Dienstag, 21. November 2017


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Bildungsagenda lässt grundlegende Fragen außer Acht

Berlin, (lifePR) - „Der wachsende Bedarf an individueller Förderung der Kinder und die Inklusion stellen hohe Anforderungen an das System, welche in der Studie nicht ausreichend betrachtet werden. Natürlich brauchen wir mehr Qualität in der Bildung und es ist auch richtig, mehr Kita-Plätze, eine bessere Qualifikation von Flüchtlingen und eine höhere Durchlässigkeit zu fordern. Die Vielzahl an zitierten Studien aber zeigt: Es krankt nicht am Wissen darüber, an welchen Stellen das Bildungssystems verbessert werden muss, sondern an der tatsächlichen Umsetzung. Die vorhandenen Ergebnisse werden von der Politik nicht ausreichend genutzt, um Schule langfristig qualitativ besser zu gestalten“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) den heute erschienenen Bildungsmonitor 2017.

Die Studienherausgeber fordern für ihre Bildungsagenda 12 Milliarden Euro mehr für zusätzliche, zielgerichtete Investitionen für Integration, frühkindliche Förderung, Ganztagsschulen und Hochschulkapazitäten. „Da die Mehrkosten für die individuelle Förderung und Inklusion nicht berücksichtigt werden, liegt der tatsächliche Investitionsbedarf noch deutlich höher“, kritisiert Beckmann. Er sagt: „Allein, um die inklusive Beschulung an Regelschulen durch eine weitgehende Doppelbesetzung mit Sonderpädagogen sicherzustellen, bedarf es Investitionen von zusätzlich mindestens einer Milliarde Euro jährlich.“

Die Studie geht ausführlich auf die hohe Bedeutung von Lehrkräften für den schulischen Erfolg der Kinder ein. Der VBE-Bundesvorsitzende betont: „Einmal mehr zeigt sich: Auf den Lehrer kommt es an! Gut ausgebildet, kontinuierlich weitergebildet und in Klassen mit angemessenen Lehrer-Schüler-Relationen unterrichtend kann eine hohe Qualität des Unterrichts gewährleistet werden. Wer das möchte, muss aber auch dafür sorgen! Wir fordern von den Ländern, in ausreichender Zahl und für alle angebotenen Schulformen und Schulstufen entsprechende Lehrkräfte aus- und weiterzubilden. Und: Fortbildungszeit muss Dienstzeit sein! Die notwendige Zahl an Lehrkräften wird man jedoch nur gewinnen können, wenn der Lehrerberuf durch eine angemessene Bezahlung hinreichend attraktiv ist.“

Digitalisierung ist auch im Bildungsmonitor ein wichtiges Thema. Hierfür wird die Förderung des Bundes als gegeben angenommen. „Nach den Querelen der letzten Wochen sehen wir diese Förderung längst nicht als gesichert an. Zudem bleibt die Frage: Wann fangen wir endlich an? Die Bildung in der digitalen Welt wird nicht Realität durch Reden, sondern durch gesicherte Ausstattung, hochwertige Fortbildung der Lehrkräfte und zeitnah bereitgestellte pädagogische Konzepte“, fasst Beckmann zusammen.

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