lifePR
Pressemitteilung BoxID: 172251 (VDI Verlag GmbH)
  • VDI Verlag GmbH
  • VDI-Platz 1
  • 40468 Düsseldorf
  • https://www.vdi-verlag.de/
  • Ansprechpartner
  • Stephan Eder
  • +49 (211) 6188-279

Internationale Energieagentur: Folgen der Katastrophe am Golf für Ölmarkt sind verheerend

IAE sieht steigende Kosten für Offshore-Förderung - Ölförderung an Land wird wichtiger - Chefökonom: "Uns fehlen 500.000 Barrel täglich"

(lifePR) (Paris, ) Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris sieht erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Ölförderung als Folge der Katastrophe im Golf von Mexiko. Fatih Birol, Chefökonom der IEA, rechnet damit, dass sich die Offshore-Förderung teilweise nicht mehr lohnt, beispielsweise vor Afrika und Brasilien. "Die Folgen der Explosion der BP-Anlage im Golf von Mexiko sind nichts anderes als verheerend", sagte Birol der am Freitag erscheinenden Wochenzeitung VDI nachrichten. "Nicht weniger als 95 % der zusätzlichen Ölförderung bis 2020 sollten aus Offshore-Einrichtungen stammen. Das ist nun fraglich."

Die höheren Auflagen und möglichen Folgekosten würden nun zu Neukalkul ationen von geplanten Projekten führen. "Die Risikoprofile sehen ganz anders aus. Alle möglichen Vorhaben werden wohl nun neu überdacht und ausgelegt. Eine Reihe der Projekte wird nicht mehr profitabel sein", fürchtet Birol. "Selbst bei einer nur leichten Änderung der Regeln und Kosten sehen wir einen täglichen Produktionsverlust von mindestens 500.000 Barrel. Das geht bereits am Ölmarkt nicht spurlos vorüber."

Probleme sieht Birol für Ölförderprojekte nicht nur im Golf von Mexiko sondern auch "vor der brasilianischen und westafrikanischen Küste". Gleichzeitig werde nun die Bedeutung der Ölförderung an Land wichtiger. "Das heißt, dass der Mittlere Osten weiteres energiewirtschaftliches Gewicht gewinnt. Das hat beträchtlichen Einfluss auf die Versorgungssicherheit auch für die Mitglieder der OECD." Einen Verzicht aus Öl, das in der Tiefsee gewonnen wird, hält Birol für unmöglich. "Das Offshore-Öl kann nicht ersetzt werden. Wir brauchen es mehr als dringend."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/FBirol