VCD: Digitale Tickets im Nahverkehr nur lückenhaft verfügbar

Handlungsbedarf beim Fahrkartenverkauf per Handy

(lifePR) ( Berlin, )
Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie der Ticketerwerb beim Fahrer im Nahverkehr nicht mehr möglich ist, Fahrgäste aber dennoch mit einer gültigen Fahrkarte unterwegs sein möchten, braucht es einfache und schnelle Formen des Ticketerwerbs, um notwendige Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr antreten zu können.

Deshalb hat der ökologische Verkehrsclub VCD untersucht, welche der 22 Verkehrsverbünde und der Landestarif digitale Fahrkarten im Angebot haben bzw. für welche Verbünde einfach per Smartphone oder Chipkarte Fahrkarten gelöst werden können.

„Die sicherste Möglichkeit, ein Ticket für Bus und Bahn zu erwerben, geht über die eigenen Endgeräte PC oder Smartphone. Hierbei müssen weder Oberflächen von Ticketautomaten noch Bargeld angefasst werden, auch muss kein Kontakt mit dem Personal aufgenommen werden“, stellt VCDLandesvorsitzender Matthias Lieb fest.

Wenige Verbünde haben auch E-Tickets auf Chipkarten mit An-Abmeldefunktion im Einsatz, die im Bus weiterhin genutzt werden können.

Der VCD habe deshalb eine Auswertung der bestehenden Angebote für Handytickets und Chipkarten vorgenommen:

„Für den Bahnverkehr ist die App der Deutschen Bahn, der DB Navigator, weit verbreitet - damit kann man nicht nur Fahrkarten des Fernverkehrs und des Landestarifs im verbundüberschreitenden Nahverkehr lösen, sondern auch für viele Verbindungen innerhalb von Verbünden“, erklärt Matthias Lieb. Insgesamt für 11 der 23 Tarife ist damit eine einheitliche Lösung verfügbar. Sieben Tarife, darunter die großen Verbünde VVS (Stuttgart), VRN (Mannheim/Heidelberg), KVV (Karlsruhe) und einige weitere bieten auch eigene Handyticket-Apps an, die einfach zu bedienen seien, so der VCD. Wer regelmäßig innerhalb verschiedener Verbünde unterwegs sei, müsse aber mehrere Apps installieren. Drei Verbünde hätten elektronische Chipkarten im Angebot, wie z.B. der Kreisverkehr Schwäbisch Hall.

Aber immerhin 8 Verbünde, die jeweils nur einen Landkreis umfassen, haben überhaupt kein Handyticket, beklagt der VCD.

Ein Blick zum südlichen Nachbarn Schweiz zeige, wie einfach heute der Fahrkartenkauf per Smartphone sein könne: Beim Einsteigen in Bus und Bahn mit einem „Wisch“ am Smartphone anmelden und beim Aussteigen wieder abmelden - am Monatsende wird der Betrag einfach abgebucht und der Fahrgast muss keine Angst haben, eine falsche Fahrkarte gekauft zu haben, beschreibt Matthias Lieb die dort vorbildlich umgesetzten Lösungen.

„Es wird Zeit für ein einheitliches digitales Fahrkartenangebot für ganz Baden-Württemberg, das den Fern- und Nahverkehr und alle Verkehrsverbünde umfasst“, appelliert VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb an die Landespolitik und die Verkehrsverbünde, rasch zu einheitlichen Ablösungen zu kommen und wenigstens beim Fahrkartenkauf die Kleinstaaterei mit 23 Tarifen zu überwinden.

Anlage: Tabellarische Auswertung der Tarifverbünde, Übersichtskarte

 
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