lifePR
Pressemitteilung BoxID: 684518 (Waldbauernverband NRW e. V)
  • Waldbauernverband NRW e. V
  • Kappeler Straße 227
  • 40599 Düsseldorf
  • http://www.waldbauernverband.de
  • Ansprechpartner
  • +49 (211) 1799835

Mit der Aufstellung eines heimischen Weihnachtsbaums wird die Weihnachtszeit im Düsseldorfer Landtag eingeleitet

(lifePR) (Düsseldorf, ) Alle Jahre wieder erstrahlt den Düsseldorfer Landtag zur Weihnachtszeit ein schöner Weihnachtsbaum. Auch in diesem Jahr übergibt der Vorsitzende des Waldbauernverbandes NRW, Dr. Philipp Freiherr Heereman, eine prachtvolle Nordmanntanne an den Landtagspräsidenten André Kuper. Der Baum wuchs vor den Toren der Landeshauptstadt und stammt aus einem nachhaltig bewirtschafteten Privatwald. Der Weihnachtsbaum soll nun die Abgeordneten, Mitarbeiter und die vielen großen und kleinen Besucher des Landtags erfreuen und ein Lächeln in die Gesichter zaubern.

Vielen der über 150.000 privaten Waldbesitzer, die sich in Nordrhein-Westfalen um die Bewirtschaftung ihrer Wälder kümmern, insbesondere die Waldbesitzer mit Klein- und Kleinstwaldflächen, fällt das Lächeln derzeit schwer, denn sie machen sich Sorgen um die Fortführung der seit Jahrzehnten etablierten Beförsterung und Holzvermarktung. Grund ist, dass das Bundeskartellamt in der nordrhein-westfälischen Beförsterungsstruktur durch den Landesbetrieb Wald und Holz NRW zu wenig Wettbewerb ausgemacht hat und von den Verantwortlichen der Landespolitik eine wettbewerbsrechtliche Öffnung erwartet. Auch das geerntete Holz des Privat- und Kommunalwaldes darf nicht mehr gebündelt über den Landesbetrieb Wald und Holz vermarktet werden, so die obersten Kartellwächter. Ein Gerichtsverfahren gegen das Land Baden-Württemberg ist bereits in der höchsten Instanz. Viele Erkenntnisse daraus sind auch auf NRW übertragbar. Darüber hat das Bundeskartellamt das nordrhein-westfälische Umweltministerium im September unterrichtet. Damit ist die Zukunft für die Bewirtschaftung großer Teile des Kleinprivatwaldes und die Versorgungssicherheit des Ökorohstoffes Holz für die heimische Sägeindustrie mehr als ungewiss.

Die Umstellung des Systems verlangt eine grundlegende Strukturänderung der über Jahrzehnte bewährten Praxis. Das Bundeskartellamt hatte Nordrhein-Westfalen bereits vor Jahren auf die wettbewerbswidrigen Umstände aufmerksam gemacht und Änderungen angemahnt. Doch die Verantwortlichen hatten bislang die Augen davor verschlossen. Jetzt drängt das Bundeskartellamt und schließt bei weiterem Verharren auch ein Verfahren gegen das Land NRW nicht aus.
Eine Umstellung steht also vor der Tür und erfüllt die Waldbesitzer mit Sorge. Sie befürchten, dass das Verschlafen der letzten Jahre nun auf Kosten des Kleinprivatwaldes geht.

Eine Umstellung des Beförsterungs- und Vermarktungssystems darf nicht zu Verteuerungen für den Kleinstprivatwald führen, sonst werden viele Waldbesitzer ihren Wald gar nicht mehr ordnungsgemäß durchforsten können. Und das hat nicht nur Auswirkungen auf den Holzstandort Nordrhein-Westfalens. Fachleute wissen seit langem: Durchforstung und Waldbewirtschaftung sind nicht nur angewandter Naturschutz, sondern gleichzeitig auch aktiver Klimaschutz und Sicherung heimischer Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

"Bei den notwendigen Umstellungen müssen alle Fraktionen an einem Strang ziehen.", forderte Heereman alle Fraktionen im Landtag auf. Insbesondere der Kleinprivatwald darf hier nicht auf der Strecke bleiben, sonst blieben auch unweigerlich die gesellschaftlichen Leistungen aus, für die der Privatwald auf zwei Dritteln des Waldes in Nordrhein-Westfalen geradesteht. "Die Gesellschaft muss die Leistungen des Privatwaldes bewusster wahrnehmen als bisher, dann klappt es auch wieder mit dem Lächeln.", ist sich der Waldbauernvorsitzende sicher.