Samstag, 24. Februar 2018


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Kinderunfallkommissionen fordern eine kindgerechtere Gestaltung der öffentlichen Räume und des Verkehrs

Experten sehen Handlungsbedarf beim Hol- und Bringverkehr an Schulen

Köln/Dortmund, (lifePR) - Im Rathaus der Stadt Dortmund fand das diesjährige bundesweite Treffen der Kinderunfallkommissionen statt. Bereits zum 13. Mal trafen sich Experten der Polizei, aus den Kommunen und von den beteiligten überregionalen Verbänden auf Einladung des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, dessen Geschäftsstelle beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) angesiedelt ist. Gemeinsam wurde überlegt, wie die Förderung der sicheren und eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen vorangebracht werden kann. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der vernetzten Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene für eine kindgerechte Gestaltung der öffentlichen Räume und des Verkehrs.

Bei der Planung und Gestaltung der kommunalen Verkehrswende ist gerade das Mobilitätsmanagement für Kinder und Jugendliche ein wichtiges Handlungsfeld. Unter dem Motto „Selbstständige Kindermobilität fördern – wie läuft´s?“ wurden vor allem Best Practice Beispiele zur Unterstützung der eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen vorgestellt.

Erziehung zur Selbständigkeit schon im Kindergartenalter
Im Fokus stand die bundesweite Problematik, wie mit dem zunehmenden Hol- und Bringverkehr an Schulen - den sogenannten „Elterntaxis“ – umgegangen werden soll. Die Kinderunfallkommission aus Kaiserslautern stellte ihren innovativen Ansatz vor, mit intensiver Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit dem Phänomen „Helikopter-Eltern“ zu begegnen. Wie schon im Kindergarten damit begonnen werden kann, Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen, berichteten die Vertreter aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke. Hier fahren schon Vierjährige alleine mit dem Bus in den Kindergarten. Das Planungsbüro STADTKINDER aus Dortmund bot Einblicke in die Förderkulisse. Es wurde darüber informiert, welche Programme zur Umsetzung von Projekten einer kinderfreundlichen Stadtplanung derzeit schon existieren und welche Kommunen sich bereits auf den Weg gemacht haben, diese umzusetzen.

Dipl. Ing. Rosemarie Baldauf von der TU Dresden zeigte Möglichkeiten auf, wie durch eine Reduktion des Verkehrsaufkommens trotzdem mehr Mobilität und mehr Sicherheit im Straßenverkehr möglich ist. Erreicht werden kann dies laut der Expertin nur über ein funktionierendes Netzwerk von unterschiedlichen Akteuren.

Tempo 30 innerorts führt zu einer signifikanten Verringerung der Unfallzahlen
Welche Auswirkungen eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 30 innerorts hat, wurde von Christian Niebrügge von der FH für öffentliche Verwaltung in NRW in seiner Bachelorarbeit untersucht. Sein Ergebnis, das er auf der Tagung vorstellte: Die Folge wäre eine signifikante Verringerung der Unfallzahlen. Um Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in NRW verbindlich zu etablieren, ist daher nun die Politik gefragt.

Auf dem diesjährigen bundesweiten Treffen der Kinderunfallkommissionen wurde wieder einmal deutlich, dass eine gelungene Verkehrssicherheitsarbeit für Kinder und Jugendliche nur dann funktioniert, wenn alle Beteiligten vernetzt miteinander arbeiten. Unabdingbar sind hierbei die Unterstützung durch die Politik und die Begleitung durch intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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