VDAB: Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie verschlimmert den Pflegenotstand

(lifePR) ( Essen, )
Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB) spricht sich für die Beibehaltung der zehnjährigen Schulbildung als Zugangsvoraussetzung zur Pflegeausbildung sowie für die Vielfalt des Ausbildungssystem aus - Der Pflegeberuf muss allen offen stehen, die geeignet sind!

Die beabsichtigte Änderung der Mindestausbildungsvoraussetzungen von einer zehnjährigen allgemeinen Schulbildung auf zwölf Schuljahre oder ein gleichwertiges erfolgreich absolviertes Examen zu erhöhen, ist aus Sicht des VDAB nicht zielführend und würde den Fachkräftemangel drastisch verstärken. "Gerade angesichts des Fachkräftemangels braucht die Pflegebranche jeden jungen Menschen, der neben dem intellektuellen Vermögen vor allem soziale Kompetenzen mitbringt, wie Motivation, Empathie und die Fähigkeit, durch Interaktion mit Menschen Erfahrungswissen zu sammeln. Bildungsideologische Hürden, wie die Forderung nach einer zwölfjährigen Schulbildung sind kontraproduktiv und helfen niemandem", stellt Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB fest, "denn soziale Kompetenz ist nicht abhängig vom Bildungsgrad." In der aktuellen Fassung schließt die Richtlinie eine Vielzahl geeigneter junger Menschen mit mittlerem Schulabschluss ohne nachvollziehbaren Grund vom Pflegefachkraftberuf aus.

Die Erklärung von Bundesminister Dr. Rösler, der den Vorschlag der EU-Kommission in Bezug auf die Zugangsvoraussetzungen ablehnt, bestärkt den Standpunkt des VDAB. Hierzu Rösler: "Die deutsche Pflegewirtschaft ist hoch leistungsfähig. Mit ihrem Vorschlag wird die Kommission den Fachkräftemangel in Deutschland verschärfen, statt ihn zu bekämpfen. Die Qualität der Ausbildung von Pflegekräften in Deutschland braucht keinen Vergleich zu scheuen und spricht für sich. Die Kommission hätte gut daran getan, einen Wettbewerb der Systeme zuzulassen, statt Gleichmacherei um jeden Preis zu betreiben."

Dass sich das deutsche duale Bildungssystem in den Pflegeberufen bewährt hat, zeigt die europaweite Attraktivität deutscher Pflegefachkräfte im Ausland. Ebenso hat sich das vielfältige deutsche Bildungsangebot bewährt - mit mehr als 22 grundständigen Pflegestudiengängen: sowohl dualen Studiengängen, in denen der berufsfachschulische Erwerb der Berufserlaubnis mit dem Erwerb hochschulischer Expertise verbunden wird, als auch primär qualifizierenden Studiengängen. "Generell unterstützt der VDAB das Anliegen der EU-Kommission, die Pflegefachkräfteausbildung zu optimieren. Die Qualifikation von Pflegefachkräften muss jedoch auf Basis der bestehenden Strukturen modular erweitert werden können." erläutert Thomas Knieling.

Der VDAB ist einer der größten privaten Trägerverbände Deutschlands. Er versteht sich als bundesweiter Interessenverband für private, professionelle Pflegeeinrichtungen.
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