Sonntag, 17. Dezember 2017


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Steinkohleverstromung unter Druck - Faire Rahmenbedingungen Voraussetzung für Gelingen der Energiewende

Hamburg, (lifePR) - Das Wachstum des globalen Steinkohleverbrauchs hat sich 2016 verlangsamt. Der Verbrauch liegt derzeit bei rund 7 Milliarden Tonnen, der Steinkohlewelthandel bei 1,1 Milliarden Tonnen – und damit voraussichtlich 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die anhaltende Nachfrage in Südostasien und Indien wird rückläufige Tendenzen in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika auffangen.

In Deutschland steht die Steinkohleverstromung unter Druck. 2016 ist der Anteil von Gas an der Stromerzeugung von 10 Prozent auf 12 Prozent gestiegen, während die Steinkohle mit 17 Prozent einen Prozentpunkt abgegeben hat. Zwar war die Stromerzeugung aus Erdgas 2016 erstmals kurzzeitig wettbewerbsfähig mit Steinkohle, und es war viel Gas auf dem Markt, doch war der Monat Oktober mit den höchsten Erdgasimportmengen seit dem Jahr 2000 zugleich auch der Monat mit den höchsten Gaspreisen des Jahres. Ursache für die Anteilsverschiebungen ist hauptsächlich die Subventionierung von Erdgas durch das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 2016. Während der Verbrauch der Steinkohlenkraftwerke um gut 6 Prozent auf 36,4 Millionen t SKE zurückging, werden die Importe Schätzungen des Vereins der Kohlenimporteure e.V. (VDKi) zu Folge um 4 Prozent oder 2,5 Millionen t zurückgehen.

Obwohl 2016 der Verbrauch von Stein- und Braunkohle um 4 bzw. 2,6 Prozent gesunken ist, sind die energiebedingten Kohlendioxid (CO2)-Emissionen um 0,9 Prozent gestiegen, weil sich der Verbrauch von Mineralöl um 1,8 Prozent und der von Erdgas um 10,2 Prozent erhöht hat. Die Energiewende kann nur erfolgreich sein, wenn auch der Verkehrs- und Wärmesektor in den Europäischen Emissionshandel mit einbezogen werden.

Solange China mehr als 3 Milliarden Tonnen Kohle verbraucht, geht von Steinkohlenkraftwerken in Deutschland keine Gefahr für die Menschheit aus. Die Effekte eines Auslaufgesetzes wären im globalen Rahmen praktisch nicht messbar, der wirtschaftliche Schaden in Deutschland hingegen enorm. Unsere europäischen Nachbarn könnten im Rahmen des Emissionshandels ihre Emissionen erhöhen. Auf europäischer Ebene wäre der Effekt für das Weltklima null.

Trotz Wirtschaftswachstums ist der weltweite Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen das dritte Jahr in Folge kaum gestiegen. Steigende globale Methanemissionen gefährden dagegen das Weltklima. In den Vereinigten Staaten von Amerika sind die Methanemissionen massiv angestiegen, seit dort Schiefergas gefördert wird. Die amerikanischen Methanemissionen haben wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge zu 30 bis 60 Prozent zum Anstieg der globalen Methankonzentration in der Atmosphäre beigetragen.

Bezieht man alle Treibhausgase mit ein, sind offene Gasturbinen keine ökologisch sinnvolle Lösung zum Ausgleich der schwankenden Stromerzeugung der erneuerbaren Energieträger. Gasmotoren sind weniger verschleißanfällig als Gasturbinen, aber viel zu teuer. Steinkohlekraftwerke sind ideal in der Teillast einsetzbar. VDKi-Vorsitzender Dr. Cieslik: „Es macht keinen Sinn, neben dem bestehenden und neben dem subventionierten Kraftwerkspark aus erneuerbaren Energieträgern noch einen Kraftwerkspark aus subventionierten Erdgaskraftwerken aufzubauen.“

Verein der Kohlenimporteure e.V.

Der Verein der Kohlenimporteure e. V. (VDKi) ist die Interessenvertretung des Importsteinkohlemarktes in Deutschland. Die deutschen und europäischen Mitglieder stammen aus den Bereichen Kraftwirtschaft, Industrie, Handel und Logistik. Der Verein hat aktuell 70 Mitglieder, die in ihren Anlagen etwa 80 % des deutschen Steinkohlebedarfs von rund 56 Millionen t verbrauchen. Die Importkohle deckt den Kohlebedarf Deutschlands zu rund 90 % ab. Damit vertritt der VDKi den überwiegenden Teil des Steinkohlemarkts (deutsche und importierte Steinkohle) in Deutschland mit einem finanziellen Volumen in Milliardenhöhe. Der VDKi untersucht regelmäßig die Bedeutung der globalen Steinkohlemärkte für den europäischen und deutschen Importsteinkohlemarkt, zeigt Perspektiven für die weitere Einfuhrentwicklung auf und veröffentlicht regelmäßig Statistiken zu deutschen Steinkohleimporten und -preisen. Weitere Informationen unter www.verein-kohlenimporteure.de.

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