Samstag, 18. November 2017


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Hacker-Angriffe: "Wir brauchen eine Meldepflicht in Europa"

ISF sieht wachsende Übergriffe auf Unternehmen und öffentliche Infrastruktur

London, (lifePR) - Unternehmen sollten verpflichtet werden, Hacker-Angriffe den Behörden zu melden. Steve Durbin, Chef des Londoner "Information Security Forum" (ISF), sieht in der freiwilligen Meldung, die in Europa gilt, ein großes Problem, um Angriffe frühzeitig abwehren zu können. "Es ist ganz klar, dass die Mitteilungen nicht freiwillig organisiert werden können. Das muss verpflichtend werden", fordert Durbin in den am Freitag erscheinenden VDI nachrichten. "Selbstregulierung funktioniert nicht."

Hackerangriffe auf Unternehmen haben nach Einschätzung der Non-Profit-Organisation, in der namhafte Unternehmen aus der ganzen Welt zusammen arbeiten, so zugenommen, dass es im eigenen Unternehmensinteresse sei, diese Vorfälle zu melden. "Wir brauchen mehr Transparenz und mehr Berichte über einzelne Vorfälle. Viele Unternehmen wollen nicht, dass solche Fälle an die Öffentlichkeit kommen. Sie befürchten, dass die Behörden dann mit weiteren Regulierungen reagieren", erklärt der ISF-Chef. "Wie wir aber bei der Kompromittierung des europäischen Emissionsrechtehandels gesehen haben, können die Dimensionen riesig sein." Im Januar 2011 hatten Hacker europäische Emissionsrechte im Wert von 6,7 Millionen Euro aus dem Handelsregister in Tschechien gestohlen und an der Börse verkauft.

Behörden und Unternehmen hätten gleichermaßen ein Interesse an stärkerer Zusammenarbeit. "Zum einen befindet sich die Computerkriminalität in einer starken Wachstumsphase", betont Durbin, "zum anderen sind die öffentlichen Haushalte stark unter Druck. Unbestritten ist, dass wir mehr Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen und den Behörden brauchen." Gerade öffentliche Infrastrukturen werden laut ISF ein immer beliebteres Ziel von Hackern und Saboteuren. "Die Systeme für Energie, Wasser oder Verkehr altern. Sie zu erneuern oder zu ersetzen, wird längere Zeit dauern. Aus Sicht des Angreifers könnte es etwa sinnvoll sein, ein Verkehrssystem vor einem Sportereignis zu sabotieren", warnt Durbin. "Im Verbraucherbereich sehen wir nicht nur organisierte Banden, sondern auch opportunistische Hacker, die einfach dort Daten abgreifen, wo es sich anbietet. Außerdem gibt es den Trend zu ,Crime as a Service': Man kann relativ günstig im Internet verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, etwa um Websites zu hacken oder Kreditkarten auszuspionieren."

Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.vdi-nachrichten.com/Durbin

Das ISF wurde 1989 gegründet und ist eine unabhängige, weltweit tätige Non-Profit-Organisation für Informationssicherheit, Cybersicherheit und Risikomanagement. Zu den Mitgliedern gehören namhafte Unternehmen aus der ganzen Welt. Aufgaben der Organisation sind die Erforschung, Klärung und Lösung wichtiger Probleme der Informationssicherheit sowie die Entwicklung von Best-Practice-Methoden, -Prozessen und -Lösungen, die speziell auf die Geschäftsanforderungen der Mitglieder zugeschnitten sind.

www.securityforum.org

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