Endlich die grüne Arbeit für das blaue Lebenselixier anerkennen und rote zu schwarzen Zahlen machen

Zum Weltwassertag am 22. März 2015

(lifePR) ( Berlin, )
In den Wäldern der Bundesrepublik werden je nach Region zwischen 40 und 90 Prozent unseres Trinkwassers gewonnen. Dank der Sorgfalt der nachhaltigen Forstwirtschaft ist dieses Wasser von hoher Qualität. Doch während andere durch den Verkauf des Trinkwassers hohe Gewinne erzielen, müssen Forstwirtschaft und Waldbesitzer als Hüter und Bereitsteller des sauberen Wassers sogar noch draufzahlen. Zum Weltwassertag fordern die Waldeigentümer nun die Beseitigung dieser Ungerechtigkeit.

Eine Großstadt wie Frankfurt am Main bezieht 90 Prozent ihres Trinkwasserbedarfs aus dem Grundwasser unter Waldgebieten. Durch die vielfältigen Bodenschutzmaßnahmen der Waldeigentümer ist das Grundwasser aus dem Wald kaum mit Schadstoffen belastet. Die Wasserversorgungsunternehmen beziehen dieses "Bio-Wasser" ohne Honorierung der Waldeigentümer und haben dabei nur wenig Aufwand bei der Aufbereitung. So sparen sie nach Berechnungen des Dachverbands AGDW - Die Waldeigentümer ca. 20 bis 50 Cent pro Kubikmeter Wasser und machen damit große Gewinne.

Waldbesitzer werden geschädigt statt entschädigt

Die Garanten des sauberen Qualitätstrinkwassers, die nachhaltige Forstwirtschaft und die Waldbesitzer, werden an diesen Gewinnen aber nicht beteiligt. Stattdessen müssen sie aufgrund des Entzugs des Wassers aus ihren Revieren sogar Nachteile befürchten. Der Geschäftsführer der AGDW - Die Waldeigentümer, Alexander Zeihe, kritisiert: "Die Waldbesitzer in Deutschland erhalten weitgehend weder Geld noch andere Zugeständnisse für die Produktion dieses einwandfreien Trinkwassers, welches es ohne den multifunktionalen nachhaltigen Waldbau nicht geben würde. Geradezu skandalös ist das, wenn man bedenkt, dass die Entnahme des Grundwassers mancherorts zu Störungen des Baumwachstums und der Zusammensetzung der ökologischen Waldgesellschaft führt und damit auch zu Verlusten bei den Betriebsergebnissen der Forstreviere."

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist, dass die Waldbesitzer den Wasserverbänden sogar noch Geld zahlen müssen. Zahlen müssten stattdessen alle Verursacher von Schadstoffeinträgen, so wie es die EU nach dem "Polluter-must-Pay"-Prinzip fordert. Neben der Inkaufnahme zahlreicher Auflagen und Beschränkungen bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder, werden die Waldeigentümer unter Anwendung eines einheitlichen Flächenmaßstabes zusätzlich zur Zahlung von Wasserverbandsbeiträgen verpflichtet. In Niedersachsen hat die Empörung darüber zur Unterzeichnung der "Goslarer Erklärung" durch alle forstwirtschaftlichen Verbände geführt. Darin fordern sie die Freistellung von den Abgaben, die Vergütung der Wasserentnahme aus ihren Wäldern sowie die Einführung eines gesetzlichen Vorteilsmaßstabes für Waldflächen wie etwa in Schleswig-Holstein.

Grundeigentumsrechte reklamieren

"So langsam wird's uns zu bunt. Unsere grüne Arbeit für das blaue Lebenselixier muss anerkannt und zu schwarzen statt roten Zahlen führen", sagt Zeihe. Und er geht in seinen Forderungen noch weiter: Ohne die Partizipation und Zustimmung der Waldeigentümer dürfte zukünftig niemand mehr über das Wasser aus dem Wald verfügen. In der EU müssten die gleichen Eigentumsrechte für alle gelten und die Harmonisierung der Rechte zur Grundwassernutzung auf den Grundeigentümer übergehen. Alexander Zeihe mahnt: "Wer den Grund und Boden besitzt und durch seine harte und kompetente Arbeit die ausgezeichnete Trinkwasserversorgung der Menschen überhaupt erst ermöglicht, der hat mehr verdient als Auflagen und Kosten. Dies ist ein Gebot der Gerechtigkeit!"
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