Sonntag, 19. Februar 2017


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Kampf um die Stadt

Politik, Kunst und Alltag um 1930

(lifePR) (Wien, ) Politik um 1930

Dargestellt werden jene entscheidenden Jahre der österreichischen Geschichte, als sich die politischen Gegensätze zuspitzten und die Zukunft der jungen Republik auf der Kippe stand: zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen Aufschwung und Wirtschaftskrise, zwischen Utopie und Resignation. Die politischen Lager standen einander unversöhnlich gegenüber: Arbeiterbewegung, konservativkatholischer Block sowie ab 1930 die immer stärker werdenden Nationalsozialisten. Faschistische Tendenzen hatten Rückenwind, Antisemitismus war eine Konstante des öffentlichen Lebens. Im Fokus der Ausstellung steht Wien: Erstmals regierte eine Arbeiterpartei eine europäische Großstadt, das "Rote Wien" war Gegenpol zum konservativen Alpen-Österreich. Die umfassenden Sozial- und Bildungsreformen und der Bau von 60.000 Gemeindewohnungen fanden internationale Beachtung. Das Ende kam 1934 mit der Zerschlagung der Sozialdemokratie durch das Dollfuß-Regime.

Kunst um 1930

In einem ideologisch aufgeheizten Klima suchte man auch in Kunst, Architektur und Design nach neuen Wegen zwischen Moderne und Traditionalismus. Generell kam es jedoch in den 20er-Jahren in der österreichischen Kunst zu einer Verengung. Auch das Kulturleben litt unter dem Bedeutungsverlust der Metropole Wien nach 1918: Stars wie Kokoschka und Oppenheimer waren im Ausland; Versuche, radikal Neues durchzusetzen, scheiterten. Dargestellt werden die wichtigsten Tendenzen der Zwischenkriegszeit, mit Hauptwerken u. a. von Otto Rudolf Schatz, Franz Sedlacek, Rudolf Wacker, Erika Giovanna Klien, Herbert Boeckl oder Franz Lerch.

Alltag um 1930

Arbeitslosigkeit, Not und soziale Absturzgefahr. Aber auch Glamour und Modernität: Lichtreklame, Autoverkehr, frivole Schlager, "Negermusik", Bubikopf und eine offenere Einstellung zur Sexualität. Die Großstadt wurde schneller und heller, eine neue amerikanisch inspirierte Konsum- und Massenkultur veränderte das Lebensgefühl.

Gerade in der Haltung zum Urbanen zeigten sich tiefe weltanschauliche Risse: Heimatkult gegen Großstadtkultur, Scholle gegen Asphalt. Die Volkstümler orteten Sittenverfall und reagierten mit antiurbanen Ressentiments, für die Fortschrittler hingegen war Wien bedroht vom "Geist von St. Kathrein" (Anton Kuh). Um 1930 kam es zu einem konservativen Kulturbruch: Wien verlor schließlich den "Kampf um die Stadt".

Kampf um die Stadt
Politik, Kunst und Alltag um 1930

Eine Ausstellung des Wien Museums im Künstlerhaus
Pressegespräch: Mittwoch, 18. November 2009, 10 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 18. November 2009, 18 Uhr
Ausstellungsort: Wien Museum im Künstlerhaus, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 19. November 2009 bis 28. März 2010
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag, 10 bis 21 Uhr

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