Samstag, 25. November 2017


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VDI-Präsident Braun: Unis haben Mitschuld an hohen Durchfallquoten

Professoren vernachlässigen die Lehre / FHs sollten sich auf praxisnahe Ausbildung konzentrieren

Düsseldorf, (lifePR) - Der zum Jahreswechsel aus dem Amt scheidende VDI-Präsident Bruno O. Braun hat in seinem letzten Interview die Ingenieurausbildung an deutschen Hochschulen kritisiert. Zum einen würden sich die Fachhochschulen zunehmend von ihrer praxisorientierteren Ingenieurausbildung verabschieden, zum anderen würden die Professoren an Universitäten die Lehre vernachlässigen und seien mitverantwortlich für die hohen Durchfallquoten. "Es ist aus meiner Sicht genauso wichtig, Exzellenzhochschulen in Forschung wie in Lehre zu haben. Das ist in Deutschland bisher zu kurz gekommen. Mancher muss noch dazulernen", kritisiert Braun im Gespräch mit der Wochenzeitung VDI nachrichten. "Die Qualität eines Hochschullehrers besteht nicht nur in Forschung auf hohem Niveau, sondern vor allem auch darin, dass er zusätzlich ein guter Lehrer ist." Es gäbe Hochschullehrer, für die seien hohe Durchfallquoten ein Nachweis dafür, wie wichtig und schwierig ihr Fach sei. "Ein guter Hochschullehrer zeigt sich nicht an der Höhe der Durchfallquote, sondern darin, dass weniger durchfallen wegen des hohen Niveaus der Lehre."

Aber auch die Fachhochschulen werden kritisiert, weil sie zu sehr den Technischen Hochschulen nacheifern und die praxisorientierte Ausbildung vernachlässigten. "Problematisch finde ich, wenn unsere Fachhochschulen zu sehr die Gelegenheit nutzen, sich anzugleichen. Wenn sie immer wissenschaftlicher werden wollen und die Differenzierungen, die wir in unserer Hochschullandschaft bisher hatten, aufweichen, gar aufgeben", bemängelt Braun.

Bislang zeichne sich Deutschland auch dadurch aus, dass Talente unterschiedlich ausgebildet würden. "Es ist gut, wenn man einen mehr praxisbezogenen Hochschultyp hat und einen mehr wissenschaftlich orientierten", so Braun. "Für mich ist es falsch verstandener Ehrgeiz, wenn Professoren an einer Fachhochschule den Professoren an einer Technischen Universität nacheifern und nur Exzellenzziele in der Forschung im Auge haben. Das kann nicht die richtige Richtung sein."

Braun, Aufsichtsratsvorsitzender des TÜV Rheinland, scheidet nach sechs Jahren an der Spitze des VDI aus dem Amt. Sein Nachfolger ist Prof. Udo Ungeheuer, Vorstandschef des Spezialglasherstellers Schott.

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Braun

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