Donnerstag, 26. April 2018


  • Pressemitteilung BoxID 378441

Deutsche Möbelindustrie wuchs 2012 um 2 %

Hersteller rechnen 2013 mit einer "schwarzen Null" / Jedes 2. in Deutschland verkaufte Möbelstück wird importiert

Bad Honnef, (lifePR) - Die Deutsche Möbelindustrie rechnet für das Jahr 2013 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Damit kann zwar das Wachstum der vergangenen drei Jahre nicht fortgesetzt werden, aber die Lage ist gemessen an Meldungen aus anderen Branchen vergleichsweise stabil. Denn die Wirtschaftsprognosen für Deutschland werden angesichts der zunehmenden Verunsicherung im Inland und den nach wie vor schwächelnden Auslandsmärkten gerade deutlich nach unten korrigiert.

In diesem Umfeld gewinnt die imm cologne als weltweit führende Leitmesse für Wohnen und Einrichten für unsere heimischen Möbelhersteller noch einmal deutlich an Wichtigkeit: denn hier können die Aussteller ihre Kontakte pflegen, neue Märkte erschließen und neue Kunden gewinnen. In Köln kauft die gesamte Möbel-Welt ein und findet Inspirationen und neue Trends für Märkte in Europa und Übersee.

Gerade in den asiatischen und nordamerikanischen Märkten erfreuen sich Möbel aus Deutschland, wegen ihrer hohen Qualität und der Lieferzuverlässigkeit unserer Hersteller, wachsender Beliebtheit. Die Exporte nach Asien wuchsen bis Ende des Jahres 2012 um 11 Prozent, die nach Nordamerika sogar um knapp 13 Prozent. Auch der zunehmend wichtiger werdende russische Markt, konnte mit knapp 19 Prozent deutlich zulegen.

Besonders große Sprünge in Einzelmärkten gab es bei Möbellieferungen nach Japan (+27,9 Prozent), Mexiko (+23,7 Prozent) und China (+11,8 Prozent). Verdoppelt werden konnten die Ausfuhren nach Brasilien, wenn auch auf noch niedrigem Niveau. Die Beispiele zeigen, dass wir auch außerhalb von Europa erfolgreich neue Märkte erschließen.

Europa als Kernabsatzmarkt bleibt jedoch unser Sorgenkind. Die Ausfuhren hierhin gingen im vergangenen Jahr um 3 Prozent zurück. Besondere Sorge bereitet uns der niederländische Markt, der unter anderem wegen der dortigen Immobilienkrise um 10,3 Prozent nachgab. Auch unser größtes Ausfuhrland Frankreich verzeichnete Rückgänge von 4,2 Prozent. Österreich gab um 1,6 Prozent nach, Italien um 8,7 Prozent. Die Schweiz konnte gegen den Trend um 6,3 Prozent zulegen. Nach Jahren der Abwärtsentwicklung zeigte die Entwicklung in Großbritannien endlich wieder mit 9,9 Prozent deutlich nach oben.

2012 verkaufte die deutsche Möbelindustrie nach vorläufigen Zahlen Waren im Wert von 4,9 Mrd. € und damit 1 Prozent mehr als 2011 direkt in ausländische Märkte. Für das Jahr 2013 wird es entscheidend darauf ankommen, dass die Schuldenkrise in den europäischen Ländern überwunden werden kann und die Verbraucher wieder Zuversicht in die Märkte gewinnen und dies bei ihrem Ausgabeverhalten auch deutlich machen.

Darauf kommt es natürlich auch beim Inlandsgeschäft an. Denn nach wie vor macht der Absatz in Deutschland mit rund 71,7 Prozent oder 12,3 Mrd. € den entscheidenden Anteil aus. Im Inland befinden wir uns in zunehmender Konkurrenz mit Importen in erster Linie aus Asien. So stiegen die Importe aus China im vergangenen Jahr mit 11 Prozent überproportional an. Die gesamten Möbelimporte stagnierten hingegen (+ 0,3 Prozent).

Insgesamt wird in Deutschland mittlerweile jedes 2. verkaufte Möbel importiert. Im Jahr 2005 war es lediglich jedes 3. verkaufte Möbel. Das macht deutlich, dass der Handel leider zunehmend auf markenlose Billigimporte "Made in Asien" setzt und damit heimische Möbel immer weiter verdrängt.

Damit wird der eh schon aggressiv gestaltete Preiskampf im Möbelhandel weiter befeuert. Denn mit dem niedrigen Preisniveau der Importware wird zunehmend das gesamte Preisgefüge auf der Verkaufsfläche nach unten gezogen.

Dem können unsere heimischen Qualitätsanbieter mit ihren höheren Produktionskosten nur schwer begegnen. Zumal dann, wenn es ihnen gegen den mächtigen Handel nicht gelingt, ihre Marke und den Nachweis "Made in Germany" sichtbar nach vorne zu stellen. Dabei muss man bedenken, dass gerade die heimischen Möbelhersteller in puncto Nachhaltigkeit und Lebensdauer, Design und Qualität, weltweit unangefochten an der Spitze stehen. Deshalb muss es im gemeinsamen Interesse von Industrie und Handel sein, diese Vorteile und damit verbunden den höheren Gegenwert deutscher Möbel dem Kunden gegenüber offensiv zu kommunizieren.

Insgesamt setzte die deutsche Möbelindustrie im letzten Jahr 17,2 Mrd. € und damit rund 2 Prozent mehr als im Jahr 2011 um. Die 532 Betriebe (ab 50 Mitarbeitern) beschäftigten insgesamt 90.400 Frauen und Männer. Im Vorjahr waren es 89.055 Beschäftigte in 523 Unternehmen. Damit baute die Branche im vergangenen Jahr rund 1.300 neue Arbeitsplätze auf. Dies ist in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten mehr als bemerkenswert.

Beim Blick in die einzelnen Segmente wird deutlich, dass die Küche "Made in Germany" weltweit weiter an Bedeutung gewinnt. Dies schlägt sich auch im Umsatzplus von 5,6 Prozent bis einschließlich Oktober 2012 nieder. Die Matratzenindustrie legt im gleichen Zeitraum um 4,1 Prozent zu, Wohnmöbel steigerten ihren Umsatz um 1,9 Prozent. Die Büromöbelindustrie konnte ihre Vorjahreswerte nicht ganz erreichen (-0,6 Prozent) und die Polstermöbel verzeichnete ein Minus von 4,6 Prozent.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

BGVFLEXImobil – die neue Autoversicherung

, Finanzen & Versicherungen, BGV / Badische Versicherungen

Der BGV bietet Autofahrern ab sofort eine neue Versicherungslösung an. Mit BGVFLEXImobil bestimmt der Kunde die Höhe seiner Kfz-Versicherung...

HanseMerkur 2017: Konzern-Eigenkapital und Überschüsse auf Rekordniveau

, Finanzen & Versicherungen, HanseMerkur Versicherungsgruppe

. • Laufende Beiträge steigen mit 6,6 Prozent deutlich über Branchenschnitt ­ • Brutto-Beitragseinnahme steigt um 95,3 Mio. Euro auf 1,97...

Getestet und für gut befunden

, Finanzen & Versicherungen, uniVersa Versicherungen

Private Zusatzversicherungen boomen. Immer mehr gesetzlich Krankenversicherte sichern sich damit eine bessere Versorgung im Krankenhaus oder...

Disclaimer