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Pressemitteilung BoxID: 683990 (FVW Medien GmbH)
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Air Berlin darf trotz Insolvenz weiter fliegen

(lifePR) (Hamburg, ) Obwohl Air Berlin am 1. November 2017 die endgültige Insolvenz angemeldet hat, ist ihr die Luftverkehrszulassung vom Luftfahrtbundesamt (LBA) nicht entzogen worden. Die Behörde bezeichnet die Details als „Betriebs- und Geschäftsgeheimnis“. Das ergaben Recherchen des Fachmagazins fvw.

Trotz des Groundings sind noch 13 Flugzeuge der Air Berlin auf Basis des so genannten Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC/Airline Operator Certificat) in der Luft. Die Flugzeuge sind mitsamt Crews an Eurowings vermietet worden.

Eine Fluggesellschaft muss normalerweise gegenüber des Luftfahrtbundesamtes ihre finanzielle Basis für die nächsten zwölf Monate nachweisen. Die ist bei Air Berlin laut Gutachten des Insolvenzverwalters Lothar Flöther nicht vorhanden.

Auf Anfrage der fvw verweist das LBA auf die EU-Verordnung 1008/2008, die die Zulassung von Fluggesellschaften regelt. Dort ist (Artikel 9), dass die Zulassungsbehörde drei Monate Zeit hat, die Situation zu überprüfen, „liegen eindeutige Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten vor oder werden Insolvenzverfahren oder ähnliche Verfahren gegen ein Luftfahrtunternehmen“ eröffnet. Über die finanziellen Schwierigkeiten war die Behörde schon Monate vor dem Insolvenzantrag informiert. Die Bilanzen der Air Berlin haben die Probleme dort offen gelegt. Man müsse 14-tägig die Liquidität beim LBA nachweisen, hieß es bereits im Frühjahr 2017 aus Unternehmenskreisen.

Nach Anmeldung der „Insolvenz in Eigenverwaltung“ am 15. August 2017 hatten sowohl das LBA als auch die EU-Verkehrskommission auf Anfrage der fvw mitgeteilt, dass es befristete Spielräume gebe. Diese Spielräume sind gegeben, wenn es Aussichten auf „eine erfolgreiche finanzielle Restrukturierung“ der Airline gibt. Diese Aussichten gab es jedoch nicht. Air Berlin war zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig und überschuldet, konstatiert der Insolvenzverwalter von Air Berlin, Lucas Flöther. Die Frist von drei Monaten wäre demnach seit dem 15. November abgelaufen.

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