Donnerstag, 23. November 2017


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Jäger können Rebhuhn schonen

LBV appelliert an bayerische Jäger, freiwillig auf die Rebhuhnjagd zu verzichten - Feldvogel inzwischen vom Aussterben bedroht

Hilpoltstein, (lifePR) - Am 1. September beginnt in Bayern die zweimonatige Jagdzeit auf das Rebhuhn. Die Zahl der früher weit verbreiteten Feldvögel ist in knapp vierzig Jahren europaweit um 94 Prozent gesunken. Hauptgrund ist die intensive Landwirtschaft. „Es gibt in Bayern nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare. Dennoch werden pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen“, so LBV-Artenschutzreferent Dr. Andreas von Lindeiner. Der LBV appelliert deshalb an die bayerischen Jäger, dem Beispiel ihrer Kollegen aus anderen Bundesländern zu folgen und generell auf die Bejagung zu verzichten.

Die Jagd auf das Rebhuhn ist zwar nicht die Hauptursache für seinen Rückgang, aber sie beschleunigt ihn, da sie den Bestand weiter schwächt. Der LBV appelliert deshalb jetzt zur Eröffnung der Jagdsaison an die bayerischen Jäger, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen. Dort wird bereits seit über einem Jahrzehnt weitgehend auf eine Bejagung verzichtet. „Am besten wäre es natürlich, das Rebhuhn mit einer ganzjährigen Schonzeit zu belegen, wie in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen“, erklärt der LBV-Artenschutzreferent. Hamburg und Nordrhein-Westfalen verzichten trotz Jagdzeit freiwillig auf eine Bejagung. In Niedersachsen, einem Bundesland mit einer vergleichsweise hohen Rebhuhnpopulation von 10.000 Brutpaaren, wird auf Empfehlung der niedersächsischen Landesjägerschaft ebenfalls weitestgehend von einer Bejagung der Feldhühner abgesehen.  

Der bayerische Jagdverband teilt zwar die Sorge des LBV um die Zukunft des Rebhuhns, dennoch werden in Bayern aktuell pro Saison etwa 1.300 Rebhühner geschossen. Schwerpunkte der Rebhuhn Jagd liegen dem Wildtierportal Bayern zufolge insbesondere in den Landkreisen Würzburg, Schweinfurt, Kitzingen, Bamberg und Neuburg-Schrobenhausen. Nicht alle Gebiete gehören zu großen Verbreitungsflächen der Feldvögel.

Die Zahl der Rebhühner, Feldlerchen und anderen Feldvögel geht in der Agrarlandschaft dramatisch zurück. In ganz Europa ist der Rebhuhnbestand seit 1980 um 94 Prozent gesunken. In Deutschland hat sich in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Rebhühner halbiert. In Bayern gibt es wohl nur noch zwischen 2.300 und 4.000 Brutpaaren. Mancherorts kann die hohe Sterblichkeit noch ausgeglichen werden, in vielen Gebieten aber nicht mehr.

Hauptursache für den Rückgang der Rebhühner ist allerdings nicht die Jagd, sondern der Verlust von Ackerrändern, Brachen und Blühflächen in unserer Kulturlandschaft. Zudem werden die Flächen so intensiv bewirtschaftet, dass kaum noch Insekten und Wildkräuter als Nahrung für die Feldvögel zur Verfügung stehen. „In großem Umfang und in atemberaubender Geschwindigkeit wird so der Lebensraum des Rebhuhns zerstört oder unbewohnbar gemacht“, erklärt von Lindeiner. Auch das von der EU initiierte sogenannte Greening konnte dem nicht entgegenwirken. Seit 2015 ist das Greening eine Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Greening-Anforderungen umfassen drei vorgeschriebene Maßnahmen: den Anbau unterschiedlicher Feldfrüchte, den Erhalt von Dauergrünlandflächen wie Wiesen und Weiden, sowie die Flächennutzung im Umweltinteresse durch ökologische Vorrangflächen.

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