Immer mehr überwinternde Störche in Bayern

Sogar aus dem kalten Nordosten des Freistaats wurden erstmals Weißstörche gemeldet - Kälte macht den Zugvögeln nichts aus

(lifePR) ( Hilpoltstein, )
An verschiedenen Stellen in Bayern sind in den letzten Tagen noch Weißstörche beobachtet worden. So wurden dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum ersten Mal um diese Jahreszeit noch Störche aus Selb (Oberfranken), Stadel bei Dinkelscherben (Schwaben) und Deggendorf (Niederbayern) gemeldet. Viele besorgte Naturfreunde erkundigen sich deshalb auch beim LBV, ob die Zugvögel überhaupt den Winter in Bayern überleben können. Hier geben die Naturschützer weitgehend Entwarnung: Erst bei wochenlanger starker Kälte und dicker Schneedecke wird das Futter für die Störche knapp. Nach an die 200 Vögeln im vergangenen Jahr geht der LBV auf Grund der steigenden Tendenz davon aus, dass 2014 noch mehr Weißstörche in Bayern überwintern werden.

An manchen Orten in Bayern überwintern Weißstörche schon seit Jahren. So sind die Menschen in Leutershausen im Altmühltal (Mittelfranken) oder in Bächingen im Lkr. Dillingen (Schwaben) den außergewöhnlichen Anblick von Störchen im Winter bereits gewöhnt. Andernorts sorgen sich Bürger um erstmalig auftauchende Störche wie in Selb im nordöstlichen Oberfranken oder in Stadel bei Dinkelscherben (Schwaben). "Die dort beobachteten Störche sind entweder die Brutstörche oder sie stammen von benachbarten Nestern und streifen in der kinderlosen Zeit einfach weit umher", erklärt Oda Wieding, Storchenbeauftragte des LBV.

Der LBV beobachtet in den letzten Jahren immer mehr Weißstörche, die in Bayern überwintern oder aber erst bei Einbruch harter winterlicher Witterung eine so genannte Winterflucht hinüber zum Bodensee oder ins Elsass machen. "Diese Vögel stammen überwiegend aus ehemaligen Zuchtstationen, wo sie gezielt am Wegflug gehindert wurden", so die LBV-Storchenexpertin. Zu diesen Vögeln kommen mittlerweile aber auch Weißstörche, die sich vom Brutpartner oder anderen Störchen verlocken lassen, ebenfalls hierzubleiben. "In Baden-Württemberg vermuten die Experten, dass sich dieses Verhalten sogar vererben könnte", befürchtet Wieding.

"Dem Storch als großem Vogel macht die Kälte kaum etwas aus, da er die Wärme wesentlich besser speichern kann, als kleine Singvögel wie Meise und Spatz, die immer bei uns überwintern", weiß Wieding. Dazu kennen Störche ihre Umgebung im Umkreis von 30 Kilometern ganz genau und finden momentan noch genug Nahrung wie Mäuse, Regenwürme und Fische. "Außerdem haben die größeren Vögel ja ihre Daunenjacke schon an, so dass sie wie auch Graureiher und der zunehmende Silberreiher problemlos in Bayern überwintern können", sagt Oda Wieding weiter.

Die bayerischen Storchenschützer behalten die überwinternden Störche im Auge, halten ein Eingreifen aber nicht für notwendig. Auch die Einrichtung einer Futterstelle der falsche Weg, weil sich so die Störche an das Futter gewöhnen. "Sie werden von einer Fütterung abhängig gemacht, während sie andernfalls ihrem Instinkt folgen und bei tatsächlicher Futterknappheit dann doch einen sogenannten Teilzug bis zum Bodensee oder ins klimatisch günstigere Rheintal antreten würden" so Wieding. Der LBV ruft die Bevölkerung dazu auf, überwinternde Störche dem Naturschutzverband zu melden. So kann die jeweilige LBV-Kreisgruppe zusammen mit Fachleuten die überwinternden Einzeltiere überwachen.

Der Weißstorch als klassischer Zugvogel verbringt normalerweise das Winterhalbjahr in Afrika. Als Segelflieger meiden die Störche das Mittelmeer und fliegen entweder als sogenannte Ostzieher über Türkei, Israel und Ägypten nach Ost- und Südafrika oder sie wenden sich als Westzieher über Spanien und Gibraltar nach Westafrika. Einige dieser Störche haben in den letzten Jahren einen neuen Trend geprägt, sparen sich den Flug über die Meerenge von Gibraltar und überwintern einfach in Spanien.
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