Sonntag, 19. November 2017


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Sinn: Deutschland braucht eine neue "Agenda 2010"

München, (lifePR) - Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat der Bundesregierung fehlende Reformen vorgeworfen. Um das Wachstum zu stärken, brauche Deutschland eine zweite Agenda 2010. "Die Reformen, die seinerzeit unter der Regierung Schröder auf den Weg gebracht wurden, müssen jetzt - nach einer langen Reformpause - fortgesetzt werden, um Deutschland auch dauerhaft sinnvolle und richtige Strukturen zu geben", sagte Sinn den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. "Wir sehen insbesondere am Beispiel Frankreichs wie ein Land ohne strukturelle Erneuerungen und mit immer mehr schuldenfinanzierten Ausgaben, die man ironischerweise Wachstumsprogramme nennt, in die falsche Richtung abdriftet und seine Wettbewerbsfähigkeit verliert."

Deutschland müsse dringend die Gesamtverschuldung in den Griff bekommen und eine mögliche Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit verhindern. "Der Staat ist gefordert, sich stärker zu bescheiden. Anzuerkennen ist, dass das Defizit in den letzten Jahren einer guten Konjunktur zurückgeführt wurde. Aber dieser Konsolidierungskurs hätte auch durchaus mit Überschüssen einhergehen können", kritisiert Sinn mangelnde Kürzungen der Ausgaben. "Deutschland muss sich anstrengen, seine finanzielle Stabilität zu bewahren. Die Ratingagenturen haben ein Auge auf uns geworfen, und Moody's hat bereits eine mögliche Herabstufung angedroht."

Große Sorgen macht sich Sinn derzeit um Frankreich. "Der französische Staatspräsident sieht noch nicht ein, dass es Reformen à la Schröder braucht, die für Lohnzurückhaltung und Preisdämpfungen sorgen. Hollande versucht durch Wachstum, die Probleme zu überwinden. Damit meint er aber mehr Schulden und einen Schutz vor schmerzlichen Anpassungen der Einkommen nach unten. Die Erlangung der Wettbewerbsfähigkeit wird dadurch verhindert." Die zeige sich ganz besonders dramatisch in der Autoproduktion des Nachbarlandes. "Die Automobilindustrie - eine der wichtigsten Branchen im Lande - befindet sich in lebensbedrohlichen Schwierigkeiten. Auch die Franzosen produzieren zu teuer."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Sinn

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