeführt wird, die nötige Aufmerksamkeit in den Gemeinden an der Kirchenbasis erhält und vor allem zu konkreten Ergebnissen führt. Es gilt nicht nur die „Zeichen der Zeit“ zu erkennen, sondern voll Vertrauen die Zukunft zu gestalten.
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