Dienstag, 17. Juli 2018


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Westphal: Energie bleibt trotz US-Förderung teuer

"Russland und Europa sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen"

Berlin, (lifePR) - Trotz der zunehmenden Öl- und Gasförderung in den USA rechnet die Energieexpertin der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, Kirsten Westphal, nicht mit einer Entspannung auf den Energiemärkten. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Gaspreise in Europa deutlich sinken werden", sagte Westphal der am Freitag erscheinenden Wochenzeitung VDI nachrichten. "Derzeit sind sie vier- bis fünfmal so hoch wie in Nordamerika und achtmal so hoch wie im asiatisch-pazifischen Raum." Selbst wenn die USA Energie exportieren sollten, rechnet die Stiftung, die auch die Bundesregierung berät, nicht damit, dass die Preise für fossile Energie nachgeben. Westphal: "Die Energiemärkte sind weiterhin von großen Unsicherheiten gekennzeichnet. Das wirkt preistreibend."

Als tendenziell preistreibend sieht Westphal auch die Verschiebung von Investitionen in den wichtigen Gasförderländern an. "Unklar ist derzeit, wie sich die Nachfrage in Europa entwickeln wird. Deshalb werden Investitionen in die Förderung verschoben. Das gilt für die großen herkömmlichen Gaslieferanten Norwegen, Russland und Katar. Russland etwa verschiebt die Entscheidung über eine Förderung im Shtokman-Gasfeld in der Arktis. Hinzu kommen politische Unsicherheiten, vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika." Es sei zum Beispiel fraglich, ob Algerien als großer Gaslieferant Südeuropas auftreten wird. "Das könnte sich als trügerisch erweisen. In Algerien zum Beispiel ist die Nachfrage nach Energie enorm, sie steigt zwischen 12 % und 20 % im Jahr."

Deshalb werde Europa sich noch stärker an Russland binden, um seinen Gasbedarf zu decken. "Russland und Europa sind auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Die Strategie von Gazprom, in westeuropäische Energieunternehmen einzusteigen, macht das deutlich", erklärt Westphal. "Damit sind beide Partner nicht ganz glücklich, aber mittelfristig ist die bleibende wechselseitige Abhängigkeit absehbar, auch als Folge der jüngsten Pipelineentscheidungen."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Westphal

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