Samstag, 20. Januar 2018


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"Fachkräftesicherung: Bedarf und Handlungsansätze"

Fachkräfteengpass für jedes zweite Unternehmen ein Investitionshindernis / Brossardt: "Maßnahmenpaket der vbw muss von richtigen politischen Weichenstellungen flankiert werden"

München, (lifePR) - Das Statistische Bundesamt erwartet bis 2030 eine Verringerung der Personen im erwerbsfähigen Alter um knapp sechs Millionen. Von dieser Entwicklung sind alle Branchen und Qualifikationsniveaus betroffen. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. setzt sich daher für ganzheitliche Problemlösungen zur Deckung des Fachkräftebedarfs der Unternehmen ein. Das machte sie auf dem Kongress „Deutschland hat Zukunft – Fachkräftesicherung: Bedarf und Handlungsansätze“ deutlich.

Der Fachkräftemangel ist in einigen Berufsgruppen und Regionen bereits Realität. Davon sind vor allem technische Berufe sowie Gesundheits- und Pflegeberufe betroffen. Eine aktuelle Umfrage der vbw zeigt, dass 54 Prozent der bayerischen Unternehmen den Fachkräftemangel als bedeutendes Investitionshemmnis einstufen. In der bayerischen Metall- und Elekro-Industrie gaben in einer aktuellen Umfrage 28 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Produktions- und Geschäftstätigkeit durch fehlende Arbeitskräfte erheblich beeinträchtigt wird. „Das ist der mit Abstand höchste Wert, den wir bisher ermittelt haben. Weitere 48,5 Prozent sehen ihre Geschäftstätigkeit zumindest geringfügig beeinträchtigt. Wir haben mit unserem Aktionsprogramm Fachkräftesicherung ein integriertes Konzept vorgelegt, bei dem in fünf Handlungsfeldern zahlreiche Initiativen und Programme ineinander greifen. Das muss aber von den richtigen politischen Weichenstellungen flankiert werden“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Dazu gehört, dass digitale Kompetenzen in allen Bildungs-Phasen vermittelt werden müssen. Auch in einer verstärkt talent- und arbeitsmarktorientierten Berufs- und Studienorientierung sieht die vbw eine wichtige Maßnahme.

Die vbw fordert zudem, die erfolgreichen Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 fortzusetzen statt zurückzudrehen. Brossardt: „Weitere Regulierungen des Arbeitsmarkts müssen unterbleiben. Fehlanreize wie die ‚Rente mit 63‘, die ein frühzeitiges Aussteigen aus dem Berufsleben fördern, müssen beseitigt werden.“

Die vbw verfolgt das Ziel, Teilqualifizierungen als bewährtes Instrument für Gering- und Unqualifizierte weiter zu stärken sowie bundesweit mit einer gesicherten Finanzierung vermehrt zum Einsatz zu bringen. „Auch eine noch höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen ist ein zentrales Element zur Fachkräftesicherung. Dazu benötigen wir den weiteren qualitativen und quantitativen Ausbau von Kinderziehungs- und Pflegeeinrichtungen“, so Brossardt.

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